7 Regeln für faules Gärtnern

  1. Alles, was wächst, hat das gleiche Recht, zu leben.
    Lass es also erstmal wachsen, beobachte es und erfreue dich an seiner Eigenart. Sich einmischen macht Arbeit, und die wollen wir nicht mutwillig vermehren.
  2. Beschränke Eingriffe auf das Nötigste!
    Wenn du eine neue Pflanze setzt, schaffe ihr Platz und verteidige diesen Platz, während sie wächst, aber vermeide es, planlos größere Flächen umzugestalten: nackte Erde ist nicht schöner als das, was da von alleine gewachsen ist.
  3. Bevorzuge winterharte, heimische Pflanzen, die sich selbständig vermehren, denn diese kommen am besten mit sich selber klar.
  4. Sieh den Garten als Ganzes, das auch Kleinlebewesen Raum gibt,
    dann musst du nicht dauernd aufräumen, Abgestorbenes entfernen und Totholz entsorgen.
  5. Verschreibe dich nicht mit Haut und Haaren einer Ideologie!
    100% öko, bio, perma, japanisch etc. kann leicht zum Fulltime-Job werden und Fanatismus ist auf jeden Fall ein Stimmungkiller.
  6. Gestalte, was du gestalten willst, aber führe keinen Krieg!
    Gib den Dingen, die du ändern willst, gute Start-Chancen, aber bleibe gelassen, wenn es sich nicht so entwickelt, wie du es dir gedacht hast.
  7. Erkenne dich selbst als Teil des Biotops!
    Der Garten ist nicht allein für die Pflanzen und Tiere da, sondern dient auch deiner Erholung. Es ist in Ordnung, dir den Platz zu nehmen, den du brauchst, um dich wohl zu fühlen!

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

33 Kommentare

  1. Interessante Zusammenfassung, da sind einige wichtige Punkte dabei.

  2. Wir können Axel nicht ganz recht geben, denn wir finden alle 7 Regeln richtig und sinnvoll. Denn Gelassenheit und ein entspanntes Verhältnis zum Garten verhelfen zu einem anderen und oftmals interessanteren “Wildwuchs”.

    Silke & Wolfgang

  3. *g* also ich werde die Regeln mal meinem Schwiegervater in die Hand drücken… der ist erst zufrieden, wenn alles seinen Platz hat und er ordentlich abgearbeitet ist :-D

  4. Meine Gartenphilosopie in Worte gefasst – toll !!

    Hab mir die Regeln ausgedruckt – die bekommen einen Ehrenplatz gleich am Eingang zum Gartenhäuschen :)

    Faulenzen im Garten heißt für mich eigentlich:
    mit offenen Ohren und Augen und freier Nase mitten im Geschehen zu sitzen
    die Fische beim “fischeln” (so haben wir den Akt der Nachwuchsproduktion bei Fischen genannten) zu beobachten, den Amseln, Meiserln und Elsthern beim Plaudern, Singen, Schnattern zu zuhören.
    den Kontrast entdecken, den die zartgrünen, frischen Blätter unserer Hauslinde zum glasklaren Blau des Frühlingshimmels bilden
    den Duft aufnehmen, den Goldlack, Flieder, Hyazinthen schon im zeitigen Frühjahr verströmen
    in der Hängematte liegen und stundenlang im Geite planen, was man alles ändern, umgestalten möchte – um zum Schluß zu kommen, dass eh überall dort das wächst, was wachsen soll …

    In diesem Sinne alles Liebe und einen wunderschönen Gartentag!
    Sabine

  5. Mir fehlt immer noch Regel 1a: Informiere dich, denn Pflanzen an den richtigen Standort gepflanzt/gesät, machen bald kaum noch Arbeit.
    liebe Grüße an alle arbeitsvermeidende Gartengenießer

  6. Claudia, danke für den Karnevals-Beitrag. Heimlicher Favorit des Veranstalters (innoffizielle Kategorie) ;-).

  7. Ja, das sind wirklich gelungene Regeln.

    Leider sind 85% der Deutschen Hausgärtner der Meinung, sowas ist “verlottert” und kommen gleich mit Heckenschere oder Giftspritze, falls sich auch nur 1 Blatt in ihr “Reich” verirrt…

  8. Tja Manuel, da hast Du recht. Dementsprechend trostlos und eintönig sehen solche kaputtgearbeiteten Grundstücke dann auch aus. Manche mögen das echte Leben eben nicht…traurig das sich so viele ohne Sinn und Verstand darin einmischen, anstatt erstmal die Sinne zu schärfen und sich zu informieren.

  9. Pingback: Blog-Karneval beendet - ein Fazit - vital-Genuss.de - Das Genuss-Blog für alle Sinne

  10. Gratuliere zu den sieben Regeln! Habe mir erlaubt, den Beitrag allen Arlesheimer Gärtnerinnen und Gärtnern ans Herz zu legen.
    Grüsse aus der Schweiz vom
    Wanderer von Arlesheim

  11. Zu Punkt 5 wollte ich anmerken, dass ein ständiger Wechsel zwischen einzelnen Stielen zu einem ganz schreckliches Ergebnis führen kann. Wenn man da nicht strikt trennt (oder einen guten Geschmack hat und weiß was man kombinieren kann und was nicht) sollte man lieber gar keine extreme Ausrichtung ausüben, bzw. pflanzen.

  12. Pingback: Wie verbessere ich die Welt? » Digital Diary - Vom Sinn des Lebens zum Buchstabenglück

  13. Sehr tolle Zusammenfassung. Ich selbst habe früher meist mehr im Garten gearbeitet als mich an den prachtvollen und schönen Pflanzen, welche ich großgezogen hatte, zu erfreuen. Aber je Älter ich werde desto weniger mache ich im Garten und habe viel mehr Zeit mich an den Blumen und Pflanzen zu erfreuen.

    Liebe Grüße, Marta

  14. Ja das nenne ich doch einmal brauchbare Tipps.
    Werde versuchen das ein oder andere zu beherzigen

  15. Pingback: das-wilde-gartenblog.de | Hobby | Willkommen in Bloggersdorf

  16. Guter Beitrag – habe es uns ausgedruckt und ans schwarze Brett gehängt !

  17. Danke für die Tipps. Da ich eh ein fauler Mensch bin… ;)

    Aber ein wilder Garten gefällt mir im Endeffekt auch viel besser als künstlich von Menschenhand geschaffene.

  18. Pingback: Niemand will deine Blog-Postings lesen…

  19. @Manuel: Mein Vater gehört leider auch zu den 85% der Deutschen, die dieser Auffassung sind. Schade eigentlich.
    Mir gefällt unser Garten nämlich von Sommer bis Winter, wenn er in Ruhe gelassen wird am besten. Nur im Frühling fängt mein Vater an, den wunderbar vor sich hinwachsenden Garten wieder seinem Willen zu unterwerfen. Ich werde ihm mal die Regeln vor die Nase halten und hoffe, dass sie dabei helfen seine “Putzwut” im Garten etwas einzudämmen.

  20. Es gibt sogar Kleingartensparten, in denen Wege und Randstreifen der Einfachheit halber aus Sand bestehen. Da ist dann jeder Parzellenbesitzer einmal an der Reihe, samstags ein Muster in den losen Sand zu harken und niemand findet es doof. Nur gut, dass ich meine Spielregeln selbst entwerfen und verwirklichen darf. Liebe Grüße Helga

  21. Für diese 7 Regeln kann ich mich durchaus begeistern. Nur leider darf man das nicht überall. Wenn man so einen kleinen Garten in einer Gartensparte hat, dann muss man sich oft vielen Regularien beugen. Und da muss man dann wohl doch ran und seinen “Krieg führen”. Aber wenn ich dann irgendwann mal mein eigenes Grundstück habe, dann werde ich der Natur ihren freien Lauf lassen und es einfach nur genießen.

  22. Diese Regeln gelten 100% auch für meinen/unseren Garten! Mögen die Nachbarn auch darüber den Kopf schütteln.

    Schöne Gartengrüße, Helmut

  23. ich finde diese regeln durchaus sinnvoll.. ich könnte nicht mehr ohne sie leben!!! danke!!!!! endlich weiss ich wie ich mich im pflanzenreich verhalten muss!! :)

  24. super tolle liste ;)

    besindes tipp 6 gefältt mir………

    Gestalte, was du gestalten willst, aber führe keinen Krieg!

    da finde ich mich am besten wieder :)

    lg von claudia an claudia :)

  25. Punkt 2 sagt eigentlich alles! Man sollte sich echt nur auf das nötigste beschränken bzw. das nötigste Entfernen! Ansonsten arbeitet man jeden Tag dumm und dämlich im Garten!!!! Das ist wie ein zweiter Job!

  26. Ach Quatsch, wenn man seinen Garten immer in Schuss hält, dann muss man nicht jeden Tag arbeiten!! alle 2 oder 3 Tage ne Stunde reicht doch aus. Außer du hast 500qm

  27. Das sind sehr brauchbare und wertvolle Tipps, die man echt beherzigen sollte. Vielleicht hast du auch noch ein Problem gegen meinen kleinen Freund, den Maulwurf. Ich hab seit kurzem einen Maulwurf in meinem schönen Garten und den will ich eig. gar nicht haben. Was kann ich dagegen tun? Danke :)

  28. Pingback: Faules Gärtnern | Good Food for us

  29. Naja, faules Gärtnern ist sicher Angenehm, aber man darf es auch nicht übertreiben. Bestes Beispiel ist der Nachbar meiner Eltern, wo der Garten schon ein ziemlicher Urwald geworden ist. Man kommt kaum noch durch. Wer wenig Arbeit mit seinem Garten haben möchte, der sollte einfach alles bepflastern, oder aber eine monotone Rasenfläche anlegen.

  30. Ich habe deine Tipps gerade gelesen – sie sprechen mir aus dem Herzen, auch wenn ich mich manchmal dabei ertappe, immer noch zu sehr einzugreifen in das, was da wächst…

  31. Ich tue mich mit dem naturbelassenen schwer. Auf der einen Seite hege ich die “wilde” Natur, auf der anderen Seite muss ich eingreifen. Manchmal auch rabiat. Den Blog finde ich toll. Alleine wegen der vielen neuen Gedanken zu diesem Thema.

  32. herzlichen Dank für dieses gelungene Regelwerk-
    es strahlt durchaus auf andere Lebensbereiche… beim Vorlesen haben wir uns scheckig gelacht;)

  33. Pingback: Aktiv Webwerken statt passiv News konsumieren › Digital Diary – Claudia Klinger

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