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Claudia am 24. April 2007

ABM für Blogger: Thinking Blogger Award

Eigentlich mag ich ja Mitschreibprojekte, Vernetzungsspiele, gemeinsame Aktionen zu einem bestimmten Thema – wenn sie allerdings komplett inhaltsfrei daher kommen, wie etwa der “ThinkingBlogger Award”, ist mir das zum Mittun zu wenig. Kein Thema, keine Aufgabe außer der “Nominierung fünf anderer Blogs” – was ist das anderes als ein gegenseitiges sich Beweihräuchern auf Kommando? (Achtung: SchneiderHein, der uns diesen Award verliehen hat, hat es nett gemeint! Danke dafür!!)

THINKING Blogger Award – was soll das heißen? Eine “Auszeichnung” für Blogger, die beim bloggen noch denken?? Vom Namen her also eine leicht zynische Abgrenzung gegen nicht mehr denkende, sondern nur noch in die Tasten hauende Blogger – klar, die gibts, sogar massenhaft! Und doch bemühe ich mich weit lieber um die Inhalte des eigenen Blogs, als um die explizite Abgrenzung gegen DaDa in seinen 1000 Gestalten.

Wer ein Blogger-Vernetzungsprojekt ins Leben ruft, sollte schon ein wenig mehr Hirnschmalz darauf verwenden, etwas Fantasievolles, Kreatives oder Informatives entstehen zu lassen. Dafür braucht es allerdings mehr als nur einen Button und die Aufforderung, fünf andere Blogs zu belobigen. Der Blog-Karneval “Urbane Gärten” ist ein gutes Beispiel, und selbst die uralten “Stöckchen-Interviews” bieten weit mehr lesenswerten Inhalt als die Methode: ich schmeiß dir einen AWARD hin, nun fühl dich gebauchpinselt und link mal schön!

Thema: Alles, Termine & Aktionen, rund ums Bloggen | Tags: none
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5 Reaktionen zu “ABM für Blogger: Thinking Blogger Award”

  1. SchneiderHein
    Am 25. April 2007 um 12:35 Uhr

    Hallo Claudia und Matthias,

    eine heftige Reaktion auf unseren Vorschlag. Wir geben ja zu, als uns der thinking blogger AWARD erreichte, haben wir als erste Reaktion eine gespaltene Haltung gehabt und uns an Kettenbriefe oder Schneeballsysteme erinnert gefühlt. Auch haben wir uns die Frage gestellt, „beweihräuchern“ wir damit nur uns und „unsere Szene“ …

    Aber dann haben für uns die positiven Seiten dieser Aktion eindeutig überwogen, denn für uns ist dieser „Award“ einfach in erster Linie ein passendes Hilfsmittel im Web 2.0. Bloggen gehört nun mal mit seinem basisdemokratischen Anspruch zu diesem Phänomen. Und gerade der freie Zugang und die Abwesenheit von Zensur ermöglicht dieses breite Spektrum von Meinungen und Darstellungen von Privatpersonen. Da gibt es Berichte von Oppositionellen aus Diktaturen vollkommen gleichberechtigt neben Darstellungen des eigenen Glücks in stillen Winkel. Weil es eben keinen Filter gibt, der für uns alle die Inhalte vorselektiert und in passende Häppchen teilt, ist es wichtig Möglichkeiten zu finden, die Verbreitung und Verknüpfung von Seiten und Meinungen zu fördern. Und das leistet der thinking blogger AWARD.

    Gerade bei unseren Nominierungen können wir anhand von Kommentaren nachvollziehen, dass neue Verbindungen geknüpft werden und Leute für sich spannende Seiten entdecken, die ihnen sonst entgangen wären. Weil der „Award“ Aufmerksamkeit unter den Besuchern schafft und eine persönliche Empfehlung in der Liste der Nominierungen darstellt. Und Aufmerksamkeit und Interesse sind wichtig, oder warum machen wir Blogger uns alle zusammen die Mühe, etwas zu veröffentlichen. Wir wollen doch „da draußen“ jemand finden, der unsere Themen und Fragen genauso spannend findet wie wir selbst. Und der vielleicht Kontakt aufnimmt. Denn die Kommentarfunktion ermöglicht und fördert einen direkten Austausch auch in „Sachfragen“, wie es bisher beim Chatten oder in Gästebüchern nur schwer möglich war.

    Dies zusammen genommen haben wir kein Problem damit, bestehende Blogs mit einem Award zu versehen, statt in einer neuen Plattform einen Wettbewerbsbeitrag oder eine besondere Qualifizierung zu verlangen. Denn das Führen und Ausgestalten eines Blogs ist hier Leistung genug. Schließlich ist es der bestehende Inhalt, warum wir oft genug die gefilterten Medien wie Fernsehen und Zeitschriften links liegen lassen, um uns aus erster Hand zu informieren. Das wilde Gartenblog tauchte auf unserer Liste auf, weil schon jetzt hier in der Einstellung zum Garten, zum Umgang mit Pflanzen und Bewohnern eine interessante Position im Netz steht, die nicht allgemeingültig ist. Die aber in Vielem unseren Überzeugungen und unserer Gartenarbeit nahe kommt, auch wenn einiges im Detail anders läuft oder wir halt auch inkonsequent sind.

    Wenn wir den thinking blogger AWARD nicht als Mittel zur Unterscheidung zwischen denkenden und nicht-denkenden Tastenkünstler nehmen, sondern als positive Anregung zur Beschäftigung mit den Themen, die uns bewegen und worüber wir gerne sprechen, dann ist für uns der Preis auch keine Abqualifizierung oder Schande.
    Schade, dass es so angekommen scheint und trotzdem vielen Dank für das Danke.

    Silke & Wolfgang

  2. Claudia
    Am 26. April 2007 um 07:31 Uhr

    Liebe/r Silke & Wolfgang,

    na hey, was für ein Statement! Euer Engagement beeindruckt mich, doch meine ich auch, Ihr hängt die Sache ein bisschen zu hoch! Mit meiner Kritik an diesem Award wollte ich Euch keinesfalls auf die Füße treten, hab’ mich über das Lob gefreut – und mir dennoch heraus genommen, die Art & Weise speziell DIESES Awards zu kritisieren.

    Für mich sieht das evtl. auch deshalb anders aus, da mir vieles von dem, was heute unter “Web 2.0″ gehypt wird, schon aus Web 1.0, den ersten Jahren des Netzes (1996 – 1998, VOR der Börsenblase – wir hatten auch schon “freien Zugang” und schrieben, was wir wollten) gut bekannt ist: auch da gab es massenhaft Awards: erst waren es fantasievolle Mitschreibprojekte, doch irgendwann hatte praktisch jeder auf seiner Homepage einen Button, den er an alle verlieh, die mal eben lobend verlinkt wurden – für mich ein gewisser Niedergang der ursprünglichen Idee.

    Ich finde, ein Award oder vergleichbare Methoden sollten schon MEHR bieten und anregen, als das, was man SOWIESO TUT!
    Denn es führt ja jeder eine Blogroll/Linkliste mit persönlich aus unterschiedlichen Gründen für gut befundenen Blogs – warum das nochmal doppeln??

    Beim Blick auf Eure Nominierungen hab’ ich auch gleich gemerkt, dass Ihr etliche Blogs, die ich nominiert hätte, schon selber gerühmt habt – auch das hat meine Motivation gemindert, da mitzutun.

    Mittel und Methoden, Aufmerksamkeit zu gewinnen, gibt es viele (und man muss die im Einzelnen auch kritisieren dürfen!). Wir setzen da auf Content und Social Bookmarking, was ja auch ganz gut funktioniert, wenn man die Entwicklung der Besucherzahlen anschaut: 200 (Blogscout) bis 320 (Serverstatistik) Besucher landen täglich auf dem Gartenblog und ab und an wird sogar kommentiert. Da bin ich doch schon hoch zufrieden, haben wir doch erst im Februar richtig angefangen!

    Euch haben wir jetzt auch verlinkt – hätt ich lange schon machen wollen, denn Euer Blog finde ich wunderschön!

    Lieben Gruß

    Claudia

  3. Ulinne
    Am 12. Juli 2008 um 20:43 Uhr

    Hallo (ansonsten) hochgeschätzte Claudia,

    ich bin ein wenig befremdet und finde deine Reaktion auf den dir – bzw. dem Wilden Gartenblog – zugedachten Award arg überzogen.
    Dass ihr selbst täglich viele Besucher habt, ist ja schön für euch, aber – selbst wenn diese Awards nicht gerade hochkreativ sind und, ähnlich wie die Stöckchen, sowas wie Kettenbrief-Charakter haben, ist es für noch nicht so häufig besuchte Blogs doch schön, wenn sie durch einen solchen Award feststellen dürfen, dass jemand anderes an sie denkt und in einem Beitrag – für den ein Award einfach eine gute Gelegenheit ist, wie ich finde – das eigene Blog verlinkt.
    Denn die Blogrolls in den Blog-Seitenstreifen sind zuweilen so lang und unübersichtlich geworden mit der Zeit, dass da kaum noch jemand wirklich hineinschaut – außer vielleicht die Blog-Besitzer selbst, die mit ihrer Hilfe ihre Blog-Tour machen.
    So ist ein Award-Beitrag für mich manchmal auch eine Gelegenheit, beim Surfen bisher unbekannte Perlen zu entdecken.

    Wie du siehst, kann ich in diesem Fall deine Argumente also NICHT teilen, und so richtig nett finde ich eine solche Reaktion – ehrlich gestanden – auch nicht. Sogar ein bissel arrogant …

    Ulrike

  4. Claudia
    Am 14. Juli 2008 um 13:01 Uhr

    Liebe Ulrike,

    heute sehe ich das auch wesentlich entspannter. Damals wurde ich gerade (nicht nur im Gartenblog) regelrecht “zugeballert” mit Awards und Stöckchen, reagierte also etwas genervt. Besagter Award hatte ja auch nicht mal ein Thema (etwa: die schönsten GARTENBLOGS), sondern blieb ganz allgemein. Die Ausrichtung auf “thinking blogs” fand ich meinerseits ein wenig arrogant!

    Deine Kritik und insbesondere den Hinweis auf mangelnde Verlinkungsaktivitäten hab ich übrigens gleich zum Anlass genommen, alle von dir zum aktuellen Award nominierten Gartenblogs in unsere Blogroll aufzunehmen – auch deine Seitenleiste bin ich grade am “ausweiden”. Viele Blogs hätten wir längst verlinken müssen, ich bin auch wirklich willig, komme aber oft einfach nicht dazu, daran zu denken!

    Nun ist das Thema aber wieder in meiner Aufmerksamkeit und ich denke mal, unser Blog-Verzeichnis wird noch deutlich wachsen. Auch mit den Blogprojekten bemühe ich mich um Bekanntmachung bis dahin eher unbekannter Blogs – z.B. durch die Präsentation ALLER Teilnehmer auf schönen Ergebnisseiten (das nächste Projekt ist schon angedacht!)

    Diesen schlecht gelaunten Beitrag lass ich dagegen bald mal verschwinden, schließlich sind viele Awards richtig nett gemeint!

  5. Ulinne
    Am 16. Juli 2008 um 13:27 Uhr

    Moin Claudia,
    auch ich sehe das “Problem” mittlerweile schon wieder sehr viel entspannter, und ich bin froh, dass du mir meinen etwas ärgerlichen Kommentar nicht übel nimmst.
    (Hätte ich aber eigentlich auch gar nicht anders von dir erwartet.) ;-)

    Ich hatte bei diesem deinem Beitrag auch gar nicht auf das Datum geachtet und daher nicht gemerkt, dass der ja schon ziemlich alt ist.

    Aber dass ich mit dazu beitragen konnte, dass du nun deine Blogroll erweiterst, hat ja auch sein Gutes – *grins* – und auf dein nächstes Projekt bin ich ebenfalls schon gespannt.
    Beim letzten konnte ich ja leider nicht mitmachen, da ich die Fotos, die – meiner Meinung nach – unbedingt zum dafür angedachten Projekt (und am “Teichbau” hatte ich mich nun mal festgebissen) gehört hätten, immer noch nicht digitalisiert bekommen habe. Hab die Negative auch erst vor ein paar Tagen wiedergefunden.

    Heute also wieder *ganz liebe* (!) Grüße
    Ulrike

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