Lila Blumenkohl

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Den lila Blumenkohl haben wir während unserer Sizilienreise auf dem Markt von Catania entdeckt. Überall jede Menge lila Blumenkohlköpfe. Es schien eine regelrechte Schwemme zu sein, sie gingen zu Schleuderpreisen über die Tische. Weißen Blumenkohl hab‘ ich dagegen nirgends dort gesehen, die lila Variante scheint eine lokle Varietät zu sein: der sizilianische Blumenkohl, oder so…

Lila Blumenkohl

Zuhause hab‘ ich das dann recherchiert und bin gleich auf den tollen Bericht von Heiner (Wir sind im Garten) gestoßen. Kohl wächst bei uns normalerweise nicht gut, sonder krepelt so dahin und wird schnell krank oder gefressen. Doch Heiners Erfahrungen lassen hoffen, dass es mit dem lila Blumenkohl auch auf unserem sandigeren Boden mal klappen könnte. Denn er schreibt:

„Eigentlich wächst Kohl auf unserem leichten Sandboden nicht besonders gut. Deshalb halten wir uns mit dem Kohlanbau eigentlich auch vornehm zurück. Aber welcher Gärtner kann schon ungerührt an einer Samentüte vorbei gehen, auf der ein lila Blumenkohl abgebildet ist. Keine Ahnung, ob es an den besonderen Witterungsumständen dieses Jahres liegt oder an der besonderen Sorte, unser Blumenkohl hat sich jedenfalls trotz Sandboden bestens entwickelt.“

Im HORIPENDIUM (das grüne Lexikon) liest man ebenfalls Interessantes über farbigen Blumenkohl:

Farbiger Blumenkohl ist ernährungsphysiologisch wertvoller als der übliche, weiße Blumenkohl. Er ist jedoch in Deutschland am Markt nur selten anzutreffen. In Sizilien z.B. ist der violette Blumenkohl weit verbreitet und sehr beliebt. Viele Verbraucher in Mitteleuropa wissen nichts von den gesundheitlichen, geschmacklichen und die umweltrelevanten Vorteilen des farbigen Blumenkohls. So bekommen denn auch interessierte Anbauer in Deutschland schnell Absatzprobleme, wenn sie verstärkt den wertvollen, farbigen Blumnkohl anbauen bzw. vermarkten wollen. Farbige Blumenkohlsorten mit den typischen, gelbgrünen bzw. violetten „Köpfen“ sind eng verwandt mit den ürsprünglichen Blumenkohlpflanzen. Wie die Geschichte der Blumenkohlzüchtung zeigt, hat man in den letzten Jahrhunderten, weltweit alles daran gesetzt, um einen möglichst weißen, karotinarmen (nicht gelbwerdenden) und anthozianfreien (nicht violett werdenden) Blumenkohl zu züchten. In neuerer Zeit bemühen sich die Blumenkohlzüchter in der ganzen Welt auch wieder darum ertragsichere, farbige Blumenkohlsorten anzubieten.

Der Farbstoff, der die violette Farbe erzeugt (Anthozian), ist derselbe, der auch in roter Beete oder Rotkohl vorkommt. Und der ist bekanntlich wasserlöslich, was bedeutet, dass der Blumenkohl beim Kochen unschön graugrün verfärbt. Dünsten mit wenig Wasser, besser gleich im Dampf garen soll ein wenig helfen, zudem wird die Verwendung als Rohkost angeraten.

Na, erstmal muss er wachsen! Ich hab‘ ein Tütchen bestellt und bin gespannt, wie unsere Erfahrungen sein werden!

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

5 Kommentare

  1. Klingt spannend, viel Glück, ich liebe buntes Gemüse, aber an Kohl hab ich mich noch nicht getraut:-)
    LG Cordula

  2. Ohja, der ist schön! Ich baue trotzdem keinen Blumenkohl mehr an, der braucht einfach so viel Platz!
    Bin schon auf deine Berichte dazu gespannt.
    Liebe Grüße
    Margit

  3. Solch lila Blumenkohl hab ich schonmal beim Italiener meines Vertrauens genossen. Er schmeckt noch intensiver als der weiße Kohl. Sehr zu empfehlen.

  4. Vielen Dank für diesen tollen Blogbeitrag! Grünen Romanesco kenne ich, aber lila und orangen Blumenkohl hab ich das erste (und einzige) Mal in einem Restaurant in Paris gesehen. Als ich den Kellner fragte, ob die gefärbt oder natürlich bunt seien, hat er mich ganz komisch angesehen, wohl weil es die Farbvarianten auch in Paris an jeder Ecke gibt. Hier in Österreich kenne ich jedenfalls auch nur weißen und grünen Karfiol. (=Blumenkohl). :-)

    Ganz liebe Grüße
    Katharina

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