Wassernetz

Im Test: Wassernetze im Beet – Erfahrungen beim Start

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Wie berichtet, experimentieren wir dieses Jahr mit einer besseren Bewässerung unserer Beete in immer trockener werdenden Zeiten. Neben den Ollas, über die noch ein Blogpost folgen wird, testen wir jetzt auch neuartige “Wassernetze”. Eine interessante Variante, die “wie eine Wasserader” die Pflanzen mit im dickem Vlies-Material gespeicherten Wasser versorgen soll – und zwar mit bis zu 7 Litern pro Quadratmeter.
Wasserspeichernetze

Das LITE-NET wird wurzeltief in den Boden eingegraben. Luft und Wasser sollen so großflächig auf Ebene der Wurzeln gespeichert und verteilt werden. Die Wurzeln können durch das recht weitmaschige Netz (ca. 13 cm Maschengröße) hindurch wachsen bzw. “am Vlies andocken”.

Soweit die Beschreibung – und jetzt zur Praxis:

Die Wassernetze wurden uns von den Herstellern (LITE-Soil) zum Testen zur Verfügung gestellt. Wir sind darauf eingegangen, weil sie – wenns denn funktioniert! – uns ein Stück weit vom ständigen Gießen in sommerlicher Hitze befreien könnten. Unsere sandigen Böden werden extrem schnell trocken, wobei das Gießwasser erstmal abperlt, bevor auch nur die oberste Schicht durchtränkt wird! Wir mulchen zwar dagegen an, haben aber leider zu wenig Mulchmaterial, um die Austrocknung durchweg effektiv verhindern zu können.

Für den Test haben wir uns für die beiden BIO-Varianten der Wassernetze entschieden:

  • BIO1 ist dunkelbraun und besteht aus 100% Zellulosefasern (= aus Holz) und baut sich binnen ein bis zwei Saisons vollständig biologisch ab.
  • BIO5 ist weiß und besteht aus 30 % Zellulosefasern und 70% PLA (Polylactide) – das ist ein Biokunststoff. Das Netz soll sich binnen 5 bis 10 Jahren komplett abbauen. Wie viele Jahre es seine Wasserhaltefunktion behält, steht nicht in der Beschreibung, doch wird es zur Mehrfachverwendung empfohlen.

Wassernetze ins Beet eingraben: Nichts für Faule!

Wir haben sowohl BIO1 als auch BIO5 in Beete eingegraben, doch sieht man das dunkle Netz auf Fotos nicht, also zeige ich nur das Eingraben des weißen Netzes. Es kam auf einer Seite unseres “Flaschenbeets” zum Einsatz, wo wir dieses Jahr Schwarzkohl anbauen.

15 Zentimeter tief sollen die Netze liegen, also ist erstmal das Abgraben und Zwischenlagern der Erde angesagt. Keine Kleinigkeit, insbesondere, wenn es wg. Bewegungsmangel wg. Corona und schlechtem Wetter noch deutlich an Fitness mangelt. Wir haben es aber doch geschafft, auch wenn der Rücken noch tags drauf davon erzählt hat!

ausgegrabenes Beet

Die Wassernetze sind jeweils 2,1 Quadratmeter groß, wenn man es entsprechend auseinander zieht. Aufgrund der unregelmäßigen Form unsere Beete (das mögen wir so!) war es nicht ganz einfach, das Netz zurecht zu zupseln.  Zusätzlich wollten wir eine kleine Gruppe Astern nicht opfern, mussten also um sie herum abgraben,  das Netz ausschneiden und an anderer Stelle “anstückeln”.

Wassernetz

Mit einer guten Schere ist das auch problemlos möglich. Am Ende hatten wir die aufgegrabene Fläche komplett ausgelegt, die Erde wartete derweil in der Schubkarre.

Wassernetz weiß

Tipp: Es empfiehlt sich, das Netz an dieser Stelle erstmal massig zu gießen, damit es sich voll saugt. Beim ersten Netz hatten wir das über der ganzen Arbeit glatt vergessen.  Hinterher mussten wir dann jede Menge Wasser vergießen und die Erde mehr als durchtränken, um den gleichen Effekt zu erzielen. Das dunkle Netz kam dann gleich vorgewässert zum Einsatz. Es lässt sich so auch besser auslegen!

Nun musste die Erde wieder drauf und geglättet werden, was Matthias sorgfältig erledigt hat (während ich die Arbeit mit schlechten Handyfotos dokumentierte).

Erde glätten

Dann angießen – und danach war erstmal Schluss! Gleich zu pflanzen erschien uns nicht sinnvoll, weil sich das Ganze erstmal setzen und beruhigen sollte.

Toskanischer Kohl auf Flaschenbeet mit Wassernetz

Den Palmkohl haben wir dann zwei Tage später gesetzt. Im korrekten Abstand und ordentlich zugemulcht.

Kohlbeet

Das Ganze hat Mitte Mai stattgefunden, doch seitdem war “High Noon” in Sachen Auspflanzen, so dass ich erst jetzt zu diesem Bericht gekommen bin. Der Kohl entwickelt sich prächtig! Wir haben anfänglich gegossen, dann aber abgewartet, bis der Kohl Wassermangel signalisierte. Das war bisher nur einmal der Fall, es ist aber auch noch nicht richtig Hitze-Sommer. Mal schauen, wie sich das weiter entwickelt!

Das dunkle Netz haben wir im Hinterland vergraben. Da stehen jetzt Zucchini drauf, die ja deutlich durstigere Pflanzen sind. Auch sie wurden bisher “gefühlt mäßig” gegossen. Wir sind gespannt, wie sich die Netze bewähren werden.

***

Mehr zu den Wassernetzen lest Ihr bei LiteNet.

 

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Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

6 Kommentare

  1. Das klingt ja sehr interessant! Novh nie davon gehört!
    Aber wenn ich mir das Gartenjahr so anschaue, dann würde für mich nur das “mehrjährige” Netz infrage kommen, weil ich unser Hochbeet nie komplett abräume und auch über Winter noch Gemüse, Feldsalat… drauf steht.
    Bin gespannt, auf deine weiteren Erfahrungen!

  2. Was es nicht alles gibt! Ich stelle es mir allerdings schon sehr aufwändig vor, die Netze einzubuddeln. Im Moment haben wir herrlichen Landregen und das Thema Gießen hat sich fürs Erste erledigt! Ich bin gespannt, welche Erfahrungen mit dem Netz machen wirst.
    Viele Grüße von
    Margit

  3. Interessant, aber mühsam. Ich bin aber auf deine Erfahrungen gespannt, denn was sich in Sandboden bewährt, muss schon gut sein. Allerdings bin ich eher skeptisch, ob das mit dem biologischen Abbau (bei der Variante BIO5) so klappt. Die angeblich abbaubaren Komposttüten halten ja auch nicht, was versprochen wird.

  4. Bin gespannt ob es was bringt. Wäre cool wenn du ein Vorher/Nachher Vergleich ziehen könntest. Der Sommer wird bestimmt wieder arg trocken und ich denke, jede Hilfe, sei es auch noch so klein, wird den Pflanzen helfen.

  5. Pingback: Weniger Arbeit mit der kleingärtnerischen Nutzung › Das wilde Gartenblog

  6. Nice. Das kannten selbst wir von garten-gadget.de
    Richtig spannende Sache die ihr da enteckt habt. Das werden wir uns auf jeden Fall mal genauer ansehen.
    Viele Dank und liebe Grüße

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