Kaum haben sich die neuen Bäumchen ein wenig belaubt und Blüten angesetzt, werden sie auch schon angegriffen. Dass die im Herbst gepflanzte Quitte aussah, als litte sie an Wassermangel, war mir vor ein paar Tagen aufgefallen. Das war allerdings nicht der Grund, sondern eine kleine grüne Raupe, die sich in gefalteten Blättern und Blüten versteckte: der kleine Frostspanner (Operophthera brumata).
Wir haben sie abgesammelt, es waren „nur“ etwa fünf Raupen auf dem kleinen Bäumchen, nicht länger als ein knapper Zentimeter. Da sie zuerst gar nicht sichtbar waren, hatte ich an eine Pilzkrankheit gedacht und nach Infos über das Schadbild gesucht. Dabei bin ich auf das großartige Dokument „Bestimmung von Schaderregern an Kern-, Stein- und Beerenobst“ (.pdf) gestoßen, das Beste, was mir bisher zum Thema Krankheiten und Schädlinge begegnet ist!
Der kleine Frostspanner ist ein unscheinbarer Schmetterling, dessen Weibchen nicht mal fliegen können. Sie schlüpfen im Herbst und krabbeln an den Bäumen hoch, wo sie dann Eier in Rindenvertiefungen ablegen. Genau das kann man mit Leimringen verhindern, was wir in diesem Herbst ganz sicher auch machen werden!
Klebeband gegen Ameisen
Auch die Ameisen sind schon sehr aktiv und krabbeln auf den Bäumchen herum. Sie selber sind nicht schädlich, doch legen sie gerne ihre ganz persönliche Massentierhaltung aus Blattläusen an, die sie an geeignete Stellen hochtragen, beschützen und melken. Letztes Jahr hatten wir Erfolg mit Klebeband, das wir umgekehrt, mit der Klebeseite nach außen, um die Stämmchen wickelten. Binnen weniger Tage war der Spuk vorbei, die Blattläuse waren verschwunden. Die Quitte haben wir jetzt schon mal so geschützt, die anderen Bäuchen kommen auch noch dran.


Im letzten Jahr hatten wir – wie schon des öfteren – wieder das Problem, dass unsere Tomaten und andere vorgezogene Pflänzchen beim Transport in den Garten schon ziemlich groß waren. Kein Spass, sie alle mit Fahrrädern hin zu bringen, aber auch die „Zwischenlagerung“ im Gewächshaus und das Auspflanzen waren nicht ganz so optimal. Beim Anwachsen gilt nicht etwa „je größer je besser“, wie wir als Gartenneulinge lange dachten!

