Die Hecke im Garten – ein Ratgeber

Wer eine Hecke pflanzt, muss zuvor ein paar wichtige Entscheidungen treffen: Welche Funktion soll die Hecke erfüllen? Wie hoch darf sie werden? Welche Heckenpflanzen sollen es sein? Dieser kleine Ratgeber hilft bei der Entscheidungsfindung. Los gehts:

Was soll die Hecke bringen?

Ein Garten ganz ohne Hecke ist ein eher seltenes Phänomen: Der verständliche Wunsch nach Sichtschutz im Garten ist groß, jedenfall meist größer als der Wunsch, die Schönheiten des eigenen Gartens quasi “auszustellen”. Wenn der Garten direkt an Nachbargärten grenzt oder viele Spaziergänger vorbei laufen, soll eine blickdichte Hecke die gewünschte Privatheit herstellen. Liegt der Garten gar an einer Straße, geht es auch darum, Lärm zu dämpfen und den Garten vor Staub und Reifenabrieb ein wenig zu schützen.
Hecke am Weg
Doch nicht nur an der Grundstücksgrenze werden Hecken gepflanzt und auch nicht nur als Sichtschutz:

  • Hecken dienen der Strukturierung größerer Gärten.
  • niedrige Hecken aus Buchs rahmen Beete ein.
  • Hecken ernähren Vögel und bieten Raum und Schutz für ihre Nester.
  • Hecken trennen und umfrieden weniger schöne Ecken ab wie etwa Kompostplätze oder einen Bereich mit Mülltonnen.
  • Blühende Hecken erfreuen das Auge, ebenso Hecken mit attraktivem Laub.
  • Hecken können auch duften und so die Stimmung beeinflussen.

Wir sehen: das Thema ist komplex! Aber es lohnt, sich vor dem Pflanzen ein paar Gedanken darüber zu machen, welche Funktionen und Wünsche die Hecke leisten bzw. erfüllen soll. Dann gibt es später kein Bedauern, weil im Nachbargarten oder um die Ecke eine Hecke wächst, die man sich eigentlich auch gewünscht hätte!

Achtung: Sichtschutz hat immer zwei Seiten!

Gelegentlich beschirmen Sichtschutzhecken nicht die Grenzen des Gartens, sondern Terrassen oder anderswo platzierte Sitzecken. Nicht immer ist der Wille zur Strukturierung der Grund, sodern die Tatsache, dass dem ungetrübten Heckenglück am Gartenzaun mancherorts rechtliche Regelungen entgegen stehen. Wer allerdings eine solche Hecke pflanzt, sollte bedenken, dass “nicht gesehen werden” auch “nichts sehen” bedeutet.

Als wir unseren Garten übernahmen, stand rund um die Terrasse eine dichte Thujahecke. Dass man so den Garten selbst gar nicht mehr sah, wenn man sich dort zum Kaffee trinken hinsetzte, hat uns dann doch zu sehr gestört. Also musste die Hecke weichen und fortan hatten wir freien Blick:

Hecke um Terrasse

Wer sich also nicht regelrecht “einhecken” will, sollte bei der Planung die verbleibende Aussicht mitbedenken! In Kleingartenanlagen sieht man oft eine mittlere Lösung: der kleingärtnerisch genutzte Bereich ist von außen einsehbar, von keiner oder nur einer niedrigen Hecke umgeben. Dann folgt eine dichte Hecke, die die verbleibenden Fläche vor neugierigen Blicken schützt. Die Aufteilung mag ein wenig wundern, doch ist sie der Rechtslage geschuldet, die die Höhe der Hecke am Gartenzaun beschränkt.

Wie hoch darf die Hecke sein?

Die erlaubte Höhe der Hecke an der Garten- oder Grundstücksgrenze ist ein heiß umstrittenes Thema. Das wundert auch nicht, denn hier treffen widerstreitende Interessen aufeinander. Eine zwecks Blickschutz errichtete Hecke, die in den Himmel wächst, kann auch den Nachbargarten verschatten. Und manchmal ist der Einblick, den eine niedrige Hecke erlaubt, auch vom Gesetzgeber erwünscht, wie etwa bei den Kleingärten der Kleingartenanlagen: sie gelten als “privat genutztes öffentliches Grün”, also sollen Spaziergänger wenigstens noch in die Gärten rein schauen dürfen.

Höhe der Hecke in Kleingärten: Zwar sagt das hier geltende Bundeskleingartengesetz kein Wort zur Heckenhöhe, doch erlassen Länder und Gemeinden dazu Vorschriften und jeder Gartenverein klärt die Frage im Detail in der jeweils gültigen Gartensatzung. Allermeist wird man dort die Vorschrift finden, dass Hecken zwischen den Gärten nicht höher als 1,25 Meter sein dürfen, wogegen solche zur Straße hin höher wachsen dürfen. Auch der jeweils einzuhaltende Abstand zum Nachbargarten ist in den Satzungen geregelt.

Höhe der Hecke auf Privatgrundstücken: Hier ist die Heckenhöhe im Nachbarschaftsrecht geregelt, das die Bundesländer jedoch unterschiedlich ausformen. So heißt es zur verbreiteten Annahme, dass so eine Hecke maximal zwei Meter hoch sein dürfe auf Mein-Nachbarrecht.de:

“Es kommt darauf an. In den Nachbarrechtsgesetzen der jeweiligen Bundesländer ist im Prinzip meistens geregelt, dass eine Hecke mit einem Grenzabstand von 50 cm nicht höher als 2 m wachsen darf. Hier gibt es jedoch etliche landesrechtliche Unterschiede. So dürfen z.B. in Baden-Württemberg die Hecken nur 1,80 m hoch werden und dürfen in der Zeit vom 1. März bis zum 30. September nicht geschnitten werden. Auch verjährt der Rückschnittanspruch nicht. In Bayern gibt es keinen Rückschnittanspruch, sondern nur einen Anspruch auf Beseitigung zu grenznaher Bepflanzung. In diesen und vielen anderen Bundesländern stellt sich allerdings das Problem, wie oft der Rückschnitt auf die maximal zulässige Höhe gefordert werden kann, und in einigen Bundesländern kommt es auch noch darauf an, wann dieser Anspruch verjährt.”

Um von vorne herein möglichen Streitigkeiten vorzubeuten, sollte man sich also unbedingt bei der fürs Bauliche zuständigen Behörde nach der Heckenhöhe und dem einzuhaltenden Grenzabstand erkundigen. Sogar die Art der Gehölze können Gemeinden in einem Bebauungsplan vorschreiben!

Welche Heckenpflanzen? Es muss nicht immer Thuja sein!

Die spannendste Frage beim Planen einer Hecke ist die Frage nach den passenden Heckenpflanzen. Weil beim Anlegen neuer Gärten oder nach einer Übernahme möglichst schnell ein kompletter Sichtschutz gewünscht wird, greifen viele nach den – vermeintlich! – unkomplizierten Thujas. Die Lebensbäume mit den schuppenartig wachsenden Nadelblättern sind preiswert, lassen sich eng nebeneinander pflanzen und wachsen schnell in die Höhe. Man kann sie in allen Größen kaufen und gleich nach dem Einpflanzen steht die Wand. Perfekt, oder?

Was zunächst als optimale Lösung erscheint, zeigt auf Dauer doch Nachteile:

  • Thujas brauchen viel Wasser: Sie stammen aus nördlichen Regenwäldern in USA und Kanada, brauchen also ein feuchtes Klima und viel regelmäßige Bewässerung. Das ist auch der Grund, warum Thujas oft binnen kurzer Zeit absterben. Hässliche braune Stellen stören die Harmonie der Hecke, das Austauschen einzelner Pflanzen ist mühsam und nicht immer erfolgreich.
  • Ökologisch tragen Thujas wenig bei, denn die heimische Tierwelt kann mit ihnen kaum etwas anfangen.

Es empfiehlt sich also, mit der Sichtschutzhecke ein wenig Geduld zu haben. Mit heimischen Sorten hat man auf Dauer mehr Freude und weniger Arbeit. Sie sind an unsere Breiten angepasst und somit anspruchsloser als die wasserhungrigen Thujas.

Eine perfekte Lösung für Ungeduldige sind die Fertighecken, die der Handel mittlerweile anbietet. So finden sich zum Beispiel auf Heckenplanzentotal.de komplette Buchenhecken-Module, wahlweise 1,20 oder 1,70 cm Meter hoch. Perfekt, da hat man vom Start weg schon den Sichtschutz, gleichzeitig aber auch eine Standort-gerechte, insgesamt pflegeleichte Gartenhecke. Ölweiden, Portugiesischer Kirschlorbeer, Stechpalmen, Feuerdorn, Blutbuche und Heckenkirschen sind ebenfalls als Fertighecke erhältlich. Das nenne ich mal eine sinnvolle Vorleistung der Baumschulen, die diese Hecken für ungeduldige Gärtner/innen vorziehen!

Spatz auf Hecke

7 Kriterien zur Wahl der Heckenpflanzen

Bei der Auswahl der passenden Heckenpflanzen für den eigenen Garten kann man sich entlang an folgenden Kriterien orientierten:

  1. Soll es eine blickdichte, eng verwachsene Hecke sein oder eine lockerer gestaltete Strauchhecke?
  2. Soll die Hecke immergrün sein oder darf sie im Herbst Laub abwerfen?
  3. Soll sie schnell oder langsam wachsen?
  4. Soll sie aus dornigen Gewächsen bestehen, die durch ihre “Undurchdringlichkeit” Schutz bietet?
  5. Soll es eine Hecke sein, die durch ihre Blütenpracht auffällt?
  6. Soll sie besonders duften?
  7. Soll die Hecke Vögel und Kleintiere nähren und schützen?

Hat man Antworten auf diese Fragen gefunden, lässt es sich viel gezielter in den einschlägigen Shops und Baumschulen stöbern!

Heckenpflanzen: Breite, Höhe, Wuchsgeschwindigkeit

Nun noch ein paar Beispiele gängiger Heckenpflanzen und Sträucher mit ihrer maximalen Breite, der maximalen Höhe und dem zu erwartenden Zuwachs pro Jahr. Die Angabe “maximal” meint natürlich nicht, dass die Hecke in jedem Fall soviel Platz beanspruchen wird. Schließlich wird man sie beschneiden und so in der gewünschten Größe halten. “Maximal” heißt also: Die Pflanze könnte, wenn sie dürfte, unter optimalen Bedingungen die entsprechende Wuchsbreite, Höhe und Wuchsgeschwindigkeit erreichen.

Pflanze max. Breite
in cm
max. Höhe
in cm
Zuwachs in
cm pro Jahr
Schwarzgrüner Liguster
(Ligustrum vulgare)
300 – 400 300 – 400 40 – 100
Hainbuche / Weißbuche
(Carpinus betulus)
300 – 1400 60 – 750 30 – 35
Buchsbaum
(Buxus sempervirens)
200 – 450 200 – 350 5 – 20
Heckenberberitze
(Berberis thunbergii)
150 – 250 60 – 220 20 – 35
Thuja / Lebensbaum
(Thuja occidentalis)
200 – 1000 200 – 300 20 – 40
Forsythie (Forsythia) 200 – 300 100 – 150 20 – 30
Brautspiere / Schneespiere
(Spiraea arguta)
150 – 200 130 – 170 15 – 40
Wild- & Heckenrosen
(Rosa)
150 – 300 100 – 150 30 – 60
Felsenbirne
(Amelanchier lamarckii)
300 – 400 200 – 300 30 – 60
Gewöhnlicher Flieder
(Syringa vulgaris)
200 – 700 200 – 300 20 – 35
Roter Hartriegel
(Cornus sanguinea)
300 – 500 300 – 400 20 – 40

Monsterhecken…

Wie hoch Hecken wachsen können, zeigen die kuriosen “Monsterhecken” in Höfen, ein Dorf, das schon mal zum “schönsten Dorf Europas” gekürt wurde. Sowas kann man mit Buchen machen, die ja eigentlich Bäume sind, also von Natur aus richtig hoch wachsen – wenn man sie lässt:

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Auch zum Thema:

Der Heckenschnitt – eine Wissenschaft für sich

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