Neue Digitalkamera: die Qual der Wahl

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mit Makro fotografierter SchmetterlingSeit ein paar Tagen wühle ich mich durch Infoseiten, Tests und Erfahrungsberichte, um mich für eine neue Digitalkamera zu entscheiden. Es fällt mir schwerer als z.B. die Wahl eines neuen Computers, denn wenn der PC mal läuft, macht Windows sowieso „das Übliche“. Wogegen Handhabung und Ergebnisse einer DigiCam schon deutlich unterschiedlich ausfallen, abhängig von unzähligen Features und technischen Daten, die erstmal durchblickt und verglichen sein wollen.

Bisher fotografiere ich mit einer CANON Powershot G5 aus dem Jahr 2003 und war mit ihr immer recht zufrieden: gute Bilder schon mit der Automatik, aber auch viele Einstellmöglichkeiten, wenn man denn will. Mittlerweile reicht mir ihr 4-facher optischer Zoom (+ 4 x digital) nicht mehr, wenn ich Vögel auf den Bäumen ‚ranzoomen will, und auch die Makro-Funktion, die ich für Blüten und Insekten viel benutze, könnte besser sein. Toll ist dagegen der dreh- und schwenkbare Ausklappmonitor und das Leichtgewicht von nur gut 400 Gramm.

Auf eine digitale Spiegelreflex-Cam will ich nicht umzusteigen, da ich gar nicht erst fotografiere, wenn ich dafür einen Zubehör-Koffer mitschleppen muss. Also sind die sogenannten Megazoom-Kameras wohl die richtige Klasse für mich – aber welche?

Viele Sieger – irritierende Infos

Sieger vieler Tests ist die Panasonic Lumix DMC-FZ50 mit 10 Megapixel und 12-fach-Zoom, die durch gute Ergebnisse und tolle Details (manueller Zoomring, schwankbares Display) begeistert, genau wie ihr Vorgängermodell, die FZ30. Allerdings wiegt das Teil ca. 750 Gramm und ich bin mir nicht sicher, ob dieser „Gewichtssprung“ mich nicht doch bremsen würde. Zwar hatte ich zu analogen Zeiten schon einigermaßen schwere Spiegelreflex-Kameras, doch hab‘ ich mit denen ja auch wenig fotografiert. Ich werde mal in einen Laden gehen und sie anfassen, aus dem Kopf ist das nicht zu entscheiden.

Iris Ebenfalls viel gelobt wird die Sony Cyber-shot DSC-H5 (7 Megapixel, 12-fach-Zoom), die durch eine besonders kurze Auslöseverzögerung (0,15 Sek.!) und einen großen Monitor beeindruckt. Leider beklagen viele Käufer dieser Cam den Ausfall des Autofocus nach ein paar hundert Bildern. Da scheint ein Fehler im System vorzuliegen, den Sony noch nicht mal zugibt – also Finger weg, ich will ja fotografieren und nicht dauernd reparieren lassen!

Irritierend finde ich beim Studium der Infos zu einzelnen Cams, dass sie vielfach getestet und schwer gelobt werden, andrerseits praktisch zu JEDER so hochgelobten Cam Erfahrungsberichte existieren, die sie wieder in die Tonne treten. So heisst es etwa, Panasonic habe das heftige Bildrauschen der FZ30 bei der FZ50 in den Griff bekommen, gleichzeitig schreibt ein User auf Amazon: „Ein ernsthafter Foto-Amateur muss leider alle Panasonic Kameras links liegen lassen, da auch die FZ50 (wie alle Kameras dieser Marke!) mit einem unzumutbaren Bildrauschen geschlagen ist!“. Ein weiterer Käufer bemängelt dann die „agressive Rauschunterdrückung“, die weit über das Ziel hinaus schösse und auf Kosten feiner Details gehe. Ja wie denn nun?? Es klingt, als habe da jeder eine andere Kamera getestet!

Beim Vertrauten bleiben?

Fliege Im Moment neige ich dazu, vor allem Modelle der mir bereits vertrauten CANON Powershot-Linie in Betracht zu ziehen: also die Canon Powershot S5 IS oder ihre Vorgängerin, die S3 IS. Auch sie erreicht in den Tests vordere Plätze, hat mit 8 Megapixel nicht ganz so viele Daten auf dem Chip unterzubringen, bietet ein 12-fach-Zoom mit Bildstabilisator, Gesichtserkennung, schwenkbaren Monitor und viele händisch (!) zu benutzende Einstellmöglichkeiten. Hinzu kommt ein Makro ab Null cm – man kann quasi am Objekt kleben! Leider rügen User bei der S3 das „Rauschen“ der Bilder bei eingestellten Empfindlichkeiten über 100 Iso – aber naja, auf meiner jetzigen Cam hab‘ ich auch nie den ISO-Wert umgestellt…

Das Neueste ist nicht immer das Beste

Überhaupt ist anzunehmen, dass ich Mängel, die hier und da angeprangert werden, selber gar nicht bemerken würde, da ich die Cam gar nicht so „ausreize“, wie das viele engagierte Anwender machen. Ob die Konturen bei 200% Vergrößerung im Detail die Schandtaten der Rauschunterdrückung anzeigen, geht an mir bestimmt komplett vorbei, wenn es mir keiner sagt. Insgesamt sehe ich allerdings die Tendenz, dass das Neuere und technisch Fortgeschrittenere auch neue Probleme mit sich bringt (Datendichte!), weshalb ich durchaus auch die Vorgängermodell in Betracht ziehe. Nächstes Jahr sind die jetzigen Top-Cams auch schon wieder „überholt“ und deutlich billiger – warum also nicht gleich zurück greifen?

Ich bin gespannt, wie ich mich entscheiden werde – noch ist alles im Fluss und meine Meinung schwankt wie ein Blatt im Wind!

lila Blütendolde

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Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

15 Kommentare

  1. Was sind denn SLR Kameras?

  2. single-lens reflex (SLR) = Spiegelreflex
    aber ich änder das lieber im Text, weniger Jargon ist immer besser!

  3. Ach Kameratests, da darf man auch nich vergessen, dass viele nur testen und nicht fotografieren ;-) Und Tests in Zeitungen sind eh leider oft gekauft mit der Anzeige auf der nächsten Seite.

    Ich habe gerade letzten Freitag eine Bekannte beraten, die gerade ebenfalls auf der Suche ist, aber bisher analaog per SLR fotografiert hatte, aus finanziellen Gründen aber nicht dort weiter machen konnte. Sich dennoch aber nun mit digital fotografisch weiterentwicklen wollte, was es nicht leicht machte, ihr etwas zu empfehlen – jedenfalls fielen kompakte Modell raus.

    Meine Meinung: die Canons im Bridge-Segement sind leider mittlerweile zu einer unterträglichen Plastikbomben verkommen. Und ich mochte meine ixus II sehr. Die Powershoots sind unterträglich anzufassen.
    Die Lumix ist ’ne feine Kamera, das Rauschen sollen sie bei der FZ50 deutlich besser in den Griff bekommen haben. Aber es ist da. Stellt sich die Frage, wie oft man bei schlechterem Licht fotografiert. Die Leica-Optik ist einfach sexy. Mir gefällt die Menü-Führung nicht so (wirkt alles etwas billig).

    Die Sony: ja ist gut. Aber sehr teuer (ich meine, echt, dafür gehe ich dann lieber auf DSLR). Immer noch nerven die Sony-Speichersticks.

    Die beste Prosumer/Bridge-Kamera zur Zeit ist die Fuji S6500fd. Die Kamera hat überall nur sehr gute Rezensionen (guck mal bei amazon/günstiger.de/preview.com. Das ist keine allzu kleine Kamera aber mit einem stabilen Chassis, 10facher optischer (!) Zoom. Eine stabile gut in der Hand liegende Kamera mit allem Schisslaweng (Antishake/Gesichtserkennung (naja, wer’s braucht) etc. 28-300 Zoom, großer Montior, hat dann auch ’ne Videofunktion (hätte eine DSLR nicht). Mini-Nachteil: arbeitet mit xD-Cards, Vorteil: schluckt AA-Akkus. Wohlbemerkt das Nachfolgemodell, die 9s hat einen kleineren Sensor und ist qualitativ der Fuji 6x unterlegen i.d. Bildqualität, obwohl sie einen externen Blitzschuh hat.

    Die Bekannte hat sich nun auch für die Fuji 6x entschieden.

    Dein Argument für eine DSLR zieht nicht wirklich, es gibt großartige relativ kleine Spiegelreflexkameras, die man auch so in der Tasche mitträgt. Ich tue das täglich. Ich hatte zwar damals auch Deine Sorge, mir war aber die fotografische Entwicklung als auch das Ergebnis der Fotos wichtiger. Und das sind die Pentaxen. Eine Pentax K110D (oder die Nachfolger der istDs) gibt es für einen guten Preis (die „billig“-Versionen von Samsung noch günstiger, dafür aber nie mit den guten Pentax, sonder mit Schneideroptiken.) Die Canon 400D ist auch nicht sooooo groß. Etwas größer geraten ist die Pentax K10D, aber das ist DIE DSLR auf dem Mark – siehe Dir die Kundenreviews auf dpreview an, so eine einheilige Meinung gab es bisher nur selten.

    Aber im Grunde zählt in der Hauptsache eines: die Handhabung. Eine Kamera, die nicht gut in der Hand liegt, macht keinen Spaß, hilft einem nicht an der Technik zu feilen. Und das Empfinden ist sehr sehr individuell. Als vor Ort beim Händler testen!

  4. Hi Creezy,

    hab Dank für diesen tollen, sehr substanzielle Beitrag. Himmel, da hab ich ja wieder neu nachzudenken (wo ich doch schon so weit war, zumindest eine von den drei im Artikel erwähnten Cams kaufen zu wollen!).

    Am Ende verwirrst du mich ein wenig: „Dein Argument für eine DSLR zieht nicht wirklich…“ – ich hatte nicht DAFÜR, sondern dagegen argumentiert, wegen des Gewichts und Zubehörs. Nach wie vor ist es doch so, dass Spiegelreflex auch immer mehrere Objektive bedeutet? Und darauf hab‘ ich halt keine Lust. Auch bin ich schon so lange vom SRL-fotografieren weg, dass ich Verschiedenes vermissen bzw. seltsam finden würde, wenn ich wieder auf den Zug aufspringe. Und finanziell ist die SLR-Schiene ein Fass ohne Boden, wogegen man in Sachen Mega-Zoom erst gar nicht gefordert wird, richtig viel Geld auszugeben.

    Die Fuji S6500fd hab ich mir grade mal angesehen – liest sich gut, aber ich würde den klapp-, schwenk- und drehbaren Monitor wohl zu sehr vermissen. Mit der Cam in den ausgestreckten Armen komm ich dem Schmetterling viel näher (von oben, unten, allen möglichen Winkeln), als wenn ich mich mit dem Kopf/Oberkörper nah an der Cam annähern müsste. Auch kann ich damit auf Märkten und an belebten Plätzen fotografieren, ohne dass das jemand merkt. Bestimmt entstehen 20% meiner Bilder unter Verwendung des Dreh/Schwenk-Monitors – hach, das mag ich nicht mehr missen…

    Zudem schreibt über die Fuji ein User bei Amazon:

    „Nur muss man sich als Kompaktkamera-Nutzer im Klaren sein, dass man bei dieser Kamera alles (oder fast alles) manuell einstellen muss, da die Automatik  wie schon von meinen Vorrednern angesprochen  totaler Schrott ist.“

    Das ist für mich ein k.o.-Argument, denn fast alle meiner Fotos entstehen vollautomatisch. Mein ganz persönliches Bild erschaffe ich immer schon in der Bildbearbeitung (Ausschnitt, Schärfe, Kontrast, Farbsättigung etc.). Das „Ausgangsmaterial“ muss ohne viel Voreinstellung in den Kasten. Gerade mach ich gelegentlich Versuche mit Zeit- und Blendenautomatik (um auch mal „Schärfentiefe“ nach eigener Wahl drauf zu kriegen), aber das ist quasi Spielerei, zur Not mach ich sowas mit „Gausscher Weichzeichner“ und dem Freistell-Werkzeug in der Bildbarbeitung. Ständig etwas einstellen zu müssen würde mich bei meinen Fotorundgängen und Sessions eher bremsen als motivieren..

    Was die Handhabung angeht, stimme ich dir voll zu: Anfassen ist durch nichts zu ersetzen. Die Powershot G5 bekam ich allerdings geschenkt und hatte keine Wahl – aber auch keine Beschwerden in Sachen Handling. Glück gehabt!

    Nochmal danke und lieben Gruß

    Claudia

  5. Hallo,
    also wir haben uns im Mai für unsere nun bevorstehende Safari als Kamera die Panasonic Lumix DMC-FZ50 gekauft. Sind absolut zufrieden. Die macht echt tolle Fotos. Aber Vögel auf den Bäumen ganz groß zu fotografieren, schafft man auch mit dem 12 fach Zoom nicht! Da sollte man sich am besten mit Disgiskopie befassen ;-)
    Wir können zu der Kamera aber nur „TOP – TOP – Top“ sagen!
    Die ist echt SUPER für Landschaftsaufnahmen als auch für Tierfotos. Für Makros noch einen Adapter kaufen!

    Grüße
    Birgit

  6. Laut Beschreibung geht das Makro im Weitwinkelbereich bis 5cm im Tele bis 20 cm ran – willst du sagen, dass man extra einen Adapter braucht, um ansprechende Makros zu machen??

  7. Pingback: Digitalkameras: Je neuer, desto schlechter » Das wilde Gartenblog - ein Garten für Faule

  8. Hallo Claudia,

    Was war denn nun letztendlich Deine Wahl ? Ich bin mit dem gleichen Problem beschäftigt: suche eine digicam mit gutem Zoom, guten Makro, schneller Auslösung, möglichst großem Display und natürlich einer guten Bildqualität (RAW wäre noch gut, aber..)
    naja, Stromversorgung mit AA wäre auch gut (ist überall beschaffbar und glaub auch billiger),
    danke
    wolli

  9. Hallo wolli,

    hat dann nur noch bis September gedauert.

    http://www.das-wilde-gartenblog.de/2007/09/10/neue-digicam-die-ersten-bilder/

    Grüße

    Matt

  10. Pingback: Schärfentiefe

  11. Hast du dich schon entschieden? Ich bin ein absoluter Fan der Bridgekameras und habe mich bisher aus den gleichen Gründen wie du gegen die digitale SLR entschieden. Meine derzeitige Kamera ist die Olympus SP-570 UZ mit dem 20-fach Zoom. Das hat mich gereizt und mir im Urlaub auch gute Dienste erwiesen. Aber mittlerweile ist für mich das Zoom nicht so ausschlaggebend wie bisher und ich würde die Olympus durchaus gerne wieder gegen die alte Canon umtauschen. Den klappbaren Monitor fand ich nämlich genial und die Canon war auch schneller. Außerdem – je mehr Möglichkeiten eingebaut werden, um so unübersichtlicher wird die Bedienung. Ich arbeite zwar gerne mit manueller Einstellung, aber wenn ich dann mehr als eine Minute brauche, um alles individuell einzustellen, dann ist das Motiv weg und sei es nur die eben noch richtige Sonneneinstrahlung. Heute habe ich im Garten mit meiner kleinen Canon Ixus fotgrafiert, die ich als „immer-dabei-hab“ Kamera noch habe und mich gefreut, dass alles so schön einfach war ;-)
    Herzliche Grüße
    Elke

  12. Hab nun die Canon Powershot S5 IS schon über ein Jahr und bin SEHR zufrieden! Alle Bilder aus dieser Zeit sind damit entstanden – die Supermakros beeindrucken mich immer wieder sehr!

  13. Das ist gar nicht so einfach, sich im Moment bei der großen Auswahl die richtige Kamera zu kaufen. Mit einer Bridge-Kamera macht man sicherlich nicht viel falsch. Gerade im Garten, wo es gar nicht so sehr auf Geschwindigkeit ankommt, könnte man versuchen, noch an die Fujifilm S 1000 fd ranzukommen. Die gabs mal mit 33 bis 400 mm Brennweite für rund 150 Euro. Diese Digitalkamera hatte gute Testergebnisse, war aber beim Zoom etwas langsam. Aber das dürfte im Garten ja nicht stören.

  14. Wow, wirklich tolle Fotos!! Die muss ich auch haben!

  15. das Problem mit Tests ist halt, daß nicht jedes Produkt getestet wird und daß Tests nicht auf Deine persönlichen Bedürfnisse aussagen. Aber auf solchen Seiten : http://www.guenstig.de/kaufberater/foto/digitalkamera kann man sich zumindest vorab informieren, worum es überhaupt geht.

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