Mulchen, mulchen, mulchen

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Beim naturnahen Gärtnern will man vor allem keine kahlen, offenen Böden rund um die Nutz- und Zierpflanzen. Eine Decke aus organischem Material (Rasenschnitt, Stroh, gejätete „Unkräuter“, Blätter etc.) bewahrt den Boden vor dem Austrocknen und Ausschlämmen und zerfällt im Lauf der Zeit zu Humus: beste Gartenerde, die unsere „Sandbüchse“ dringend braucht!

gemulchtes Kartoffelbeet

Natürlich unterdrückt eine Mulchdecke auch hochkommende Wildkräuter, die man ansonsten forwährend jähten müsste – ein Sport, den man sich mittels des Mulchens wunderbar sparen kann! Man braucht auch weniger Gießwasser und die Hacke ist arbeitslos.

Mehr Leben im Boden

Weiter dient die organische Decke und der Verzicht aufs Umgraben im Herbst der Entwicklung des Bodenlebens. Die Gärtnerin schrieb dazu in ihrem schönen Beitrag „Mulch: Warum man es machen sollte“:


„Wenn man sich mal in die Bodenlebewesen versetzt und aus dieser Position das herbstliche Umgraben beurteilt, dann stehen einem die Haare zu Berge. Alles was oben war, wir nach unten gebracht, dann liegt alles nackt und ungeschützt den Winter über frei dem Wetter ausgesetzt. Klar der Frost kann eine mechanische Gare (Frostgare) des Boden herbeiführen. Die endet aber schon im Frühjahr wenn der Regen die Verschlämmung auslöst. Im Mulchgarten dagegen ist das ganze Jahr „Bodensaison“. Die Mulchdecke verzögert das Eindringen des Frostes. Selbst wenn der Boden dann mal gefroren ist, taut er trotz Bedeckung zügig wieder auf. Das mag an der Krümelstruktur liegen. Die Aktivisten unter und im Mulch haben dadurch immer Saison. Außer bei Dauerfrost sind immer Würmer und Asseln als einfach sichbare Indikatoren zu finden. Vergleicht das doch mal mit dem unbedeckten Boden – kaum angenehmer als Wüste!“

Mangold - gemulcht

Und die Optik? Wir finden gemulchte Beete schön!

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

9 Kommentare

  1. Auch ich kann Euch nur zustimmen,
    ich habe nun nicht nur die Erdbeeren und Beerensträucher, sondern das ganze Gemüseland gemulcht , mal dünner, mal dichter je nach Größe der Pflanzen, aber nackten , kahlen Boden gibt es nicht,
    die Stauden – und Rosen beete kommen nun auch mit dran mit Rasenschnitt
    eine Freundin sagte mal vor Jahrzehnten
    eine Bettdekce für den Boden und ich freue mich auch über das so aktive Bodenleben

    und gegen Schnecken lege ich Holz Bretter aus,
    es es steht dort mal ein Faß, ein alter Deckel der Regentonne ; darunter sammeln sich tagsüber die Nacktschnecken und die sammle ich dann ab

    herzlichen Dank für den schönen Beitrag
    und mein Mann ist auch nach viel Skepsis überzeugt,
    erhat viel weniger Arbeit, das Umgraben entfällt, nun in Zukunft, das erledigen die Würmer für ihn
    und mein Sandboden wird humoser
    Herzliche Grüße aus dem Norden
    Frauke

  2. ja, ich mulche auch, aber gaaaanz vorsichtig. Vielleicht ist das bei Sandboden ja anders, aber meine Lehm-/Tonmischung entwickelt sich leicht zur Schneckenzuchtanlage. Ich mulche nur mit dem Grünschnitt, den Schnecken verabscheuen. Und ein Holzbrett hinzulegen ist aus meiner Sicht ein rührender Versuch, eine Invasion durch Buhrufen zu vertreiben. Leichtes Hacken funktioniert in meinem Boden besser und wirkt auch gegen Schnecken.

    Aber, wie gesagt, bei Sandboden mag das ganz anders sein.

  3. *vordieStirnklatsch* – Danke für die Erinnerung – Ich wusste doch die ganze Zeit, daß bei unserem neu angelegten Garten noch was fehlt. Ich denke richtig los geht’s im Herbst, wenn ich genug Mulchmaterial habe.

  4. Endlich kommt der Sommer! Sieht wirklich schön aus!

  5. Ich kann das Mulchen aus eigener Erfahrung nur wärmstens empfehlen. Der Boden wird beschattetund trocknet weniger schnell aus, wodurch man im Sommer viele Gießkannen Wasser einsparen kann. Das einzige Problem beim Mulchen sind die Schnecken. Sie finden unter der Mulchschicht leider optimale Lebensbedingungen.

  6. Mit (Un)Kräutern zu mulchen geht aber nur, wenn diese noch keine Samen ausgebildet haben, sonst hat man nachher sehr viel Arbeit :-) In Blumenbeeten versuche ich mit Bodendeckern zu arbeiten.

  7. Pingback: Projekt Landeier - Torffreie Substrate

  8. Ich bin auch eine begeisterte Mulcherin.
    Es hat wirklich nur Vorteile.
    Habe meinen Kartoffelacker noch nie gegossen,
    und es wächst so gut wie kein „Un“kraut.
    Den frischen Grassschnitt/Rasenschnitt bekomme ich von Nachbarn, die froh sind, wenn sie den los sind und ihn nicht zur städtischen Kompostanlage bringen müssen.
    Insgesamt spart man sich ’ne Menge Zeit und Arbeit durch das Mulchen, denn man erlaubt der Natur, all das selbst zu machen, was man sonst machen müsste:
    1. Feuchtigkeit im Boden halten
    2. nur bestimtme Pflanzen wachsen lassen
    3. lebendige, sich selbst erneuernde Erde haben
    4. schön aussehende Beete haben

    … usw., steht ja alles schon oben.

    Schnecken habe ich auf dem Kartoffelacker bisher keine,
    aber man kann die auch wunderbar mit Melonenschalen an bestimmte Plätze locken und dann absammeln (spätabends oder ganz früh am Morgen).
    Das mach ich in meinem Ziergarten so.

  9. Wir haben kompletten Lehmboden und die Vorschläge zum Mulchen würden die Hunderten von Nacktschnecken (spanische Wegschnecke und großer Kelleregel) in unsrerem Erdbeer- und Gemüsegarten sicher sehr begrüßen. Wir haben viele Gartentage im Sommer, wo unsere Gartenarbeit in unserem überwiegend schattigen Garten fast ausschließlich im Schneckenabsammeln besteht. Als ich einmal die erste Nacktschnecke des Jahres am 5. März auf unserer Kletterrose fand, bin ich fast verzweifelt.
    So viel zum Thema Mulchen.

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