Twitter für Gartenfans – ein paar Tipps

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Kathrin von der Topfgartenwelt schrieb mir in die Kommentare:

„Zu Twittter: Ich hatte zwar kurzfristig einen Twitter-Account, aber ich kann damit irgendwie nicht viel anfangen. Mal schauen, vielleicht setze ich mich noch einmal intensiver damit auseinander.“

Vermutlich geht es vielen so, die bei Twitter zwar mal „einsteigen“, aber dann gar nicht aktiv werden, weder lesend noch schreibend. Und andere bleiben gleich ganz weg, weil sie immer wieder lesen, Twitter sei die reinste Hölle aus Shitstorms und Hasskommentaren.

Dem ist aber nicht so! Das sag‘ ich Euch nach 12 Jahren Twitter-Erfahrung, davon 10 sehr friedliche Jahre mit meinem Gartenzeilen-Account (@gartenzeilen], der seit 2009 besteht. Der sieht so aus, wenn ich mich eingeloggt habe:

In der Vergrößerung (aufs Bild klicken) sind die Details auch lesbar. Ihr könnt gerne zu einzelnen Bestandteilen in den Kommentaren Fragen stellen!

Ich finde es jedenfalls sehr schade, wenn sogar aktive Gartenblogger/innen Twitter scheuen, denn gerade für Blogs ist das ein tollen Info- und Verbreitungsmedium, nette Kontakte inklusive. Deshalb stelle ich Euch hier mal ein paar Basis-Infos zusammen, die für den Einstieg hilfreich sein können.

Der Einstieg bei Twitter

Was man auf Twitter „erlebt“, hängt vor allem davon ab, wie man sich beteiligt. Dafür stellt man schon bei der Registrierung einige Weichen, z.B. durch die Namenswahl.

Im Anmeldeprozess werdet Ihr zuerst nach dem Namen gefragt. Eine Klarnamenpflicht gibt es auf Twitter nicht, man kann auch einen Blognamen, einen Fantasiebegriff oder einen „sprechenden“ Namen wählen. Ich habe damals „Das wilde Gartenblog“ angegeben, was kein Problem war. Dieser „Hauptname“ ist auf dem Profil immer sichtbar und später nicht änderbar. Man kann (und sollte!) jedoch nach der Registrierung im Menüpunkt „Deine Twitterdaten“ einen Nutzernamen hinzufügen – unserer ist z.B. @gartenzeilen.

Bei der Vervollständigung Eures Profils könnt Ihr dann bei „bio“ eine Kurzbeschreibung Eures Twitter-Accounts angeben – ein paar Stichworte, Eure Interessen, ein Spruch. Es sind die paar Infos, die anderen vermitteln, was so in etwa von Euren Tweets zu erwarten ist – natürlich alles nicht bindend!

Auch eine Webseite könnt Ihr angeben, z.B. das eigene Blog, sowie ein Profilbild (muss kein Portrait sein!) und ein „Headerbild“, das dazu da ist, etwas mehr Atmosphäre auf dem Profil zu schaffen (Skurril: mir hat Twitter mein Bild, das aussah wie das Blogbild hier oben, kürzlich ohne Benachrichtigung gelöscht. Vielleicht wegen der „nackten“ Yogini-Skulptur?)

Was Ihr beim Start NICHT tun solltet:

  • Folgt nicht beliebigen Abo-Empfehlungen von Twitter, denn das sind oft „irgendwelche“ Leute/Medien, die mit Euren Interessen nichts zu tun haben. Ein Sammelsurium, dazu gedacht, dass Einsteiger, die sich nicht auskennen, nicht vor einer leeren Seite sitzen und denken: hier gibts ja nix!
    Allerdings fragt Twitter im Verlauf des Ameldeprozesses nach den persönlichen Interessen. Wenn du dort z.B. „Garten“, „Pflanzen“, „Natur“, „Selbstversorgung“ o.ä. angibst, können die Empfehlungen auch sinnvoll sein und gegen „Folgen“ (=abonnieren der Nachrichten einer Person oder Institution) ist nichts einzuwenden. „Entfolgen“ ist ja jederzeit möglich, wenn die Tweets der Personen dir nichts bringen.
  • Ladet NICHT Euer Adressbuch hoch, wozu Euch Twitter auffordert. Das soll dazu gut sein, Freunde und Bekannte auf Twitter zu finden, ist aber hierzulande sogar illegal, weil die Weitergabe von persönlichen Daten ohne Einwilligung der Betroffenen nicht gestattet ist. Außerdem: Vielleicht wollt Ihr ja gar nicht die Tweets der Leute aus dem Adressbuch lesen, sondern wollt z.B. nur Infos und Kommunikation rund um Gartenthemen?

Twitter nutzen, Tweets lesen, schreiben, retweeten

1. Tweets lesen:

Um als Neuling auf Twitter etwas zu lesen zu bekommen, muss man anderen „folgen“, also deren Tweets abonnieren. Anders als auf Facebook ist das keine „Befreundung“, die einer Bestätigung bedarf. Ihr könnt folgen, wem ihr wollt und derjenige kann das erstmal nicht verhindern – ganz im Gegenteil freuen sich die meisten über viele „Follower“.

Folgende Tweets bekommt Ihr in Eurer „Timeline“ zu lesen:

  • Alle Nachrichten (Tweets) von anderen Twitter-Nutzern, denen Ihr „folgt“. Wer also z.B. Politikern folgt, womöglich noch „umstrittenen“ Personen, der wird auch heftige und manchmal unschöne Debatten mitbekommen – allerdings auch nur, wenn  Ihr die Kommentare unter den Tweets lest, was ja kein Zwang ist.
  • Zusätzlich zu den „originalen“ Tweets Tweets der Leute (und Unternehmen, Institutionen, Medien..), denen Ihr folgt, bekommt Ihr auch noch jene Tweets mit, die diese Nutzer „retweeten“ – also „fremde“ Nachrichten, die sie weiter leiten an ihre Leser, weil sie sie interessant finden, warum auch immer.
  • Und weil Twitter sich auch noch finanzieren muss, gibts auch gesponserte/bezahlte Tweets, die jedoch gekennzeichnet.

2. Tweets schreiben und retweeten:

Ein Tweet darf 280 Zeichen lang sein, eine enthaltene Webadresse wird nicht mitgezählt. Man kann dem Tweet ein oder mehrere Fotos mitgeben, Tweets mit Bildern bekommen mehr Aufmerksamkeit.

Aber was schreiben? Nutzer von Twitter handhaben das sehr unterschiedlich. Manche teilen ihren Alltag, ihre Sorgen, ihre Hoffnungen, manche machen Witze oder setzen politische Statements oder philosophisch/literarische Zitate. Da sich auf Twitter viele Medien-Schaffende und andere Engagierte befinden, dominieren Info-Tweets das Geschehen: Hinweise auf Artikel und Videos in anderen Medien, mal kommentiert, mal nicht.

Das Retweeten (=an die eigenen Follower weiter senden) anderer Tweets mit oder ohne Kommentar ist sehr verbreitet und auch erwünscht. Es wird sogar empfohlen, nicht mehrheitlich eigene Tweets zu senden, sondern deutlich mehr weiter zu reichen / zu retweeten.

Ich retweete alles, was aus meiner Sicht für die Abonnenten der „Gartenzeilen“ von Interesse sein könnte – also alles rund um die Themen, die Ihr auch hier im Blog findet. Ansonsten tweete ich eigene Blogartikel und alles, was ich in anderen Medien gärtnerisch oder umweltspezifisch lesenswert finde. Und dazwischen, aber eher selten, auch mal was anderes – Ihr könnt ja einfach mal drauf schauen.

Wem auf Twitter folgen?

Andere Blogger, Gartenfreunde und Bekannte, Gartenzeitschriften und Magazine sind meist die ersten, denen gärtnerisch interessierte Neulinge folgen. Den Twitter-Account eines Mediums findet Ihr irgendwo auf deren Webseite. Ihr könnt aber auch einfach mal die Twitter-Suche benutzen mit Stichworten Eurer Wahl (Garten, Gartengestaltung, Biogarten etc.) und dann den Reiter „Personen“ anklicken. Dann werden Twitterrer (Accounts) angezeigt, die sich selbst diesem Thema zugeordnet haben.

Ihr könnt aber auch mal die 380 Accounts durchsehen, denen ich folge. Da findet Ihr alles, was ich während der letzten 10 Jahre rund um Garten und Umwelt als interessante Quelle wahrgenommen habe. Nicht alle posten NUR Gartenthemen, aber Ihr findet da jedenfalls viele aus der Themensicht dieses Blogs relevante Profile.  Einsehen könnt Ihr die von mir Abonnierten unter dem Reiter „Folge ich“ auf meinem Profil – das klappt aber erst, wenn Ihr selbst registriert seid!

#Hashtags – Themen auf Twitter

Es ist ja viel die Rede von der „Filterbubble“, in der man angeblich hängen bleibt, weil man nurmehr Botschaften von Quellen liest, die man selbst ausgesucht hat. Die also die eigene Meinung eher bestätigen als in Frage stellen – so jedenfalls die Annahme. Meiner Twitter-Erfahrung entspricht das gar nicht, denn ich schaue oft „über den Tellerrand“ meiner Timeline hinaus und lese z.B. die „Trending Topics“, die in der Seitenspalte abgebildet werden. Dort versammelt ein Algorithmus Begriffe / Wörter, die gerade sehr häufig vorkommen.

  • Steht da nur „Gefühl“ und man klickt mal drauf, dann sieht man eine Reihe Tweets, in denen das Wort vorkommt, die aber ansonsten nichts miteinander zu tun haben müssen.
  • Steht da aber #Gefühl, dann handelt es sich um ein bewusst gesetztes Thema. Sichtet man die Tweets dazu, finden sich tatsächlich Beiträge, die sich zum Thema „Gefühl“ äußern.

Die „Trending Topics“ lassen sich einstellen, je nachdem, welche Auswahl man wünscht: weltweit,  nach Land und Stadt. Die Funktion findet sich oberhalb der „Trending Topics“ bzw. „Deutschland Trends“ (so hab ich das grade eingestellt). Klickt man auf „ändern“, erscheint eine Eingabe, die dazu auffordert, den eigenen Standort anzugeben. Da spricht nichts dagegen, aber man kann auch einen anderen Standort angeben, dann bekommt man eine andere Zusammenstellung „trendender“ Begriffe.

Soweit für jetzt! Es gäbe noch viel über diverse Details von Twitter zu sagen, aber ich will ja hier kein Buch schreiben.

Wer Fragen  hat oder etwas ergänzen oder kritisieren will: Schreibt gerne in die Kommentare!

Ich fahre jetzt erstmal in den Garten…

 

 

 

 

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Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

3 Kommentare

  1. Ich habe keinerlei Erfahrung mit Twitter. Aber ich denke, irgendwo muss auch mal Schluss sein. Instagram, Facebook und Blog reichen mir eigentlich aus. Shitstorm gibt es auf fb auch zur Genüge! Ich finde das richtig schlimm. Es scheint so, als gäbe es überhaupt keinen Anstand und Respekt mehr! Sehr schade! Sollte ich irgendwann das Gefühl haben, unbedingt auch noch auf Twitter zu gehen, lass ich mich vorher von Dir beraten!
    Viele Grüße von
    Margit

  2. Ich selbst kenne mich mit Twitter nicht aus, aber es wird eine großartige Plattform für Sie sein, um Ihre Fähigkeiten und Ihre Arbeit zu zeigen. Wenn Sie weiterhin Ihre Arbeit veröffentlichen und wissen, wie Sie das wilde Leben erkunden, ist dies auch für andere Leute interessant

  3. Ich nutze Twitter, Facebook, Instagram und auch Pinterest. Muss ehrlich sagen, Twitter ist auch nicht so ganz mein Ding, zumindest ich bekomme da sehr wenig Reaktionen. Das ist bei Facebook ganz anders. Shitstorm, Hater und negative Menschen gibt es auf Facebook wie auf Twitter zuhauf. Menschen mit wenig Anstand lassen dort gerne die Sau raus. Ich bin wirklich entsetzt, was dort manchmal abgeht.

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