Gerade hab ich Mangold gesät, in Torftöpfchen auf dem Fensterbrett, und wie häufig fällt mir dann ein, dass ich ja mal ein bisschen nachsehen sollte, was der so braucht an Standort und Pflege. Erstaunlicherweise hilft da das Netz nur bedingt weiter. Außer dem Hinweis, das er Wasser und ein bisschen Frostschutz braucht, waren nur Lobeshymnen auf Aussehen (bright lights) und Geschmack zu finden. Sonst noch Einträge wie: „Die Erbsen kamen dieses Jahr nicht gut, aber der Mangold.“
Daraus schließe ich, der wächst immer und überall. Immer und überall, das kriegen wir auch hin, also gleich noch ein paar Samen nachgelegt und auf bunte wohlschmeckende Ernte gefreut.
Stielmangold und Blattmangold (Beta vulgaris) sind so eng mit Roter Beete und anderen Rübensorten verwand, dass sie sich einkreuzen lassen. Was da wohl rauskommt? Oder sind diese Mangoldrüben steril, wie Maultiere?
Die Lieferung aus dem Net-Shop ist noch nicht angekommen, aber wir haben uns beim nahe gelegenen Bau- und Gartenmarkt hinreißen lassen, zwei Magnolien, zwei Sanddornbüsche (männlich und weiblich) und eine Rose zu erstehen. Dazu noch so zehn, fünfzehn kleine Stauden, Kräuter, Blumen, zwei Päckchen Samen…
Vom allgemeinen Austrieb und Neuanfang im Garten regelrecht mitgerissen, hat mich eine Art „Anpflanz-Sucht“ ergriffen. Im Supermarkt komm ich an den Pflänzchen einfach nicht vorbei, ohne ‚was mitzunehmen. Gestern erstand ich da sogar 12 Mini-Stiefmütterchen, obwohl ich die früher immer ausgesprochen doof und spießig fand. Verrückt!

Ist das denn so, dass „der Garten Arbeit macht“?? Und wenn ja, wie tut er das? Schreit er laut herum, man solle jetzt loslegen? Schließt er die Türen und lässt keinen ‚raus, solange nicht dies und das abgearbeitet ist? Beschwert er sich, wenn man gar nichts tut und bloß da rumsitzt und die Sonne genießt? Wohl kaum – was also bewegt all diese Menschen, die vor der drohenden Arbeit warnen?