29. April 2018
von ClaudiaBerlin
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Bye bye Apfelbaum – und nie wieder ein Familienbaum!

Im Herbst 2011 hatten wir ihn gepflanzt: einen sogenannten „Familienbaum“ aus drei verschiedenen Apfelsorten. Als Neulinge fanden wir es spannend, dass so etwas möglich ist – man konnte sich die Sorten sogar selbst zusammen stellen. Also bestellten wir (nicht bei Horstmann, sondern bei Schwerdtfeger, die speziell alte Sorten anbieten) einen Familienbaum mit den drei Sorten „Suislepper“, „Sommerstreifling“ und „Müllers Früher“. Der wurde dann extra für uns so zusammen gepropft und kam im Herbst auch an.

Schon beim ersten Anblick war ich etwas skeptisch, da einer der drei Triebe gegenüber den anderen deutlich weniger entwickelt war. Das änderte sich auch nicht in den Folgejahren, in denen das Bäumchen nur mäßige Fortschritte machte. Letztes Jahr gab es mal EINEN Apfel – und im Vorjahr, wenn ich recht erinnere, auch einen.

Gestern haben wir ihn nun entfernt. Jedes Jahr sah man nämlich deutlicher, dass er vom Start weg schwer beschädigt war: die Veredelungsstellen entwickelten sich zu riesigen „Wunden“, anders kann ich das nicht nennen:

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23. April 2018
von ClaudiaBerlin
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Investor fordert Tabubruch: Wohnungen bauen, Kleingärten abschaffen

Kleingärten

Wie der Berliner Tagesspiegel berichtet, fordert der Immobilienentwickler Arne Piepgras in einen offenen Brief an die Bausenatorin Lompscher, dass die innerstädtischen Kleingartenanlagen

„…geschleift und mit günstigen Wohnungen bebaut werden. Piepgras hat ausgerechnet, dass auf den 3000 Hektar Gartenparzellen etwa 400.000 Wohnungen gebaut werden könnten, seine Kalkulation ist in dem Brief nachzulesen, der am Sonnabend als Anzeige im Tagesspiegel erschien.“

So, so, auf einmal soll es also möglich sein, „günstige“ Wohnungen zu bauen – wer’s glaubt wird selig! Der Investor nutzt die exorbitant gestiegenen Mieten in Berlin für einen Frontalangriff auf das Kleingartenwesen, wie es ihn so noch nie gegeben hat. Kleingärten sollen an den Stadtrand umgesiedelt werden, dann könnten auf den 3000 Hektar Gartenparzellen etwa 400.000 Wohnungen gebaut werden. Das sei GERECHTER als der Erhalt der Kleingärten – ertaunlich, wie ein Investor auf einmal die „Gerechtigkeit“ für sich entdeckt. Viel Ahnung vom Sinn der Kleingärten hat er jedenfalls nicht, die mit ihrem vielfältigen Grün zur Stadtökologie wesentlich beitragen, gärtnerisches Wissen weiter tragen und für die Artenvielfalt in Zeiten des Artensterbens Rückzugsorte bieten. Weiterlesen →

10. April 2018
von ClaudiaBerlin
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Anzucht 2018: Notizen zu Mangold, Zucchini, Tomaten und Palmkohl

Dass man beim Bewundern der Fotos verschiedener Keimlinge und Jungpflanzen niemals sieht, WO diese Pflanze ins Freiland gesetzt werden wird, irritiert mich jedes Jahr wieder.
Während meine am 15.März gesäten Tomaten noch ziemlich winzig sind, klotzen andere schon mit 30 cm hohen Pflanzen, die sie gerade „abhärten“, indem sie tagsüber ins Freie kommen. Dass hier im Norden ein ganz anderes Klima herrscht als im durchweg viel früher warmen Süden, muss ich mir dann immer wieder selbst erzählen, um mich nicht total „hinten dran“ zu fühlen. :-)

Heute: Mangold und Zucchini (Bad)

Aussatarbeiten

Zur Vorbereitung der Aussat in kleine Töpfe weiche ich heute zwei Sorten Zucchinisamen in lauwarmem Kamillentee ein: 12 bis 24 Stunden, das soll nicht nur die Keimung beschleunigen, sondern auch fungizide Effekte haben. Nun ja, mal sehen… Es sind grüne und gestreifte Zucchini, nur Grüne wären mir ein bisschen zu langweilig gewesen. Weiterlesen →

7. April 2018
von ClaudiaBerlin
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Kleingärtnerische Nutzung (BKleinG): Drittel-Regelung, 10 Prozent „unter Spaten“

Die genaue Definition der „kleingärtnerischen Nutzung“, um die herum sich viele Streitigkeiten in Kleingartenanlagen entwickeln, steht nicht im Bundeskleingartengesetz (BKleinG). Dieses für die Begründung und den Schutz des Kleingartenwesens unverzichtbare Gesetz beschreibt lediglich allgemein, was ein Kleingarten im Sinne des Gesetzes ist:

§1 BKleinG: Ein Kleingarten ist ein Garten, der

  1. dem Nutzer (Kleingärtner) zur nichterwerbsmäßigen gärtnerischen Nutzung, insbesondere zur Gewinnung von Gartenbauerzeugnissen für den Eigenbedarf, und zur Erholung dient (kleingärtnerische Nutzung) und
  2. in einer Anlage liegt, in der mehrere Einzelgärten mit gemeinschaftlichen Einrichtungen, zum Beispiel Wegen, Spielflächen und Vereinshäusern, zusammengefaßt sind (Kleingartenanlage)

Alles, was diese sehr allgemeine Beschreibung konkretisiert, wurde im Lauf der Jahre durch Gerichte und Kleingartenverbände festgelegt. Besonders wegweisend und bis heute gültig in Sachen „kleingärtnerische Nutzung“ ist das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH III ZR 281/03) vom 17. Juni 2004. Dieses Urteil war ein großer Fortschritt im Sinne einer zeitgemäßen Bewirtschaftung der Kleingärten, da es die Anforderungen an den Obst- und Gemüseanbau deutlich begrenzt. Es begründet die berühmte „Drittel-Regelung“, die heute für alle Kleingärten gilt. Ich zitiere die Konkretisierung, die das Urteil für den § 1 Abs. 1 Nr. 1 BKleingG festlegt: Weiterlesen →

6. April 2018
von ClaudiaBerlin
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4,6 Kilo Topinambur geerntet

Hier und da lese ich, man könne Topinambur das ganze Jahr über ernten, mit Ausnahme der heißesten Monate. Nun ja, ich kann mir nicht vorstellen, dass die Knollen noch schmecken, wenn die Pflanzen aus ihnen heraus gewachsen sind. Grade haben wir den großen Rest geerntet, nämlich 4,6 Kilo teils recht große Topinambur:

Topinambur

Man sieht bereits Triebspitzen, aber die stören mich noch nicht. Grade verarbeite ich sie zu Suppe, da sie nicht lange halten und im ganzen gekocht einfach nur „ausgepresst“ werden müssen: anschneiden, etwas zusammendrücken und die weiche Masse kommt heraus, bzw. die dicke, unregelmäßige Schale lässt sich im Ganzen sehr gut entfernen. Für die Suppe mische ich die Knollenmasse mit gekochten Kartoffeln (aktuell 2 Drittel Topinambur zu 1/3 Kartoffeln) und friere die fertige Suppe dann porionsweise ein.

Topinambur im Garten sind ein Segen, denn sie machen kaum Arbeit und kommen gut alleine zurecht. Dass man sie nie wieder los wird, ist ein Gerücht: Sie wandern von selbst im Lauf der Jahre gerne weiter, da sie auf derselben Stelle immer mehr mickern. Das haben wir zugelassen (natürlich nicht in Richtung Nachbarn, da haben wir eine Wurzelsperre) und den alten Bereich gehackt, alle Knollen und sichtbaren Reste entfernt und Gründüngung angesäht. Vereinzelte Topinambur, die trotzdem noch kommen, einfach ausjähten! So sind sie im 3. Jahr vom alten Beet dann doch verschwunden.

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Siehe auch:

  1. Topinambur – als Sichtschutz – Pflege und Ernte – in der Küche
  2. Tipps zu Topinambur