Zwei Tage nach der ersten (und bisher einzigen) Düngung bekam eine der in großen Kübeln wachsenden Zucchini gelbe Blätter und machte Anstalten, zu vertrocknen. Ich hatte das „Düngen mit Brennesseljauche“ im Web recherchiert und im Verhältnis 1:10 gedüngt – vielleicht war das ja zu viel?
Wahrscheinlicher erscheint mir, dass wir in einer wichtigen Wachstumsphase mal zu wenig gegossen haben – immerhin lobt alle Welt Brennesseljauche und ihre positiven Wirkungen in den Himmel! (Es gibt sogar Menschen, die Brennesseljauche KAUFEN wollen, wie ich in den Serverstatistiken lesen konnte, die mir anzeigen, mit welchen Suchbegriffen die Leute hier landen).
Aus meinen Toskana-Zeiten hatte ich Zucchinis als sehr unkomplizierte Pflanzen in Erinnerung, die keiner besonderen Pflege bedürfen und wachsen wie der Teufel. Stimmt in unseren Breiten offenbar nicht: auch diejenigen Pflanzen, deren Blattwerk keinerlei Schäden aufweist, haben Probleme, GANZE Früchte zu tragen. Oft ist nur die Hälfte normal entwickelt, der Rest sieht aus wie ein verschrumpelter Wurmfortsatz und neigt zum Verfaulen. Vielleicht liegt es ja an den Kübeln, doch hatte auch der Vorbesitzer des Gartens Zucchinis in diesen Kübeln. Wir gießen jetzt jedenfalls eher mehr als wenig, denn dass das flüssigkeitsbedürftige Gewächse sind, sieht man ihnen an.

Auf der Gartentipp-Seite der Landwirtschaftskammer fand ich zu „faulenden Zucchini“ folgenden Absatz:
„Das Abstoßen von Blüten bei Zucchini ist zurückzuführen auf verschiedene Wachstumsstörungen. Anfänglich sehr stark gewachsene Pflanzen setzen zunächst sehr viele Früchte an und sobald dann das Wachstum nachlässt, werden die jungen Früchte abgestoßen. Ein wenig sonniger und schlecht belüfteter Standort ist für Zucchini wie für alle Gemüsearten von Nachteil. Ist der Boden durch mangelnde Bodenlockerung nicht durchlässig genug, kann sich Staunässe oder Luftmangel nachteilig auswirken. Ist er nicht hinreichend mit Humus, wie abgelagerter Stallmist oder reifem Kompost, angereichert, können darüber hinaus zeitweilige Nährstoffmangel-Situationen auftreten.“
All das kann es bei uns nicht sein: die Zucchini stehen sehr sonnig in frischer Luft, und wurden in eine Mischung aus Kompost und Alt-Erde gepflanzt.
Eigentlich sind die Voraussetzungen bestens: Meist sitzen wir auf Liegestühlen an der immer gleichen Stelle, verbreiten keine Hektik und haben viel Zeit, auf „unsere“ Viecher zu warten.
Erst als ich dann anfing, meine Recherchen im Netz zu nutzen, um andere an meinen Problemlösungsversuchen teilhaben zu lassen, fand ich die Beiträge veröffentlichbar. 

Unser

Im wilden Garten gibts eine Reihe Pflanzkübel, die wir vom Vorbesitzer übernommen und „nach Lust und Laune“ bepflanzt haben. Manches steht da deutlich zu eng, doch nicht überall greifen wir ein: es geht uns ja nicht um den Ertrag, wir wollen hauptsächlich sehen, wie das alles so wächst und mit sich selbst zurecht kommt.