Von der langen Suche nach einem neuen E-Rasenmäher

„Ihr mäht doch nicht etwa?“ fragte der Nachbar, einigermaßen verblüfft durch das Motorengeräusch unserer jüngsten Anschaffung. Doch doch, wir mähen! Nicht mehr nur mit dem geschätzten Handrasenmäher oder der Sense, sondern mit einem funkelnagelneuen Elektro-Rasenmäher Viking ME 339.

Elektro-Rasenmäher Viking ME 339

Sieht er nicht gut aus? Optik war es allerdings nicht, die uns zum Kauf inspirierte. Es ist schlicht so, dass ca. 800 Quadratmeter mit Sense und Handrasenmäher kaum zu schaffen sind. Zwar mähen wir im naturnahen Garten nur wenige Male im Jahr, doch macht es das eben noch aufwändiger, dann den hohen Bewuchs zu bewältigen. Wir hatten also auch bisher schon ein paar mal den alten E-Mäher im Einsatz, den wir mit dem Garten übernommen hatten. Und als der kürzlich mit Knall und Rauch den Geist aufgab, musste eben ein neuer her.

Akku-Rasenmäher oder Kabel?

Erstmal stand natürlich die Frage im Raum, ob nicht ein Strippen-unabhängiger Akku-Mäher das Allerbeste wäre: Kein Kabel mehr hinter sich herziehen -wie wunderbar! Dann allerdings las ich in Erfahrungsberichten, dass der Aufwand dann eben ein anderer ist: Man mäht eine Fläche X zwar in kürzerer Zeit, dann aber ist der Akku leer und muss erst wieder geladen werden. Entweder man hat einen Zweit-Akku (sauteuer!), oder die Mäh-Aktion wird eben für Stunden bzw. einen Tag unterbrochen. Hinzu kommt, dass man manche Akkus zum Laden nicht ausbauen kann, andere wiederum soll man vor Hitze und Kälte schützen – alles eher kompliziert, teuer und vor allem UNSPONTAN. Wenn ich mähen will, dann will ich SOFORT mähen, und auch gleich FERTIG mähen!

[Update 10/2016: Mittlerweile sind die Akkus besser geworden. Wer mit einem solchen Modell liebäugelt, kann als Einstieg z.B. die Akkurasenmäher-Vergleichstabelle sichten, die die beliebtesten Mäher übersichtlich vergleicht und auch Produkt-Reviews über die einzelnen Modelle enthält. Erspart langes Lesen der Bewertungen auf Amazon, denn die sind da eingeflossen.]

Vier Stunden Recherche: gängige E-Mäher sind „zu Tode optimiert“

Einfach aus dem Baumarkt einen grade billigen E-Mäher mitnehmen kam nach kurzer Überlegung für uns nicht in Betracht. Es sollte schon was Haltbares sein, das nicht gleich auseinander fällt – und dafür braucht es Recherche. Ich suchte also im Netz nach den derzeitigen Top-Rasenmähern im von uns gewünschten Sektor: 36 bis 38 Schnittbreite, einfaches Handling, geringes Gewicht. Ich studierte Warentests und Nutzer-Erfahrungen zu Hauf und fand das Ergebnis erschreckend: die derzeit beliebtesten und gut bewerteten E-Mäher bekannter Marken haben sämtlich Macken und Defizite, die wir uns nicht antun wollen. Die Nutzerkommentare bei AMAZON berichteten von grusligen Erfahrungen: vom Auseinanderfallen nach wenigen Einsätzen, von Fehlfunktionen beim Rasenfangkorb, von elend langen Reparaturzeiten und abfallenden Rädern, von total umständlichen Schnitthöhenverstellungen (z.B. jedes Rad einzeln!), von eingebauten Sollbruchstellen und Problemen mit dem Einschalt-Knopf oder Bügel – und immer wieder hieß es: das Modell von vor 5, 10 oder 15 Jahren war besser, leiser, haltbarer… ein Elend!

Man nennt das (Achtung, Zynismus!) „Produktoptimierung“. Wir sollen nicht mit einem Rasenmäher zehn Jahre und mehr glücklich sein, sondern lieber öfter einen neuen kaufen! Es geht nicht mehr um Haltbarkeit, sondern um schnellen Durchlauf: Je schneller ein Produkt zu Müll mutiert, desto besser für Umsatz und Wachstum – scheiß auf die Umwelt und so verrückte Werte wie „Nachhaltigkeit“!

Dass auch schon der Zusammenbau eines aktuellen „Top-Geräts“ eine Herausforderung sein kann, zeigt ein Test-Video zum Wolf-Garten Rasenmäher Ambition E 34 auf Youtube, das mir diesen Aspekt des Rasenmäherkaufs erst so richtig zu Bewusstsein brachte. Nein, auch darauf hatte ich keine Lust!

Nur zwei „PREMIUM“-Modelle zur Wahl

Angewidert von soviel Frust-Erfahrungen der Nutzer suchte ich mit Suchbegriffen wie „hochwertig“, „haltbar“, „PREMIUM“ – und fand in einem Premium-Rasenmaeher-Shop genau zwei Modelle, die es offenbar wert waren, unter dieser Überschrift vermarktet zu werden: Den Viking ME 339 und den SABO – 36-EL. Beide von Firmen, die tatsächlich noch einen Ruf als Hersteller guter, haltbarer Produkte verteidigen – na super!

Der SABO hatte auch bei Amazon gute Kundenbewertungen, allerdings übertraf er mit 21 Kilo unsere Gewichtsvorstellungen deutlich. Klar, ein ALU-Chassis ist nunmal schwerer als Hartplastik, und das alleine hätte mich als Fan von Haltbarkeit nicht abgestoßen. Was mich dann doch von SABO abhielt, war ein Kundenbericht zum kleineren Modell (SABO 32 E), in dem berichtet wurde, was blüht, wenn etwas am Mäher kaputt ist:

„Bei meinem freundlichen Versuch der Kontaktaufnahme beim Hersteller wurde ich vom Empfang erst einmal darauf hingewiesen, dass auschließlich mein Händler für mich zuständig ist und SABO mir nicht helfen kann.
Bei der Nachfrage beim Händler hörte man heraus, dass SABO sehr wenig kooperativ ist und eine Lösung auf kurzem Dienstweg nicht möglich ist. Es hätte nur die komplette Achse mit zwei Rädern getauscht werden müssen. SABO besteht aber darauf dass das komplette Gerät wieder demontiert wird, verpackt wird, und eingesendet wird. Der Kunde sitzt dann im Frühjahr ohne Rasenmäher da. Auf eine Beschwerde-Email bei SABO wurde garnicht geantwortet.“

Rasenmäher Viking 339Nein danke, lieber nicht. Kundenfreúndlich geht anders! Blieb also der VIKING, den man erst gar nicht per Versand bekommen kann, denn er wird über den Fachhandel vertrieben. Was bedeutet: Zwar bekomme ich ihn nicht nachhause geliefert, kann ihn aber beim Fachgeschäft auch einfach wieder zur Reparatur geben – so, wie er ist. Über die recht gut gemachte Herstellerseite von VIKING fand ich dann auch den Fachhändler in der Nähe und binnen drei Tagen konnte ich meinen Wunsch-Mäher dort abholen.

Der Zusammenbau war einfach und binnen 10 Minuten erledigt, die Schnitthöhe (max. 7cm) ist schnell zentral einstellbar. Ein dickes gedrucktes Handbuch liegt bei, das in ca. 25 Sprachen alles Nötige erläutert (Matthias fand das übertrieben: warum nicht nur ausdrucken, was jeweils gebraucht wird?). Auch den ersten Mäh-Einsatz haben wir schon hinter uns, die ca. 50 m² große Wiese hinter der Laube mit teilweise recht hohem Bewuchs hat der Viking problemlos gemeistert: nicht ganz leise, aber ok! Schließlich mähen wir nicht oft…

Wie sich der in Tests viel gelobte und mit diversen Preisen ausgezeichnete VIKING in Sachen Haltbarkeit schlägt, wird die Zeit zeigen. Und wir werden berichten, na klar!

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

20 Kommentare

  1. Was mir an eurem Mäher sehr gut gefällt, ist die hohe Bodenfreiheit des Sammelkorbs. Wir hatten uns ein billiges Baumarktgerät besorgt und ich war über die Qualität echt erschrocken. Der Deckel des Güde
    Eco Wheeler 1600E fällt ständig ab und der Fankkorb hängt sich bei Wendemanövern aus. Ich bin nicht glücklich mit diesem Gerät. Manchmal sollte man doch etwas mehr investieren.

  2. @Karl-Heinz: danke für deinen Kommentar und die Warnung vor dem „Eco Wheeler“… :-)(
    Ja, das mit der guten Bodenfreiheit haben wir beim ersten Einsatz auch gemerkt – läge der Korb tiefer, würde er leicht aufsetzen!

  3. Pingback: Vom Leben unter’m Himmel, der uns gleich auf den Kopf fällt

  4. Ich persönlich mag es ja, wenn Gras und Blumen ein wenig wilder wachsen :-) Das wirkt immer schön natürlich und auch gleich viel bunter. Aber wenn ich mir mal einen Rasenmäher zulege, halte ich mich auf jeden Fall an dich. Ist immer gut, wenn man die Erfahrungen anderer nutzen kann, um sich keinen Fehlkauf zu leisten.

    Grüße

  5. Ich bin auch so einer, der immer einen gepflegten Rasen braucht.
    Deswegen habe ich auch derzeit einen Mäher von Viking.
    Im großen und ganzen bin ich eigentlich ganz zufrieden mit dem Ding. Aber hin und wieder hat auch er seine Zicken.
    Einmal musste mein Sohn meinen Rasen mähen und hat den Rasenmäher leider gegen einen Stein rollen lassen. Da musste ich mir sogar ein Ersatzteil auf http://www.flexparts.de/-Viking-original-Ersatzteile kaufen und konnte ihn selbst reparieren.

  6. Hallo Claudia, welche Erfahrungen habt Ihr denn nach nun mittlerweile zwei Jahren Nutzung mit dem Rasenmäher Viking ME 339 gemacht?
    Wie sieht es mit der Haltbarkeit aus?
    Danke im Vorraus und viele Grüße!

  7. @Andreas: nur gute Erfahrungen! Es hat sich gelohnt, den etwas teureren Mäher aus dem Fachhandel zu nehmen. Mit dem kann ich auch feuchtes Gras mähen, auch hohes Gras (etwas hoch gekippt) mache ich so nieder! Ich hab ihn sogar dafür benutzt, einen Haufen mit der Sense geschnittenes Gras plus Wildkräutergewirre durch paar mal drüber fahren klein zu „häckseln“ – bin rundum zufrieden.

  8. Hallo Claudia,

    das was du zuletzt gemacht, könnte man schon fast mulchen nennen. Nachdem ich einen sehr sandigen Garten mit wenig Erde habe, dieser somit regelmäßig gedüngt und beregnet werde mußte – habe ich mir mittlerweile einen sog. Mulchmäher zugelegt. Dieser schneidet den Rasen ebenfalls sehr klein, sammelt ihn aber nicht ein – sondern verteilt den feinen Grasschnitt sofort wieder gleichmäßig über die gesamte Fläche. Hier habe ich nun über das letzte Jahr nun eine gute Grundlage für den Rasen geschaffen: der Boden trocknet nicht mehr so schnell aus und gedüngt habe ich nur etwas als Anschub im Frühjahr.
    Kleiner Nachteil: nach dem Mähen tragen meine Mädels immer etwas Rasenschnitt auf die Terrasse…

    Ich habe mittlerweile drei Modelle von Mulchmähern getestet – und hierzu diese Woche eine eigene Seite erstellt, auf welcher ich weitere Gartenfreunde vom Mulchen überzeugen möchte.

    Gruß
    Marco

  9. @Marco:

    JEDER Mäher ist ein „Mulchmäher“, wenn man den Auffangkorb weglässt!

  10. Hmmmm – ein Mulchmäher macht nur sehr viel feinere Schnipsel – aber im Grunde hast du Recht: sehr langsam über den Rasen und nur ganz fein die Spitzen kappen – dann hat das denselben Effekt!

  11. Bei vielen Gartenbesitzern, die eine Rasenfläche Eurer Größe haben (800 qm und mehr) setzen sich Mähroboter langsam durch. Denn es ist schon eine Menge Arbeit, selbst mit einem Akku-Rasenmäher, so eine Fläche zu mähen.

    Und dann der viele Rasenschnitt. Wohin damit? Mähroboter arbeiten nach dem Mulch-Prinzip. Der klitzeklein geschnittene Rasenschnitt bleibt einfach liegen.

    Viele Grüße
    Michael

  12. Hallo Claudia,

    ich weiß was du anfangs meinst; ein Elektro-Rasenmäher hat leider den Nachteil, das man bei größeren Rasenflächen manchmal plötzlich mit einem leeren Akku da steht. Auf der anderen Seite ist es aber sehr komfortabel wenn man kein lästiges Kabel mehr hinter sich herziehen muss. Auch kommt ein Elektrorasenmäher nicht ganz an die Leistung eines benzinbetriebenen Mähers heran. Was aber bei Rasenflächen unter 800 qm meiner Meinung nach keinen Unterschied macht.

    Bist du denn mit dem VIKING zufrieden? Hat er sich in deinem Garten bewährt? :)

    LG, Tobias

  13. Ich denke das die Elektro Rasenmäher wirklich eine gute alternative zu dem jetztigen Benzin Rasenmäher darstellt, vorallem wegen der Umwelt . super Beitrag , weiter so :)

  14. Ich denke das die Elektro Rasenmäher wirklich eine gute alternative zu dem jetztigen Benzin Rasenmäher darstellt, vorallem wegen der Umwelt . super Beitrag , weiter so :) .

  15. Ein Nachbar hat den Viking auch und er hat bis jetzt keine Probleme damit, er würde ihn auf jeden Fall wieder kaufen.

    PS: Schöner Bericht

  16. Dieser VIKING-Mäher ist gut, wir hatten ihn 1,5 Jahre. Dann ist mein zartes Frauchen leider gegen ein Hindernis gefahren (Stein o.ä.) und das Messer bewegte sich nicht mehr. Der Fachhändler meinte: Welle verbogen, bei einem Motormäher würden wir das wieder gradebiegen, aber hier geht`s nicht. Ich habe auf weitere Nachfragen verzichtet und im Internet nach einem neuen Motor gesucht. Gibt`s, kostet 236 Euro. Vor einer Woche hab ich das Teil dann zum Schrott gebracht. Schade! Bei einem Sabo wäre das dank des Freilaufs nicht passiert, so ein anderer Händler. Ich geb`s ungeprüft weiter……..

  17. Ich kann den Viking auch nur empfehlen und nicht nur die Rasenmäher, auch die anderen Geräte sind vom Preis- Leistungsverhältnis wirklich gut.
    Schöner Blog und weiter so :-)
    LG

  18. Etwas mehr wie 30 Jahre habe ich meinen Garten gehabt. Irgendwann war die Zeit gekommen aufzuhören, die alten Knochen wollten nicht mehr so richtig. Und von den Kindern hat ja auch keiner richtig Zeit und Lust. Also habe ich knapp 4 Fünftel eingegrünt. Jetzt setz ich mich in die Ecke, rauch mein Pfeifchen und sehe zu, wie der elektrische Mähroboter selbstständig den Rasen mäht

  19. Ich habe auch positive Erfahrungen mit Viking-Rasenmähern sammeln können. Allerdings bisher nur mit den Benzinern.
    LG

  20. Ich mähe seit 30 Jahren mit diesen Teilen und habe 1400 qm Grundstück wovon schätzungsweise mindestens die Hälfte Rasen ist.

    Habe mich auch mal bezüglich Benzinrasenmäher informiert und als Nachteil hatte ich in Erinnerung, dass er „gewartet“ werden muss und nicht auf der Seite oder auf dem Rücken liegen darf. Stell ich mir zum Reinigen schwierig vor.

    Im Internet habe ich gerade mal nach Akku-Mähern um die 250-300 Euro geschaut und ein empfohlener Mäher, der laut Hersteller auf 300qm ausgelegt ist, schafft in der Praxis 150 bis 200qm…und braucht für eine Ladung 90 Minuten zum laden.
    In Deinem Fall müsstest Du also 3 Akkus haben oder 180 Minuten zwischendurch warten. Jeder Akku kostet mal eben 115 Euro.

    Die Roboter gehen z.B. nur, wenn die Rasenflächen miteinander ohne Stufen verbunden sind.

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