Claudia am 28. Mai 2007
Brennesseljauche – Dünger aus der Natur
Wie es Mylo geraten hat, hab’ ich also neulich einen Eimer Brennesseljauche angesetzt. Erstmal den Einmer zu drei Vierteln mit ausgerissenen Brennesseln gefüllt (autsch! ), dann stehen lassen und gelegentlich umgerührt. Das stinkt ja wirklich wie die Hölle!!
Jetzt steht das Ganze schon über eine Woche und ich hab’ mal recherchiert, wann die Jauche fertig ist und wie man sie anwendet. Wie ich fast erwartet habe’ gibts da recht unterschiedliche Meinungen. Auf “Wolles Website” heißt es dazu:
“Zum Angießen von Setzlingen nimmt man eine Konzentration von 1:20 (1 Teil Jauche, 20 Teile Wasser); zur Stärkung und Kräftigung wöchentlich einmal alle Pflanzen mit einer Konzentration von 1:50 gießen. Zum Düngen von großen Pflanzen wird 1:10 verdünnt.
Zur Bodenverbesserung im Frühjahr kann die Brennesseljauche unverdünnt ausgebracht werden.”

In der sehr ins Detail gehenden Garten-FAQ auf wer-weiss-was fand ich folgenden Passus:
“Jauche wird immer mit kaltem Wasser hergestellt und kann frisch, gärend und beißend zur Anwendung kommen oder reif und vergoren, was in der Regel der Fall ist. Der Ansatz sollte luftdurchlässig abgedeckt am besten von der Sonne beschienen stehen und muß täglich gerührt werden. Nach 2-3 Tagen kann frische Jauche zur Schädlingsabwehr in einer Verdünnung von 1:50 verwendet werden. Durchgegorene Jauche muß 2 mal täglich gerührt werden und ist nach 10-14 Tagen (bei kühler Witterung länger) in einer Verdünnung von 1:20 als Flüssigdünger und für den Kompost verwendbar. Vergorene Jauche ist reif, wenn sie nicht mehr schäumt.”
Schädlingsbekämpfung, Bodenverbesserung, Düngung: Loblieder und Kontroversen
Will man Brennesseljauche gegen “Schädlinge” (z.B. Blattläuse) anwenden, so wird die Jauche anders angesetzt, als zur Düngung, lese ich dann noch im Bonsai-Info-Forum: “ca 300 – 400 Gramm Brennesseln auf 10 Liter Wasser genügen und das Ergebnis kann schon nach zwei Tagen verwendet werden.” (M.E. ist das ein “Kaltauszug”, keine Jauche!)
Um den Gestank zu vermeiden, soll eine Beigabe von Gesteinsmehl helfen. Einige Gartenfreunde raten auch zu Baldriantropfen (weil das “beruhigt” ?). Zur Anwendung als Dünger las ich noch irgendwo den Tipp, immer nur im Wurzelbereich zu gießen, auf dass keine “Verbrennungen” auftreten.
Wer tiefer in die Materie einsteigen will, dem sei noch der sehr informative Artikel “Kräuterbrühen, Jauchen, Tees” auf biogaertner.de ans Herz gelegt! Für einen informativen Austausch mit vielen Details und auch Messungen zur Wirkungsweise der Jauchen ist das Boden- und Düngungsforum auf forum-planten.de die richtige Adresse.
Ach ja, wenn man sich da mal einliest, gerät das locker zur Wissenschaft! Und wie man im Düngungsforum lesen kann, gibts auch massive Kontroversen: unbestrtten ist Brennesseljauche ein Stickstoffdünger, doch brauchen die Pflanzen auch andere Stoffe, weshalb einige Diskutanten in den Foren für organische (Mist) und chemisch hergestellte Dünger plädieren. Biogärtner halten dagegen, dass es nicht allein auf die Stoffe ankäme, die die Jauchen den Pflanzen direkt zuführen, sondern es werde das Bodenleben gestärkt, das dann eben mehr oder weniger Nährstoffe “aufschließe”. Ich lese da mal lieber nicht weiter mit, sondern werde drauf los düngen und sehen, wie es wirkt!
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Am 28. Mai 2007 um 13:21 Uhr
[...] Оригинал ÑÐ¾Ð¾Ð±Ñ‰ÐµÐ½Ð¸Ñ Ð¾Ñ‚ Claudia тут… [...]
Am 29. Mai 2007 um 16:28 Uhr
Gesteinsmehl!! Ja, genau das hilft gegen den strengen Geruch, vergass ich zu erwähnen, weil es so oder so eine
günstige Kombination ist. Und ausserdem legt sich das auch so ein wenig nach einer gewissen Zeit ;-) Vielleicht wäre noch empfehlenswert, den Behälter strategisch geschickt zu platzieren – insbesondere, wenn ich an Euer verweilen im kleinen Paradies denke…
“Tröstende” Grüsse von Mylo
Am 30. Mai 2007 um 16:07 Uhr
Meine Großtante hatte einen großen Brennesselgarten über die Jahre zum “Pflücken”. Warum? Sie hatte Rheuma und die Brennesseln über den Arm gelegt hat dem entgegen gewirkt. Wer also sonst nichts mit den gezackten Pflanzen anzufangen weiß, sollte das mal in Erwägung ziehen. Wie gesagt: Sie hat darauf geschworen. Und ihr Mann war immerhin Landarzt auf Rügen!
Am 2. Juni 2007 um 18:24 Uhr
[...] Da hinten an der Mauer hab’ ich den Rest der Brennesseljauche abgestellt, zusammen mit dem neuen Ansatz, der nicht wenig stinkt! Die Amsel scheint der Geruch allerdings nicht abzuschrecken – vielleicht riechen Amseln ja nichts? [...]
Am 19. Juni 2007 um 21:42 Uhr
Mallow…
OMG! I cant beleive it….
Am 27. August 2008 um 00:02 Uhr
[...] im Internet zu findende Tippvielfalt zum Thema Brennnesseljauche berichten, doch im Wilden Gartenblog steht eigentlich schon alles Wesentliche. Bei der Fülle an Fachwissen frage ich mich verzagt, wie [...]
Am 13. Mai 2009 um 21:14 Uhr
hallo!
ich habe ein Beet neu angelegt und unverdünnten Brennesseljauche zur Bodenverbesserung verwendet. Weiß jemand ob ich gleich morgen aussäen kann? oder muss ich damit ein bisschen warten, weil der Dünger eventuell die Samen schadet?
Vielen Dank!
mimi
Am 22. Juni 2009 um 20:11 Uhr
[...] der sehr ins Detail gehenden Garten-FAQ auf wer-weiss-was fand ich folgenden Passus: mehr beim Das wilde Gartenblog… Stichworte: Brennesseljauche | Kategorie: Garten | Kommentar schreiben | | [...]