Müll im Garten – wohin damit?

Ein Garten produziert Abfälle, und garnicht so wenige! Das Volumen wird häufig unterschätzt, ist aber mit der richtigen Organisation kein Problem. Ob Rasenschnitt, leere Pflanzerde-Säcke oder der Joghurtbecher vom Frühstück auf der Terrasse: Jedes Ding hat seinen Platz. Wo der genau ist, hängt allerdings davon ab, ob du einen Garten direkt am Haus bewirtschaftest oder eine Parzelle in einer Kleingartenanlage.

Kompost

Kompost: die erste Adresse für Organisches

Bevor wir überhaupt über Tonnen reden, gilt eine goldene Regel: Was kompostierbar ist, gehört auf den Kompost. Das spart Platz in der Tonne, schont die Umwelt und liefert dir obendrein wertvolle Erde für deine Beete. Wir kommen mittlerweile ganz ohne zugekaufte Erde aus und sparen so richtig Geld!

Auf den Kompost dürfen:

  • Küchen- und Gartenabfälle wie Gemüse- und Obstschalen, Kaffeesatz, Eierschalen
  • Rasenschnitt (in dünnen Schichten, damit er nicht fault)
  • Laub, Zweige und Staudenschnitt
  • Verblühte Pflanzenreste ohne Krankheitsbefall (so ist es korrekt, aber wir achten nicht wirklich darauf :-))
  • Papiertaschentücher und ungefärbte Papierservietten

Nicht auf den Kompost gehören gekochte Speisereste, Fleisch, Käse oder kranke Pflanzteile. Das lockt Ungeziefer an oder verbreitet Krankheiten im Boden.

Ein gut gepflegter Komposthaufen ist im Grunde eine Wundertüte: Du steckst oben Abfälle hinein und holst unten nach ein bis zwei Jahren fertige, nährstoffreiche Erde heraus. Wer keinen klassischen Hügel mag, greift zu einem geschlossenen Komposter. Der ist ordentlicher, hält Nager besser fern und passt auch in kleinere Gärten.

Müll im Hausgarten: Das volle Tonnen-Sortiment

Wer einen Garten direkt am Wohnhaus hat, darf sich über eine komfortable Infrastruktur freuen: Die städtische Müllabfuhr kommt direkt vor die Tür. Je nach Bundesland und Kommune stehen verschiedene Tonnen zur Verfügung, zudem kann man auch Angebote privater Anbieter in Betracht ziehen. Liegt der Garten direkt am Wohnhaus, braucht es natürlich keine extra Tonnen für den Gartenbereich, jedoch sollte man nicht die Menge Müll unterschätzen, die allein im Garten anfällt. Hier eine Aufstellung, geordnet nach Art der zu nutzenen Mülltonnen:

  • Restmülltonne: Hier landet alles, was in keine andere Tonne passt: verschmutzte Verpackungen, Hygieneprodukte, kaputte Kleingeräte. Im Gartenkontext landen hier zum Beispiel alte Blumentöpfe aus Plastik (sofern man sie nicht künstlerisch verwendet!), verschlissene Gartenhandschuhe oder leere Pflanzenschutzmittel-Verpackungen, aber nur wenn diese vollständig entleert sind. Andernfalls sind sie Sondermüll.
  • Biotonne: Die Biotonne ist der institutionalisierte Bruder des Komposts. Hier kommen Küchenabfälle, Schnittgut und Gartenabfälle hinein, die du nicht selbst kompostieren kannst oder willst, zum Beispiel Rasenschnitt in großen Mengen oder erkranktes Pflanzenmaterial. Viele Kommunen verlangen, dass Bioabfälle in kompostierbaren Papiertüten eingeworfen werden.
  • Gelbe Tonne / Gelber Sack: Leere Düngemittelflaschen, gespülte Pflanzenschutzmittelflaschen, Plastiktöpfe von Jungpflanzen, Folienverpackungen von Blumenerde: All das gehört in die Gelbe Tonne, sofern es sich um Verpackungsmaterial handelt.
  • Papiertonne: Im Garten produziert man mehr Papiermüll als man denkt. Samentütchen, Anzuchtanleitungen, Kataloge von Gartenmärkten, Pappkartons von bestellten Pflanzen und Pflanzgefäßen sowie leere Papiersäcke von Blumenerde oder Kompost gehören allesamt in den Papiercontainer, solange sie nicht zu stark mit Erde verschmutzt sind.
  • Schadstoffmobil und Wertstoffhof: Manche Gartenabfälle sind echte Problemkinder: alte Pflanzenschutzmittel, Batterien aus Solarleuchten, kaputte Elektro-Gartenwerkzeuge, Farbenreste. Diese Dinge dürfen niemals in die normale Mülltonne. Das Schadstoffmobil oder der nächste Wertstoffhof nehmen sie kostenlos entgegen.

Müll in der Kleingartenanlage: Eigenverantwortung mit klaren Regeln

In einer Kleingartenanlage gelten besondere Bedingungen. Du hast in der Regel keine eigene Müllabfuhr direkt an deiner Parzelle. Die Gemeinschaftscontainer der Anlage müssen reichen, weshalb es sich lohnt, so wenig Restmüll wie möglich zu produzieren.

Was das praktisch heißt:

  • Bioabfälle landen, soweit erlaubt, auf deinem eigenen Kompost. Viele Kleingartenordnungen schreiben das sogar vor.
  • Restmüll (Plastikverpackungen, nicht kompostierbares Material) nimmst du idealerweise mit nach Hause und entsorgst ihn dort in deiner Restmülltonne.
  • Grünschnitt von Hecken oder Obstbäumen gehört kompostiert oder zur Grünschnittannahme gebracht. Größere Mengen dürfen meist nicht im Gemeinschaftscontainer landen.
  • Sperrmüll und Sondermüll wie alte Gartenmöbel oder leere Chemikalienbehälter haben in der Anlage nichts verloren und müssen über die kommunalen Entsorgungsstellen laufen.

Ein Blick in die Gartenordnung lohnt sich auf jeden Fall, denn viele Anlagen haben spezifische Regelungen. Im Zweifel beim Vereinsvorstand nachfragen, bevor es Ärger mit den Nachbarn gibt. In unserer KGA gab es zeitweise eine kollektive Sperrmüllsammlung mit vom Vorstand organisierter Entsorgung.

Ordnung ist das halbe Gartenleben

Wer im Garten klug trennt, hat im Alltag weniger Aufwand und ein gutes Gewissen dazu. Eine kleine Sammelecke mit separaten Behältern für Papier und Restmüll macht die Sache deutlich einfacher, zum Beispiel in einem Gartenhaus oder unter einem wetterfesten Unterstand. Wir haben eine Wassertonne zur Mülltonne umfunktioniert (unter dem Terrassendach) und nutzen alte Erdsäcke, in die der Restmüll gesammelt wird, bis wir die Tüten in die Gemeinschaftscontainer bringen.

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