Japanischer Knöterich: das Monster einfach aufessen!

Am Wochenende sah ich eine Dokumentation über den asiatischen bzw. japanischen Knöterich. Der wird drei bis vier Meter hoch, wächst bis zu 30 cm am Tag und gilt in ganz Europa als biologische Katastrophe. Er hat hier nämlich als „Neuling“ keine natürlichen Feinde und breitet sich mit seiner immensen Wuchskraft schnell entlang fließender Gewässer, in Parks und Gartenanlagen aus. Die Wurzeln reichen bis zwei Meter in den Boden und können locker Beton sprengen – irre!

Städte und Gemeinden bekämpfen – so sie Leute und Geld dafür haben – die Verbreitung teils mit untauglichen bzw. auch anderweitig schädlichen Mitteln. Peter Becker, Wildkräuter-Experte aus meiner (alten) Heimatstadt Wiesbaden macht es besser: er sammelt die Sprossen und macht daraus marktfähige Produkte – z.B. leckere Marmelade.

Webseite zur bionischen Kontrolle des japanischen Knöterichs

Auf Youtube fand ich auch die folgende Reportage über das Pilotprojekt zur „Bionischen Kontrolle des Japanischen Knöterichs“ in Wiesbaden (Film von BioFrankfurt 2008, Erstausstrahlung in der Sendung GartenZeit im Offenen Kanal).

Also wenn ich den nächstes Frühjahr mal irgendwo sehe, werd‘ ich Matt bitten, daraus eine Marmelade zu machen! Das macht er sowieso gern und für neue Varianten ist er immer zu haben! :-)

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

12 Kommentare

  1. Finden ist kein Problem, ich dachte immer das Gewächs heißt Pfeifenkraut. Das gibt es die Spree rauf und runter wie Unkraut ;-)

  2. Vielen Dank für den ausgezeichneten Beitrag und Video.
    Auch in unserer Nachbarschaft und Gärten ist der japanischen Knöterich aufgetaucht.
    Ich werde mich auf alle Fälle damit befasssen und weiter informieren.
    Happy New Year,
    Gisela

  3. Sehr interessant, Claudia! Freunde von mir haben den Knöterich im Garten – muss ihnen unbedingt den Link zu diesem Beitrag schicken.
    Wir selber sind von diesem Übel (noch?) verschont.
    Liebe Grüße & weiterhin einen so grünen Daumen im neuen Jahr, Margit

  4. Ich hab das Zeug auch im Garten, zum Glück hält es sich halbwegs in Grenzen. Das mag allerdings auch an dem sehr verdichteten Schotterboden rundherum liegen.

    Aber die Idee ist wirklich eine Überlegung wert. :-) Danke für den Hinweis.

    Frohes neues Jahr!
    Grüße Anja

  5. Pingback: Staudenknöterich & Springkraut: Unkraut oder Nützling? » Pflanzenblog

  6. Mein Garten ist zum Glück auch noch verschont. Aber es kommen in Zukunft wohl immer mehr Pflanzen von auswärts die uns zu schaffen machen werden :-(

  7. Wusste ich ja noch gar nicht, dass man den essen kann. Wer weiß, vielleicht schmeckt das ja sogar :-)

  8. Meine Güte, das liest sich ja wie ein Horrofilm. Ich wusste gar nicht, dass der Knöterich so viel Ärger im Garten machen kann. Wieder was dazu gelernt.

  9. Pingback: ggrow! » Bionische Kontrolle des Japanischen Knöterichs

  10. Pingback: Gartenblog Buchgarten » Japanischer Knöterich

  11. Herzlichen Dank für den sehr informativen Beitrag über die kulinarische Verwendung des Japanischen Knöterichs.

    Es ist gut zu wissen, dass bestimmte unerwünschte Neophyten auch eine positive Seite haben; ich denke dabei beispielsweise an die Kartoffelrose mit ihren dicken Hagebutten und das Indische Springkraut, dessen Blüten und nussig schmeckenden Samen ebenfalls essbar sind.

    Freundliche Grüße

    Waltraud Katharina Schwefer

  12. Interessant, das man ihn wie auch andere Knöterichgewächse ( Rhabarber, Buchweizen) essen kann.
    Ich bekämpfe seit ca. einem Jahr den Riesenknöterich ausschließlich mechanisch
    auf einer Fläche von ca. 200 Quadratmetern. Dazu mähe ich, während der Wachstumszeit, 14-tägig alles bis auf den Boden mit dem Freischneider. Den Gedanken, durch Verzehr, die Pflanzen ernsthaft an ihrer Ausbreitung zu behindern halte ich für zu optimistisch. Soviel kann niemand essen.

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