Ja, auf Hornissen reagiere ich immer noch leicht panisch! In der Kindheit litt ich unter einer Phobie gegen alles, was auch nur von Ferne einer Biene, Wespe, Hummel oder Hornisse glich. Wenn sich so ein Insekt ins Familienauto verirrte, bekam ich eine Panik-Attacke: für den Fahrer deutlich gefährlicher als die „böse Biene“!
Im Lauf des Lebens hat sich das zum Glück entspannt. Nurmehr Hornissen flößen mir Respekt ein, ich zucke zusammen, wenn ich den Sound höre, und verrückterweise scheint es so, als zöge ich Hornissen geradezu an: Matt hat früher fast nie welche gesehen, seit er mich und meine „besondere Beziehung“ kennt, sichtet er sie öfter.
Angst inspiriert
Klar weiß ich, dass sie nicht angriffslustig sind und ihr Stich auch nicht gefährlicher ist als ein Wespenstich. Ich bin ihnen nicht feindlich gesonnen, sondern finde sie sogar sehr interessant – gerade WEIL sie mir Angst einjagen. Während eines langen Aufenthalts in der Toskana bin ich ihnen täglich sehr nahe gekommen, denn im Kamin des alten Bauernhauses war ein Nest: zwar nach unten hin abgedichtet, doch schaffte es abends immer mindestens eine, den „Weg ins Licht“ zu finden und mich in Panik zu versetzen. Da ich das wochenlang erlebte, inspirierte es mich zu einer Geschichte, die ich in diesen „Hornissenwochen“ dann schrieb: ein Hornissennest als „Mordwaffe“.
Die Bilder hier zeigen nur eine Wespe: sie baggert Holz am selben Totholz-Stamm wie die Hornisse, die Matt gestern abgelichtet hat. Irgendwann werde ich mich auch ‚ran trauen, wenn die Hornisse da sitzt!

Wer einen „ordentlichen“ Garten ohne Totholz hat, bietet Wespen und Hornissen kein Material zum Nestbau. Bei uns stehen viele alte Baumstümpfe herum, es ist für sie die reine „Tagebau-Landschaft“.
Mit lautem Brummen, einem Hubschrauber ähnlich, fliegt sie durch unseren Garten und sucht nach verfaulendem Holz. Ich mag diese Riesenwespen schon seit meiner Kindheit, aber erst seit ich Claudia kenne, sehe ich sie regelmäßig, das muss an ihrer leicht panischen Angst vor ihnen liegen. Dabei sind Hornissen weit weniger gefährlich als Bienen oder Wespen. Besonders, da ihre Hauptnahrungsquelle andere Insekten sind und Kuchen und Saft sie nicht interessieren. Die Gefahr eine Hornisse versehentlich zu verschlucken oder auf sie zu beißen besteht ja bei der Größe eh nicht. Gute Informationen zu diesen Hautflüglern, tolle Bilder und sogar einen Soundfile finden sich

Mit dieser Suchanfrage landete heute jemand hier im wilden Gartenblog. Einerseits amüsiert es mich, andrerseits ist es fast ein bisschen traurig, wenn „man“ sich das erst fragen muss!
Auch DAS ist ein Garten: Rasen, Rasensprenger, Geräte-Hütte, fertig. Gesehen ebenfalls auf dem gestrigen, insgesamt eher deprimierenden Spaziergang in die Rummelsburger Bucht.
Vermarktet wird das Gebiet als Edelwohngebiet „am Rummelsburger See“ – der niemals ein See war, sondern immer nur ein recht dreckiges Stück Spree. Es wird halt alles immer „urbaner“, man will junge Familien in der Stadt halten, damit sie nicht in den Speckgürtel Berlins ziehen, um ihren Traum vom Wohnen im Grünen zu verwirklichen. Das Grün muss dafür natürlich erstmal weichen – ein Stück strapazierfähiger Rasen tut’s doch auch!
Wow, was für eine majestätische, auslandende, raumgreifende Pflanze! Ich traf sie am Ufer der Rummelsburger Bucht und war hin und weg. Die „Echte Engelwurz“ (Angelica archangelica) ist eine zweijährige Pflanze, die bis zu 2,50 Meter hoch wächst – diese hier war bestimmt schon 1.50 groß. Der Sage nach wurde sie dem Menschen von einem Engel gezeigt, was sich auch im Namen niederschlug (Angelus = Engel) und galt als Heilmittel gegen Pest und bösen Zauber.
