Gründüngung für locker sandigen Boden

Gretel im Busch hat mich daran erinnert, dass ich mich ja vor einem Jahr schon einmal mit Gründünger beschäftigt hatte. Damals hatte ich nur nach einer Winteraussaat für unsere Gemüsetuppen gesucht und der ausgesäte Feldsalat war nicht sehr erfolgreich, das Saatgut war auch schon alt.

Unser neuer Garten braucht ganz dringend eine ordentliche Bodenverbesserung. Trotz gärtnerischer Bearbeitung seit 1924, unterscheidet der sich nicht vom Märkischen Sandboden, der so berlintypisch ist.

locker sandiger Boden

Einen wirklich ausführlichen Artikel zu Pflanzen, die den Boden verbessern, fand ich beim BioGärtner, leider sind die Pflanzenbeschreibungen etwas unübersichtlich.

Einen besser lesbaren Erfahrungsbericht las ich im Gärtnerblog. Die Gärtnerin hat mal verschiedene der empfohlenen bodenverbessernden Pflanzen ausgebracht und uns an ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Sehr interessant fand ich, dass einige der „nicht winterharten“ Pflanzen den Winter im Rhein-Maingebiet locker überstanden und dann nicht leicht aus dem Garten zu entfernen waren. Selbst hier in Berlin hatten wir ja vorletzes Winter kaum Frost. Ihr absoluter Favorit war Phacelia tanacetifolia auf deutsch Büschelschön oder Bienenfreund.

Büschelschön

Die kennen wir ja schon, die hatten wir im wilden Garten auch ausgesät, vergessen und dann nicht bestimmen können; denn nur in ein paar Töpfen waren sie auch aufgegangen. Unser Gartenvorgänger meinte dazu: „Die kommt nur wenn sie gebraucht wird und geht dann einfach wieder.“ Der Wilde Garten hat sie also eher nicht gebraucht.

Da haben wir noch eine halbe Tüte Samen, die wir ja einfach mal ausbringen können.

7 Kommentare

  1. Oh ja! Und zwischendurch kann ich vermelden, dass die größten „Schwierigkeiten“ mit nicht tot gehenden Gründüngungspflanzen bei Inkarnatklee und Luzerne aufgetreten sind. Ersterer war letztes Jahr vollständig weg, und von Luzerne werde ich wohl noch ewig was haben…

  2. Für den Garten sollte mein ein gutes Händchen haben sonst nützt sich all die ganze Mühe nicht. Wir haben extremen Lehmboden und der ist sehr hartnäckig um aufzulockern. Ich kann davon ein Lied singen und alle Mühe wird leider nicht belohnt.

  3. Der Boden sieht ja dürftiger aus als der in meinem Garten, da hilft nur ausdauernde Kompostwirtschaft. Hat der Kleingarten eigentlich eine Kompoststelle…das A und O eines naturnah gepflegten Gartens überhaupt! Was ist so schlimm daran, wenn Büschelschön die Winter überlebt? Außerdem empfiehlt es sich, dass Gründüngung vor der Blüte in den Boden eingearbeitet wird. Phacelia ist zwar sicher gut für die Humusbildung im Gartenboden, für die Stickstoffanreicherung sind wohl Leguminosen sinnvoller. Aber Du solltest Gretels Rat befolgen und bevor Du loslegst unbedingt eine Bodenuntersuchung machen!Frag mal den Kleingartenvorsitzenden, der wird sicherlich wissen, wo Du das durchführen lassen kannst.
    Übrigens ist das wunderbare Buch angekommen, danke, danke, danke.
    Als ich das Titel geshen habe dachte ich..ohje ich bin die falsche Zielgruppe… das Buch ist nur etwas für gut Betuchte Design-Gärtnernde. Aber es sind viel schöne Anregungen drin für die Zeit, wenn wir wieder mehr Geld in der Tasche haben :-))
    LG
    Sisa

  4. @Sisa

    was bringt denn die „Bodenuntersuchung“? Matt hat gestern mal die Erde mit Wasser gemischt, verschüttelt und dann geschaut, wie sich das ablagert: jede Menge Sand unten, darüber eine deutlich dünnere Schicht lehmartige Substanzen. Ja, klar, das sieht man auch mit bloßem Auge…

    Da ich mich gestern zum ersten Mal über stunden im Garten aufgehalten habe, wurde das „blanke-Erde-Problem“ so richtig bewusst: wohin man tritt, ist es trocken-Staubig-sandig, wenn man anfängt zu gießen, nässen grad mal die obersten Schichten und wo man EINE MENGE GIESST, steht man dann im Schlamm.. :-))

    Unser erstes Ziel wird es also sein, da was zum Wachsen zu bringen, Hauptsache, es ist nicht mehr so viel blanke Erde zu sehen… Gegossen hat der Vorgänger in letzter Zeit offenbar kaum noch, so dass das die Lage noch verschlimmert hat.

    Ja, es gibt einen (halb fertigen) Kompost. Blöderweise hat der Vorgänger da fast nur Rasenschnitt rein, alles andere „als Müll entsorgt“ (!).

    Na, es ist jedenfalls auch mal eine interessante Aufgabe, bei der man was lernen kann!

  5. Okay, eine Schlämmprobe habt ihr also schon gemacht, damit kann man eigentlich auch schon etwas über den Humusanteil des Bodens aussagen, der u.a. eine wichtige Rolle spielt bei der Wasserhaltekapazität des Bodens. Hier gibt´s mehr zum Thema: http://www.bodenwelten.de/bodenframe.htm
    Eine Bodenuntersuchung kann eine Menge aussagen, je nachdem wie umfangreich ihr sie ausführen lasst. Das geht soweit, dass ihr beispielsweise feststellen lassen könnt, ob euer Boden schwermetallverseucht ist.
    Ich habe als wir hier einzogen auch eine machen lassen und so u.a. die Aussage erhalten, dass der Humusgehalt des Bodens zu gering ist, der Phosphatgehalt zu hoch, zu kalkhaltig ..was noch, ich muss direkt mal nachschauen.
    Mir fällt gerade noch etwas ein: Bentonit speichert Wasser und Pflanzennährstoffe, soll ideal für Sandböden sein. Ich hab´s auch verwendet in meinen Gemüsebeeten, aber eigentlich geht nichts über gut verrotteten Kompost für Boden und Bodenleben…. ihr braucht natürlich nichts von alledem, wenn ihr sehen wollt, was alleine wächst. Magerstandorte sind ideal für Trockenrasengesellschaften ;-)

  6. Pingback: Gründüngung für ungenutzte Flächen | Leidenschaft Garten

  7. Ich kann nur bestätigen das Phacelia bestens zur Gründüngung geeignet ist. Wir haben hier auch Sandboden, nicht für umsonst sind hier viele Kieswerke in der Nähe.
    Mit Phacelia habe ich dieses Jahr eine sehr gute Bodenverbesserung erzielen können. Der Boden ist ertragreich wie nie zuvor. Deshalb habe ich eine kleine Webseite dazu gemacht, über Besuche würde ich mich freuen. http://www.phacelia.net

    liebe Grüße

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