Wann ist ein Kürbis reif? Und außer Suppe: was damit anfangen?

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Klar, überall steht: der Kürbis ist dann reif, wenn er hohl klingt! Leider klingen unsere Kürbisse schon lange hohl, unterschiedlich hohl sogar, je nach Sorte. Dieses Jahr haben wir einen Muskatkürbis (Muscade de Provence) angepflanzt und „Uchiki Kuri“, eine Hokkaido-Sorte. Letztere kennen ja die meisten, die Kürbisfrüchte (bzw. „größte Beeren der Welt“) sehen aus, wie Hokkaidos eben aussehen: rundum tief orange. Wogegen der Muscade de Provence bei uns Ende August so aussah und sich seither nicht wesentlich verändert hat:

Zur Frage, wann Kürbisse reif sind, fand ich auf HausGarten.net noch diesen Satz:

„Je nach klimatischen Verhältnissen sind die Kürbisse dann ab September bis Oktober reif und können geerntet werden. Am besten kann man die Reife der Kürbisse daran erkennen, dass die Blätter der Pflanze langsam absterben. „

Die „klimatischen Verhältnisse“ waren in diesem Jahr total extrem: Dürre von Februar bis jetzt (es hat auch im September noch kaum geregnet). Das Laub der Kürbisse ist großteils schon verdorrt, nur einige Ausläufer „wandern“ noch in der Gegend herum. Die Hokkaidos sind definitiv orange genug, der Muskatkürbis ist jedoch nicht ganz gelblich, sondern in Teilen noch grün. Klingt aber hohler als die Hokkaidos! Ich denke mal, wir sollten jetzt doch ernten, sonst fault die Unterseite glatt noch an, wenn es jetzt (toi toi toi!) wieder öfter regnet.

Die Hokkaidos sind wie sonst auch, nicht besonders groß geworden, was bei dem Wetter nicht wundert.

Hokkaido

Wir haben alle Kürbisse regelmäßig massiv gegossen, aber das kann den Regen halt doch nicht ganz ersetzen.

Was anfangen mit Kürbissen?

Eigentlich ist der Kürbis ein relativ geschmackloses Gemüse. Mehr aus Pflicht mache ich jedes Jahr mal Kürbissuppe, die im Grunde geschmacklich von der zugefügten Brühe und den Gewürzen lebt. Schnitze anbraten oder grillen ist noch weniger reizvoll: mehlig, trägt den Geschmack von Salz und Pfeffer, ohne die kaum etwas zu schmecken wäre. Aber vielleicht bin ich auch nur etwas fantasielos, was die Verwertung betrifft. Der Kürbis hat immerhin einiges an wichtigen Nährstoffen, Mineralien und Spurenelementen zu bieten, wie ich dem Artikel „Kürbis als Heilpflanze“ auf Gartenbista.de entnehme:

„Der Kürbis enthält ausgewogene Mengen an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium, Magnesium oder Eisen. Kürbisse enthalten große Mengen des orangen Farbstoffes Beta-Carotin, einer Vorstufe des Vitamin A. Außerdem ist das Gemüse reich an Vitamin E, C und Folsäure“.

Auch Rezepte finden sich dort, nicht nur für das Kürbisfleisch, sondern auch für die Kerne, die ich bisher einfach weggeworfen habe. Zum Beispiel für einen Aufstrich:

  • 1 Becher Joghurt
  • 1 Becher Sauerrahm
  • 100g Kürbiskerne
  • 2-3 E Kürbiskernöl
  • Salz, Pfeffer, Zwiebel und Knoblauch

Die Kürbiskerne fein malen, mit den anderen Zutaten vermischen und ganz nach Geschmack abschmecken.

Das werde ich auf jeden Fall mal probieren, um die Kürbis-typische Verwertungslangeweile zu durchbrechen!

Absolut empfehlenswert: Kürbis in der „kleingärtnerischen Nutzung“

Der Hauptgrund, warum wir immer wieder Kürbis anbauen, obwohl er uns geschmacklich enttäuscht, ist sein immens wuchsfreudiges Blattwerk. Mit seinen schnell wachsenden Ausläufern bedeckt er zügig mehrere Quadratmeter Beet. Das zählt dann volle Kanne zu den Gemüsebeeten „unter Spaten“, die in unserer berliner Kleingartenanlage zehn Prozent der Fläche einnehmen müssen.

Hier mal unser erster Kürbis aus dem Jahr 2011, quasi der größte Bodendecker der Welt:

Kürbis

Die – ebenfalls ausladende  – Zucchini hätte es auf dem Beet gar nicht mehr gebraucht! Eine einzelne Kürbispflanze ist „gewuchert“ wir irre!

Kürbisse haben im wilden Garten also eine gesicherte Zukunft. Sie unterdrücken unerwünschten „Aufwuchs“ sehr gut und sind sehr pflegeleicht – mal abgesehen vom hohen Wasserbedarf, für den man zuverlässig sorgen muss.

Wie geht es euch mit Kürbissen? Irgendwas wirklich Schmackhaftes dabei?

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

11 Kommentare

  1. Man kann ihn roh in den Salat raspeln. Oder roh mit Bananen zu einem Nachtisch pürieren. Oder mit Knoblauch, Oregano und Tomaten milchsauer in einem Schraubglas vergären – schmeckt total unterschiedlich, je nachdem, ob man es nach 3, 6, 30 oder 60 Tagen isst.

  2. Aus Österreich kommend, in dem Kürbiskernöl eine große Rolle spielt: Du solltest die Kerne einmal rösten! Im Netz jede Menge Anleitungen dazu!

  3. Naja, man muss ihn mögen, fad schmeckt er ohne alles, da gebe ich dir Recht, aber mit der richtigen Würze ein Gedicht. Suppe geht immer, auch da kann man variieren.
    Süss sauer eingelegt mag ich ihn besonders gerne, da geht er glatt als Dessert durch.
    Man muss sich genau überlegen, ob man ihn im Garten haben möchte, wie du schon sagst, er verbraucht viel Fläche, ich lasse ihn mir schenken und kann dann die Flächen für andere Pflanzen nutzen.
    Liebe Grüße
    von Edith, die Naturwanderin mit einem großen Naturgarten

  4. Hallo Claudia,
    ich habe dieses Jahr auch zum ersten mal aus den gleichen Gründen wie du Kürbis angebaut und war überraschend erfolgreich:
    http://reh-garten.de/wp-content/uploads/2018/08/DSC_0318.jpg
    ich habe gehört, der Kürbis wäre reif, wenn der Stielansatz verholzt und gänzlich stroh-braun geworden ist. Ich habe mittlerweile auch geerntet. Ich koche gerne das, hier
    http://reh-garten.de/aus-dem-garten-auf-den-teller/
    hier mit Möhren, aber ich ersetze die Möhren auch gerne mit Kürbs, je nach dem, was da ist. Sonst mache ich auch gerne Backofengemüse zusammen mit Kartoffeln auf dem Blech. Die leckerste Verwendung für Hokkaido ist aber ein Rezept aus meinem Jamie at home Kochbuch- ( soll keine werbung sein,kannste gerne löschen, wenn du das vor dem Veröffentlichen editierst- es ist nur ein tip für dich, weil ich es echt super lecker finde). Man findet es auch online es heißt da: „Asian squash salad with crispy duck“ Ich weiß nicht mehr, wie man die Sprache auf deutsch umstellt. Manchmal gibt es Rezepte nicht auf deutsch. Das Gericht ist mit Ente, die wird im Ofen vorgegart und dann zerpflückt aufs Blech zusammen mit Kürbisspalten, die erst dann rein kommen. Für die macht man eine Gewürzmischung, mit der sie eingerubbelt werden. Kurz vor Ende der Garzeit übergießt man den Kürbis mit einer Art dressing (Limette, Honig, Chilli, Lauchzwiebel, Knoblauch)= Süß-Sauer-scharf und damit saugt sich der Kürbis voll. Dazu ein Kräuterbaguette. Perfekt! Spektakuläre Geschmackskomposition.

    lg sas

  5. Die Frage haben wir uns dauchieses Jahr auch schon gestellt – wir halten uns an die verholzten Stiele, entsprechend sind die mickrigen Hokkaido schon geerntet, die großen Muskatkürbisse sind noch im Beet.

    Ich mag am liebsten Kürbissuppe mit Kokosmilch und Ingwer oder Curry, ich variiere aber gerade in der Hauptsaison (wo es dann oft Kürbis gibt) auch mit den Gewürzen und Bindemittel, z.B. dann auch gerne klassisch Sahne und Muskat.

    Gerne essen wir auch gebackene Kürbisspalten, am liebsten die mehligeren Sorten, dazu einen Dipp, Quark, Sauerrahm oder auch mal Hummus.

  6. Auch wenn der Kürbis relativ geschmacklos ist, liebe ich Kürbissuppe sehr! Bei uns in der Kantine gibt es Spinatknödel mit Käse und Kürbisgemüse! Dafür sterbe ich!
    Viele Grüße von Margit

  7. Danke für Eure Kommentare! Freut mich, wenn ein Thema mal nicht vor allem Link-Spammer zum „kommentieren“ motiviert!

    Und Ihr macht mir direkt Lust, mit den paar Kürbissen doch ein wenig zu experimentieren!

  8. Ich habe noch nie einen Kürbis im Garten gehabt, so viel Platz habe ich leider nicht. Aber ich esse sehr gerne Kürbis und empfinde ihn garnicht als geschmacksneutral. Beim Aufschneiden nasche ich schon immer von den rohen Stückchen und hin und wieder erwischt man schon ein (aus dem Supermarkt) eher geschmacksarmes Exemplar (wie das heutzutage ja leider auch bei allen anderen Obst- und Gemüsesorten viel zu oft der Fall ist – irre ich mich, oder war früher tatsächlich alles viel besser – kann sich jemand aus seiner Kindheit an mehlige Pfirsiche und Aprikosen erinnern? Aber ich schweife ab…).
    Ich habe eine sehr große Sammlung an verschiedensten Kürbissuppenrezepten, da kann man wirklich unheimlich variieren, aber am besten schmeckt er mir als Backofengemüse:
    Kürbisspalten salzen, pfeffern und einölen => backen bei 200 Grad und anschließend mit einer Vinaigrette aus kleinen Apfelwürfeln, Zitronensaft, Apfeldicksaft, Kürbiskernöl, Salz, Pfeffer und Frühlingszwiebeln übergießen

  9. Ich habe noch nie einen Kürbis im Garten gehabt, so viel Platz habe ich leider nicht. Aber ich esse sehr gerne Kürbis und empfinde ihn garnicht als geschmacksneutral. Beim Aufschneiden nasche ich schon immer von den rohen Stückchen und hin und wieder erwischt man schon ein (aus dem Supermarkt) eher geschmacksarmes Exemplar (wie das heutzutage ja leider auch bei allen anderen Obst- und Gemüsesorten viel zu oft der Fall ist – irre ich mich, oder war früher tatsächlich alles viel besser – kann sich jemand aus seiner Kindheit an mehlige Pfirsiche und Aprikosen erinnern? Aber ich schweife ab…).
    Ich habe eine sehr große Sammlung an verschiedensten Kürbissuppenrezepten, da kann man wirklich unheimlich variieren, aber am besten schmeckt er mir als Backofengemüse:
    Kürbisspalten salzen, pfeffern und einölen => backen bei 200 Grad und anschließend mit einer Vinaigrette aus kleinen Apfelwürfeln, Zitronensaft, Apfeldicksaft, Kürbiskernöl, Salz, Pfeffer und Frühlingszwiebeln übergießen.
    Guten Appetit,
    Nadja

  10. Ich schneide den Kürbis auch gerne in Scheiben und ab in den Ofen damit bis er cremig wird. Ich könnte mich da reinlegen! Ansonsten koche ich auch gerne Suppe daraus und letztes Jahr haben wir den cremigen Kürbis mit cremigen Kartoffeln gemischt und diese Masse in Caneloni eingefüllt. Die Caneloi in eine Form gelegt, Sahne und Käse drüber und ab in den Ofen. Herrlich! Und selten mach ich mir einen Pumpkin Spice Latte :-)

  11. Hallo Claudia,
    beim Thema Kürbis muss ich mich auch noch kurz melden :-)

    Hatte bisher immer Suppe daraus gemacht. War auch immer gut.
    Aber als ich diese Jahr Hokkaidos hatte, hab ich sie im Backofen gemacht.

    In ca 2-3 cm dicke Scheiben schneiden. Etwas mit Öl bestreichen, Salz,Pfeffer.
    Auf ein Backblech legen und 20-30 min backen.
    Ich leg gleich noch Kartoffelscheiben dazu…..einfach lecker.

    Probiers mal aus. Der Geschmack ist auch von der Kürbissorte und dem Standort abhängig. Sprich, nicht jeder Kürbis schmeckt jedes Jahr gleich.

    Gib dem Kürbis eine Chance.

    Schöne Grüße
    Wolfgang

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