Der Heckenschnitt – Eine Wissenschaft für sich

Hecken haben einen dekorativen Charakter. Sie dienen als Teiler von Beeten, umrahmen Anpflanzungen und geben dem Garten eine besondere Form und Symmetrie. Doch Hecken können auch einen ganz praktischen Nutzen als Sichtschutz haben – so sorgen sie im Garten für Privatsphäre. Unabhängig von der Funktion der Hecke ist der Heckenschnitt sehr wichtig. Dieser erfordert etwas Fachwissen, damit die Hecke nicht zerstört wird.

HEcke mit Spatz

Hecken dienen der Natur
Viele Singvögel nutzen die Hecke zum Brüten. Die naturnahe Hecke bietet außerdem zahlreichen Kleintieren einen Lebensraum. Blühhecken wiederum sind Nahrungslieferanten für Insekten. Handelt es sich bei der Blühhecke um eine naturnahe Hecke, wird sie nur etwa alle zwei bis drei Jahre geschnitten. Dabei werden alte Äste entnommen, sodass die jungen Triebe genügend Licht für das Wachstum bekommen. Naturnahe Hecken werden nur soweit beschnitten, dass der Lebensraum für Tiere nicht gestört wird.

Während der Brutzeit ist es nicht erlaubt, die Hecke radikal zu verjüngen. Lediglich der Formschnitt kann zu dieser Zeit durchgeführt werden. Nach August kann ein Schnitt dazu führen, dass neu austreibende Knospen nicht ausreifen und durch Frost geschädigt werden.

Das sind die typischsten Fehler, die beim Heckenschnitt auftreten:

  • Falscher Schnittzeitpunkt. Eine Übersicht möglicher Schnitttermine liefert die Gartenakademie.
  • Es wird an den falschen Stellen geschnitten
  • Die Schnitttechnik ist nicht auf den Heckentyp abgestimmt

Eine Schritt-für-Schritt Anleitung:

Ziel
Unabhängig vom Heckentyp ist es wichtig, dass die Hecke eine trapezförmige Struktur bekommt. Sie sollte an der Basis breiter sein, als an der Spitze. Hier kann das Verhältnis 1:10 herangezogen werden. Das bedeutet, dass die Breite des oberen Rückschnittes etwa ein Zehntel des gesamten Rückschnittes beträgt. Diese Form dient dazu, dass auch die unteren Heckenbereiche genügend Licht abbekommen. Damit die Hecke dicht wächst, sollten kantige Linien vermieden werden. Durch die Abrundung von Kanten wird außerdem die Lichtversorgung im Inneren gewährleistet.

Schritt 1
Um diese Form zu erreichen, können Holzstäbe zur Orientierung genutzt werden. Sie werden in die Erde gesteckt und mit einer Schnur verbunden. Die Schnur sorgt dafür, dass die obere Heckenlinie gerade ist. Um eine schöne Form zu bekommen, sollte die Heckenschere immer von oben nach unten geführt werden. Dieser Formschnitt ist für alle Laub- und Nadelgehölze geeignet. Die Ausnahme bilden die Blühgehölze. Übrigens: Eine wirklich klasse Übersicht zu den verschiedenen Typen, Marken und Zubehör gibt es auf http://www.heckenschere.de/!

Schritt 2
Kranke Äste und Totholz sollte entfernt werden. Es minimiert den Lichteinfall und sorgt dafür, dass sich die Hecke nicht verdichten kann. Wenn solche Äste vorhanden sind, dann sollten diese immer an der Basis abgeschnitten werden. Diese Schnitttechnik wird auch als Auflichtungsschnitt bezeichnet. Die Variante kann bei jedem Heckentyp problemlos angewendet werden.

Schritt 3
Häufig treten an der Basis Verkahlungen auf. Um den Wiederaustrieb im unteren Bereich zu fördern, kann die Hecke um die Hälfte oder um ein Viertel gekürzt werden. Diese Schnittvariante eignet sich auch dann, wenn die Hecke zu viele kranke Äste trägt. Ist die Verkahlung sehr weit fortgeschritten, kann die Hecke auf den Stock gesetzt werden. Der Verjüngungsschnitt funktioniert bei allen Laubhecken, die ein hohes Wiederaustriebsvermögen haben. Unter den Nadelhecken verträgt nur die Eibe diese Schnittvariante.


Update 5.2. 2017:

Hier ein Video, das zeigt, wie man Sträucher richtig schneidet:

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Bild: fuxart – fotolia.com (#983412)

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