Brennesseljauche – Dünger aus der Natur

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Wie es Mylo geraten hat, hab‘ ich also neulich einen Eimer Brennesseljauche angesetzt. Erstmal den Einmer zu drei Vierteln mit ausgerissenen Brennesseln gefüllt (autsch! ), dann stehen lassen und gelegentlich umgerührt. Das stinkt ja wirklich wie die Hölle!!

Jetzt steht das Ganze schon über eine Woche und ich hab‘ mal recherchiert, wann die Jauche fertig ist und wie man sie anwendet. Wie ich fast erwartet habe‘ gibts da recht unterschiedliche Meinungen. Auf „Wolles Website“ heißt es dazu:

„Zum Angießen von Setzlingen nimmt man eine Konzentration von 1:20 (1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser); zur Stärkung und Kräftigung wöchentlich einmal alle Pflanzen mit einer Konzentration von 1:50 gießen. Zum Düngen von großen Pflanzen wird 1:10 verdünnt.
Zur Bodenverbesserung im Frühjahr kann die Brennesseljauche unverdünnt ausgebracht werden.“

unser wilder Garten

In der sehr ins Detail gehenden Garten-FAQ auf wer-weiss-was fand ich folgenden Passus:


„Jauche wird immer mit kaltem Wasser hergestellt und kann frisch, gärend und beißend zur Anwendung kommen oder reif und vergoren, was in der Regel der Fall ist. Der Ansatz sollte luftdurchlässig abgedeckt am besten von der Sonne beschienen stehen und muß täglich gerührt werden. Nach 2-3 Tagen kann frische Jauche zur Schädlingsabwehr in einer Verdünnung von 1:50 verwendet werden. Durchgegorene Jauche muß 2 mal täglich gerührt werden und ist nach 10-14 Tagen (bei kühler Witterung länger) in einer Verdünnung von 1:20 als Flüssigdünger und für den Kompost verwendbar. Vergorene Jauche ist reif, wenn sie nicht mehr schäumt.“

Schädlingsbekämpfung, Bodenverbesserung, Düngung: Loblieder und Kontroversen

Will man Brennesseljauche gegen „Schädlinge“ (z.B. Blattläuse) anwenden, so wird die Jauche anders angesetzt, als zur Düngung, lese ich dann noch im Bonsai-Info-Forum: „ca 300 – 400 Gramm Brennesseln auf 10 Liter Wasser genügen und das Ergebnis kann schon nach zwei Tagen verwendet werden.“ (M.E. ist das ein „Kaltauszug“, keine Jauche!)

Um den Gestank zu vermeiden, soll eine Beigabe von Gesteinsmehl helfen. Einige Gartenfreunde raten auch zu Baldriantropfen (weil das „beruhigt“ ?). Zur Anwendung als Dünger las ich noch irgendwo den Tipp, immer nur im Wurzelbereich zu gießen, auf dass keine „Verbrennungen“ auftreten.

Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei noch der sehr informative Artikel „Kräuterbrühen, Jauchen, Tees“ auf biogaertner.de ans Herz gelegt! Für einen informativen Austausch mit vielen Details und auch Messungen zur Wirkungsweise der Jauchen ist das Boden- und Düngungsforum auf forum.planten.de die richtige Adresse.

Ach ja, wenn man sich da mal einliest, gerät das locker zur Wissenschaft! Und wie man im Düngungsforum lesen kann, gibts auch massive Kontroversen: unbestrtten ist Brennesseljauche ein Stickstoffdünger, doch brauchen die Pflanzen auch andere Stoffe, weshalb einige Diskutanten in den Foren für organische (Mist) und chemisch hergestellte Dünger plädieren. Biogärtner halten dagegen, dass es nicht allein auf die Stoffe ankäme, die die Jauchen den Pflanzen direkt zuführen, sondern es werde das Bodenleben gestärkt, das dann eben mehr oder weniger Nährstoffe „aufschließe“. Ich lese da mal lieber nicht weiter mit, sondern werde drauf los düngen und sehen, wie es wirkt!

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Weitere Bücher zum Thema Brennesseljauche und selbstgemachte Dünger

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Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

10 Kommentare

  1. Gesteinsmehl!! Ja, genau das hilft gegen den strengen Geruch, vergass ich zu erwähnen, weil es so oder so eine
    günstige Kombination ist. Und ausserdem legt sich das auch so ein wenig nach einer gewissen Zeit ;-) Vielleicht wäre noch empfehlenswert, den Behälter strategisch geschickt zu platzieren – insbesondere, wenn ich an Euer verweilen im kleinen Paradies denke…

    „Tröstende“ Grüsse von Mylo

  2. Meine Großtante hatte einen großen Brennesselgarten über die Jahre zum „Pflücken“. Warum? Sie hatte Rheuma und die Brennesseln über den Arm gelegt hat dem entgegen gewirkt. Wer also sonst nichts mit den gezackten Pflanzen anzufangen weiß, sollte das mal in Erwägung ziehen. Wie gesagt: Sie hat darauf geschworen. Und ihr Mann war immerhin Landarzt auf Rügen!

  3. Pingback: » Nochmal: Brennesseljauche - und dann? - Das wilde Gartenblog - ein Garten für Faule

  4. Pingback: Jardin de Wilmersdorf » Blog Archiv

  5. hallo!

    ich habe ein Beet neu angelegt und unverdünnten Brennesseljauche zur Bodenverbesserung verwendet. Weiß jemand ob ich gleich morgen aussäen kann? oder muss ich damit ein bisschen warten, weil der Dünger eventuell die Samen schadet?

    Vielen Dank!

    mimi

  6. Pingback: Geschnatter » Brennesseljauche – Dünger aus der Natur

  7. Wir haben sehr gute Erfahrungen bei der Herstellung von Brennesseljauche mit der Zugabe von Urgesteinsmehl machen können.

  8. Pingback: Es kreucht und fleucht – Marienkäferlarven, Blattläuse und Schaumzikade und « Freisinger Gartenblog

  9. In welchen Mengen wird Gesteinsmehl beigefügt ?
    Danke

  10. also wer mit dem duft von brennnesseljauche nicht klarkommt und irgendwelche mittelchen dazugibt…sorry…der will sich die natur zum untertan machen,statt mit ihr im einklang zu leben.traurig!

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