Gartengedichte: Hitze, Juli

Hitze

Zu denken, dass jetzt alles
grün erstarrt ist
worauf wir so lange gewartet haben

die Wäsche in fünf Minuten trocknet
Schweißperlen aus unserer Haut springen
wo Fliegen an Salz auftanken

Vögel schweigen
grauer Stein uns stur erinnert
dass er ohne uns ist

Juli

Ich wohne auf einem Felsen
und schaue weit ins Land
ich streb‘ nicht in die Fremde
weil ich da jetzt bin

hüpfende Morgenschatten
schrecken wie ein Gespenst
im Oleanderduft ich wate
wie in rosa Dunst

mein Garten ist verwunschen
er ist mein Wunschgebild
die Zeit geht mir abhanden
weil ich da ewig bin

nachts roll‘ ich im Jasminbett
erfühl im Traum das Paradies
Melodie die ich von weitem höre
wie durch buntes Glas

am Himmel tönt Musik der Sphären
stolz ignoriert mich die Natur
doch ist es gut so, denn
bin ich nicht ihr Eigentum

*

aus dem Zyklus „Gartengewächse“ von Melanie Delfft.

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

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