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Gartenblog-News
neue Artikel deutschsprachiger Gartenblogs

20. Oktober 2009

Naturnah gärtnern – was meinen wir damit?

Es ist an der Zeit, mal etwas konkreter zu berichten, was uns naturnah gärtnern eigentlich bedeutet. Wie bei allen Konzepten gibt es auch da – natürlich! – unterschiedliche Meinungen und sich entwickelnde Traditionen. Jeder Gartenfreund muss hier seinen eigenen “Weg der Mitte” finden. Und das kann dauern, denn Gärtnern ist ja kein “Ruck-zuck-alles-anders”-Unternehmen. Zumindest dann nicht, wenns um “naturnah” geht!

Im folgenden mal ein paar Punkte, die wir auf unseren Gartenparzellen berücksichtigen, bzw. anstreben

  • Auf Chemie wird verzichtet: keine chemischen Pflanzenschutzmittel kommen zur Anwendung, allenfalls verwenden wir Aufgüsse und Jauchen aus Wildpflanzen (z.B. Brennesseljauche).
  • Kompostierung ist ein Muss: alle Pflanzenabfälle, Blätter, Grasschnitt, angefaultes oder verwurmtes Obst etc. kommen auf den Haufen, dazu auch unser Kaffeesatz und gelegentlich Altpapier. So gewinnen wir neue Erde, die den am insgesamt zu sandigen Boden auf Dauer verbessern wird. Kompost dient auch als natürlicher Dünger – wir können gar nicht genug davon haben!
  • Nie soll die Erde kahl und nackt offen liegen bleiben, denn das laugt sie nur aus. Wo nichts wachsen soll, weil Nutzpflanzen gefördert werden sollen, wird gemulcht (Rasenschnitt, Wildkräuterheu etc.). Pflanzenreste liefern wichtige Nährstoffe für das Bodenleben. Zudem finden wir: Ein Teppich heimischer Wildkräuter ist nicht hässlich, sondern eine Freude für die Kleinlebewesen – und wenn irgendwas so sehr dominiert, dass es doch unser Auge beleidigt, dann wird eben punktuell gejätet bzw. ausgelichtet (der Kompost muss ja irgendwoher kommen!).
  • Totholzhaufen und alte Baumstammteile, ebenso Steinbeete auf Steinhaufen bieten heimischen Insekten und Kleintieren Unterschlupf und für Menschen eine interessante Optik.
  • Wir bevorzugen heimische Pflanzen, vornehmlich solche, die auch Bienen und Wild-Insekten etwas bieten: als “heimisch” sehen wir ganz unideologisch jene Pflanzen an, die hierzulande selbständig überleben können.
  • Wir mögen Wiese statt Rasen: Matts Parzelle hat viel Wiese, bestanden von alten Obstbäumen. In der oberen Hälfte haben wir einen Teil zum “Steppenbeet” erklärt, nämlich da, wo Jahrzehnte lang ein Gebäude stand und der Boden extrem mager ist. Hier können ohne Bodenaustausch sowieso nur Wildpflanzen und Magerkräuter wachsen, deren Vielfalt wir nach und nach durch das Einbringen und “verteidigen” weiterer Arten erhöhen. Die restliche Wiese mähen wir mit der Sense zweimal im Jahr, was genau das ist, was für solche Wiesen empfohlen wird. Derzeit gönnen wir den alten Bäumen aufgelockerte und von Gräsern befreite Baumscheiben, die wir mit Frühblühern bepflanzen und dann mit Blättern bedecken.
  • Abwechslung auf den Nutzbeeten: Immer die gleichen Arten an derselben Stelle entziehen dem Boden immer die gleichen Nährstoffe und führen so genannten “Bodenmüdigkeit”. Eine sinnvolle Fruchtfolge hält den Boden fruchtbar, drängt Krankheitserreger und Schädlinge zurück und vermindert die Anreicherung von Schadstoffen im Boden.
  • Verdorrtes bleibt lange stehen: Vögel holen sich gerne die Samen aus den vertrockneten Samenständen vieler Wild- und Kulturpflanzen, Spinnen kleben ihre Nester an vertrocknete Stauden. Und vieles sieht auch gar nicht schlecht aus: schließlich gehört Tod und Sterben zum Leben – warum soll man das nicht auch im Garten sehen können?

Bei alledem stehen wir erst ganz am Anfang. Zwar ist die vordere Parzelle keine weitgehend kahle Sandwüste mehr (wie bei der Übernahme) sondern flächendeckend bewachsen, doch mit der Umgestaltung der Beete fangen wir gerade erst an. Die Betonschwellen kommen nach und nach weg und wir müssen uns andere Beetbegrenzungen einfallen lassen. Einige Betonteile konnten wir sinnvoll wiederverwenden, doch sind es insgesamt einfach zu viele.

vorderer Garten

Die Thuja-Hecke haben wir ausgelichtet und in die Lücken verschiedenste Büsche gesetzt, die nun ihre Zeit zum Wachsen brauchen. Den schnurgeraden Betonweg (=100%ige versiegelt) haben wir aufgebrochen und Fugengrün gesäht, das nun als Gras hier und da aus dem Beton wächst – DAS finden wir schon mal viel hübscher als Beton pur! Den brachial wirkenden Rosenbogen haben wir zum Torbogen umfunktioniert, doch bis der dort gepflanzte Efeu das beranken wird, dauert es noch seine Zeit.

Kurzum: mit der “Verbesserung des Gesamteindrucks des Gartens” sind wir (sogar als bekenennde faule Gärtner) mit Lust und Freude übers ganze Jahr befasst! Doch es dauert eben seine Zeit und ein reiner Ziergarten soll es nicht werden, sondern eine harmonische Balance von Ökologie, Nutzen und Schönheit.

Thema: Alles, Gartengestaltung, Philosophisches, nachhaltig gärtnern | Tags: none | 7 Kommentare » |

28. Juli 2009

Warum junge Menschen nicht gärtnern

Ok, ein paar Gegenbeispiele mag es geben, doch im Großen und Ganzen ist die Freude am Gärtnern etwas für die Älteren. Das sieht man auch am hohen Altersdurchschnitt der Mitglieder von Kleingarten-Vereinen: sind Jüngere darunter, nutzen sie ihren Garten oft mehr als Freizeitgrundstück oder fallen durch sehr spezielle Garten-Ideologien auf, für die man noch ein wenig “kämpfen” muss (wobei “jünger” dann auch nicht unbedingt die Teeny- oder Twentysomething-Zeit meint).

Warum ist das so? Ein afrikanisches Sprichwort sagt:

“Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man daran zieht”

– und damit können junge Menschen schlecht umgehen. Sie sind selber noch in jeder Hinsicht am “wachsen und werden” und wollen mittels aktivem Handeln schnelle Erfolge sehen, sich einen Platz in der Gesellschaft erobern und JEMAND sein – kurzum: raus aus der kindlichen Machtlosigkeit ‘rein in Positionen mit eigener Macht und der Möglichkeit, Einfluss zu nehmen.

im Gegenlicht

Wie frustrierend ist es da doch, Petersiliensamen anzusähen und schier endlos darauf warten zu müssen, bis sich mal was tut! Oder gar Jahre ins Land gehen zu sehen, bis ein neu gepflanzter Baum eine ansprechende Gestalt gewinnt. Ich könnte viele Beispiele anführen, die einfach nicht Jugend-kompatibel sind, denn gärtnerisches Erleben konfrontiert mit der Zeit, mit der Ohnmacht, die Dinge zu beschleunigen und mit der Endlichkeit des eigenen Lebens: Wer will schon mehrere Jahre geduldig einer langsamen Entwicklung zusehen, die so ein Garten nun mal braucht, um ein wirklich schöner Garten zu werden? Jugend will ALLES und das möglichst SOFORT!

Brachiales Gärtnern

Weil unsere Gesellschaft nun aber lange schon insgesamt dem Jugendwahn verfallen ist, hat sich auch eine Form des Gärtnerns entwickelt, die den Bedürfnissen jüngerer Menschen entgegen kommt. Ich nenne es mal das konsumierende Hau-Ruck-Gärtnern entlang an jährlich wechselnden Moden: Saison-Pflanzen rein und später wieder raus, massiver Maschineneinsatz, brachiale Umbauten (öfter mal was Neues!), wechselnde Möbel, Gartenbeleuchtungen, Wasserspiele und Grill-Gerät. Man wartet nicht, bis sich irgend etwas entwickelt, sondern kauft es bereits fertig und bringt es ein (Rollrasen z.B.). Und ebenso schnell werden die Dinge auch wieder entsorgt, weil unmodern geworden. (Die “asiatische Ecke” sei seit einiger Zeit der letzte Schrei, hörte ich kürzlich). Geht man durch manche Gartenkolonie, kann man recht gut sehen, welche Pflanzen und gestalterischen Element in den letzten Jahren in den Bau- und Gartenmärkten “dran” waren. Wir haben auch solch modische Relikte übernommen, wie etwa die Regentonne im grauen Felsgestein-Design mit passender Gießkanne! :-)

Ich beschreibe das nicht, um mich groß drüber aufzuregen. Das Konsum-Gärtnern ist zwar kein “nachhaltiges” Gärtnern, aber wer damit glücklich ist, soll es sein und muss es selbst verantworten. Eher bemerke ich selbst die Konfrontation mit Zeit und Vergänglichkeit, die so ein Garten bedeutet, wenn man es nicht so macht – und verstehe jetzt ganz gut, warum es eher die Älteren sind, die sich “gelassenes Gärtnern” zumuten: es ist ein Einüben in die Grundtatsachen des Lebens, zu dem auch unser eigenes Verschwinden gehört.

Thema: Alles, Philosophisches | Tags: none | 14 Kommentare » |

24. Mai 2009

Nachbarschaften: Fang keinen Streit an!

Wie ich auf diese Geschichte, die das Wesen von Nachbarschaftsstreitigkeiten auf den Punkt bringt, gekommen bin, steht im Digital Diary. Es ist ein altes Märchen der Fang, eines Stammes in Westafrika, passt aber ebenso gut in die Welt heutiger Kleingärtner und Hausbesitzer:

Fang keinen Streit an

Es war einmal ein Mann, der gab seine Wohnstätte auf und wanderte weit fort, ungefähr drei Dörfer weiter. Dort traf er einen anderen Mann, der seinen Wohnsitz ebenfalls dorthin verlegt hatte. Da fragte er ihn: “Wer bist du?” Der andere antwortete: “Ich bin ein Totengeist, und du?” – “Ich bin ein Mensch.”

Nun beschlossen beide, gemeinsam ein Dorf zu gründen. Der Geist sprach: “Eine Sache aber möchte ich mir ausbedingen, Freund: Keiner soll einen Streit anfangen. Ich habe eine Frau, du hast eine Frau, überhaupt – jedem das Seine.” Dem Menschen war das recht. weiter…

Thema: Alles, Kleingarten-Politik, Philosophisches | Tags: none | 6 Kommentare » |

2. April 2009

Faules Gärtnern ist nachhaltiges Gärtnern

“Eigentlich könnten alle Pflanzen ‘ne Ladung Kompost vertragen”, sagte Matt, nachdem er zuerst nur die Rosen beglücken wollte – und fügte dann hinzu: “haben wir aber nicht!”

kaiserkronen.jpgNein, haben wir nicht, weil wir nämlich erst im September den ersten Komposthaufen aufschütten konnten, mit nicht allzu viel Material. Unser Vorgänger sammelte nur Rasenschnitt, den großen Rest hat er immer in den Müll entsorgt. Er wusste es nicht besser, sondern war ein sehr REINLICHER Gärtner, der den Garten weitgehend in eine offene Sandwüste verwandelt hat: da hatte kein Hälmchen eine Chance, es gab Nutzpflanzen, ein paar Blumen – und rund herum harkte er wie ein Irrer alles nieder, wenn sich irgendwas zeigte. weiter…

Thema: Alles, Philosophisches, nachhaltig gärtnern | Tags: none | 8 Kommentare » |

19. Juni 2008

KGAs: Vorschriften, Satzungen und Gesetze in der Kleingartenanlage

Gestern haben wir ein bisschen in die Welt der Kleingartenanlagen (KGA) hinein geschnuppert. Als ehemals “wilde Gärtner” ist uns die Vorstellung, Hecke an Hecke mit lauter Nachbarn zu gärtnern, erstmal gewöhnungsbedürftig. Unser einziger Nachbar hatte sich für das, was wir im Garten so alles veranstalteten, nicht die Bohne interessiert – genau wie umgekehrt. Eine dichte Hecke verhinderte zudem jeden Einblick – in beide Richtungen.

Wehe, deine Hecke ist zu hoch!

Und nun all diese Vorschriften der “KGAs”! Hecken sollen zum Beispiel nur 120 cm hoch, zwischen den Gärten selbst oft noch niedriger sein – ja warum denn das? Damit man gut überall hinein sehen kann und niemand da Dinge tut, die mit der herrschenden Ordnung nicht zusammen gehen? Was ist denn das für eine Einstellung! Wenn ich mal eben “Höhe der Hecke, Kleingartenanlage” google, finde ich unzählige Satzungen, die das Thema “Hecke” bis ins Detail regeln – hier mal eine besonders heftige Vorschrift (entnommen der Satzung des Kleingärtnervereins “am Geberach”: “Das Anpflanzen von Hecken zwischen den einzelnen Parzellen ist weitestgehend zu vermeiden. Wird dennoch eine Hecke angepflanzt, so sind ein Mindestabstand von 1,0 Meter von der Gartengrenze und eine maximale Höhe von 1,5 Meter einzuhalten.”

Warum soll eine Hecke, die doch der Abgrenzung dient, dann noch einen Meter Platz zum Nachbarn lassen? Das ist doch angesichts der eher kleinen Flächen geradezu absurd!

Gemüse pflanzen ist Zwang

Weiter geht’s mit der Regelung der Bepflanzung. Ein Drittel der Fläche soll dem Anbau von Nutzpflanzen dienen. Mir leuchtet ja ein, dass das zu Zeiten der Lebensmittelknappheit noch eine halbwegs sinnvolle Regel war. Aber heute?? Niemand ist drauf angewiesen, seinen eigenen Salat anzubauen, warum also zwingen irgendwelche Gesetze und Satzungen dazu? Ist ein Gärtner, der Blumen und Zierpflanzen vorzieht, irgendwie schlechter? Wen stört es, wenn es jemand bei ein oder zwei Beeten belässt und ansonsten da nur eine Wiese pflegt? Was für fremde Welten! Ich würde aus eigenem Interesse Gemüse pflanzen, klar – aber warum Leute dazu zwingen, die das gar nicht wollen?

Sinnvolle Regeln zum Umweltschutz

Meine kurzer Beforschung des Themas hat natürlich auch eine Menge sinnvoller Regeln ergeben: Dass man z.B. die Nachbarn nicht durch Radio- und TV-Lärm belästigen darf, ist nur allzu verständlich. Auch der Betrieb von lauten Geräten ist auf bestimmte Zeiten beschränkt, da gibt’s nix zu meckern. Auch gefallen mir die oft zu lesenden Regeln zum naturnahen Gärtnern: keine chemischen Pflanzenschutzmittel, Unterstützung der Kleintiere, Vögel und Insekten, Kompostierung und vieles mehr – aber warum gibt es lange Listen von “verbotenen Gehölzen”?

Und warum so dermaßen einschränkende Vorschriften bezüglich der Anpflanzungen, insbesondere bezüglich Obst- und anderer Bäume? Würde nicht die allgemeine Regel genügen, dass der Nachbar verlangen kann, nicht durch eine Pflanzung im Nachbargarten BESCHATTET zu werden? Damit hätte man doch das sinnvolle Anliegen hinter diesen Vorschriften mit einer einzigen Regel erfasst und könnte sich das ganze Verbots- und Abstandslistenwesen sparen!

witzige Gartenbewohner

Beim Schlendern durch eine solche “verregelte” KGA haben wir übrigens bemerkt, dass es mit der Einhaltung der Regeln nicht immer so funktioniert. Da waren recht viele Hecken ÜBER 120 hoch und erfüllten damit die Funktion, die man mit ihnen bezweckt: den Sichtschutz, der ein Gefühl der Privatheit in der Enge der Anlage erst ermöglicht.

Verordnete Kleinheit

Ach, noch ein letzter Punkt: Warum “sollen” Kleingärten nach Bundeskleingärtnergesetz nicht größer als 400 Quadratmeter sein? Oder gar nur 250 m² +/- 20%??? (Was gilt denn nun?) Warum kann eine Gemeinde vor ihren Toren keine “neue GA” einrichten, deren Gärten 600 oder 1000 Quadratmeter haben? Was spricht dagegen, wenn das Land dafür da ist?

Abgesehen von meinen Fragen: Wie sind den EURE Erfahrungen mit KGAs?? Eher angenehm, unproblematisch – oder nervig?

Thema: Alles, Kleingarten-Politik, Philosophisches, Skurriles | Tags: none | 13 Kommentare » |

2. April 2008

Die gerettete Kaiserkrone

…blüht jetzt in meinem Hinterhof, als wär’ nichts gewesen, als wär’ sie immer schon dort gestanden:

Kaiserkronen im Hinterhof

Kaiserkrone

Das Stück Erde hinter der Überdachung für die Mülleimer, durch eine Mauer vom nächsten Hof abgetrennt, ist FÜR MICH natürlich kein Ersatz für den wilden Garten – für die Kaiserkrone aber schon! (Da sieht man wieder, wie Egozentrik Leiden schafft!).

Hinterhof

Wenn ich dann näher trete, die Erde rieche und mich in den Anblick der einzelnen Pflanzen vertiefe, vergesse ich glücklicherweise, was nicht mehr ist, und freu’ mich über alte Bekannte. Wie zum Beispiel das Schöllkraut, das sympathischste “Unkraut” der Welt:

Schöllkraut

Es lässt einen zu keiner Jahreszeit im Stich, wächst an jeder Ecke, gern auch flächendeckend, wenn Platz ist. Nette gelbe Blüten finden sich bis in den Dezember, und die Blattrosette sieht wunderschön aus, insbesondere, wenn sie aus Baumstümpfen oder Steinmauern heraus wächst.

Will man das Schöllkraut loswerden, lässt es sich ganz leicht mit Stumpf und Stiel heraus ziehen. Dass die Hände durch den Pflanzensaft gelb werden, nehme ich ihm nicht übel: es soll gegen Warzen helfen und tut mir nichts böses. (Was aber nicht für alle gilt: Zur Heil- und Giftwirkung stehen interessante Infos auf Heilkraeuter.de.)

Die Lehre des wilden Gartens

Vor meiner Zeit im wilden Garten hätte ich sowas wie Schöllkraut gar nicht bemerkt. Jetzt ist es, als würde es mit mir sprechen: Hey, mich gibt’s hier auch!! Es gibt uns überall, wo ihr uns Platz lasst…

Die Kaiserkrone, das Schöllkraut, alles, was da wächst: Es sind auf einmal nicht mehr bloß Pflanzen, die aus Umweltgesichtspunkten zu schützen sind, auch nicht “idyllisches Grün” mit hohem Erholungsfaktor – es sind lebendige Wesen, mit denen man in Beziehung treten, die man lieben kann.

Thema: Alles, Alles was wächst, Philosophisches | Tags: none | 0 Kommentare » |

5. Juli 2007

Sie sind unter uns!

Fremde Lebensformen im wilden Garten

KäferWenn ich mir ansehe, was für seltsame Wesen mit uns den wilden Garten bewohnen, kommen mir die der menschlichen Fantasie vom “ganz Anderen” entsprungenen Vorstellungen vom ALIEN vergleichsweise vertraut vor. ET ist jedenfalls deutlich weniger “anders” als dieser Genosse hier links im Bild. Immerhin hält er gemütlich still, während ich ihn (honorarfrei!) als Model nutze, und er wird mir auch keine Abmahnung in Sachen “Recht am eigenen Bild” schicken, weil ich ihn hier ausstelle. Ob er es genießt, auf einer weißen Cosmea zu sitzen? (Ich war entzückt, als ich sie erblickte, denn ich kannte bisher nur die weinrote Art!)

Cosmea mit Käfer

Immer wenn ich Käfer, Ameisen, Schmetterlinge, Raupen und anderes Kleingetier länger betrachte, versuche ich mir vorzustellen, wie ihre Welt wohl aussieht und sich anfühlt. Ich sinne über die gewaltige Kluft nach, die uns als Lebewesen derselben Erde so unendlich weit voneinander trennt, dass eines das andere nicht einmal wahrnimmt – obwohl wir einander physisch doch so nahe sind!

Und als Kind hab’ ich den Gedanken weiter gesponnen und mir ausgemalt, es könne ja auch sein, dass irgendwoher ANDERE so auf uns schauen, wie ich jetzt auf diesen Käfer… (Später bin ich dann vernünftig geworden und jetzt spießere ich im wilden Garten ‘rum). weiter…

Thema: Alles, Philosophisches, Skurriles | Tags: none | 6 Kommentare » |

16. Juni 2007

Der Tod im Garten

Die Hornisse hat es vermutlich erwischt: seit Wochen ist sie verschwunden, nachdem sie erst regelmäßig nachmittags angeflogen kam, um am Totholz Baumaterial für ihr Nest zu holen. Wäre sie mit dem Bau erfolgreich gewesen, wären schon bald mehrere Hornissen unterwegs gewesen: sie bauen normalerweise gemeinsam weiter, wenn die ersten ausgeschlüpft sind. Nun aber sehe ich keine mehr – einerseits bin ich erleichtert, weil ich sie nach wie vor ein wenig phobisch fürchte, andrerseits vermisse ich sie! Es tut mir leid, dass sie es nicht gepackt hat, irgendwie ist der wilde Garten ohne das (für mich!) schrecklichste aller Insekten nicht mehr ganz vollständig.

Leid tut mir auch, dass Herr und Frau Amsel wieder keinen Erfolg mit ihrem Nest hatten: Im Holunderbusch am Eingang zur Remise hatten sie es gebaut, doch leider viel zu tief, grade mal 60 cm über dem Boden. Kein Wunder, dass es ausgeräubert wurde – ein echter Missgriff in der Wahl des Ortes!

Fressen und gefressen werden – Natur ist eben nicht nur “possierlich”. Dazu kommt der Mensch, der seinen Platz verteidigt: ein Hornissennest mitten in der Stadt, wer hat dafür schon genügend ungenutzten Raum?

Thema: Alles, Philosophisches | Tags: none | 1 Kommentar » |

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