Der Name sagt schon viel über diese Wildtomate mit den beerengroßen Früchten. Es lohnt sich nicht, die Rote Murmel zu ernten und aufzuheben, wir essen sie so im Vorbeigehen – und in diesen Tagen werden recht viele davon reif. Ihr Geschmack ist weit intensiver als der größerer Tomaten: mittelsüß, ohne dass man deshalb die Säure vermisst (wie verrückterweise bei der Zitro-Tomate), sehr „tomatig“, und manchmal mit einem Hauch angenehmer Bitterkeit „im Abgang“.

Anders als die üblichen Stabtomaten wächst die Rote Murmel vehement mehrtriebig und verzweigt sich massiv: sie breitet sich wie ein Gebüsch aus, und wir haben ein paar Äste zu ihrer Stütze gesetzt. Als anspruchslose Wildtomate lacht sie die Braunfäule offenbar nur aus: während etliche andere Tomaten früh befallen werden und sich dann recht und schlecht „durchschlagen“ oder zügig wegfaulen, wächst die Rote Murmel unverdrossen weiter.
Fotogen ist sie nicht gerade, aber ich zeig doch mal ein Bild, auf dem man sieht, wie breit und verzweigt sie wird:

Wie Helmut Pummer in seinem Gartentagebuch berichtet, war sie deshalb in Sachen Widerstandsfähigkeit Testsieger einer Privatinitiative des engagierten Sammlers und Erhalters alter Tomatensorgen Gerhard Bohl, der ein ganzes Netzwerk von Erhaltern aufgebaut hat, die ihm helfen, die Samen zu vermehren.
Wir sind gespannt, ob die Rote Murmel nächstes Jahr auch von selber wieder kommt – als Wildtomate sollte sie das eigentlich schaffen!



