Win win: Geben und Nehmen im Garten

Frank Albers lädt auf seinem Selbstmanagement-Blog zur Blogparade „Win win – geben und nehmen“ ein. Der Begriff „Win-Win-Situation“ meint ein Geschäft oder eine andere Art von Zusammenarbeit, bei der für die Beteiligten ein höherer Nutzen entsteht als Kosten verursacht werden. Eine Interaktion also, über die man sich richtig freut, sowohl beim Geben als auch beim Nehmen.

Pflanzen verschenken: die reine Freude!

Mir ist da gleich der Garten eingefallen, der mir jedes Jahr aufs Neue Win-win-Situationen beschert, die für das Garten-Hobby typisch sind. Warum? Wir alle gehen beim Gärtnern mit Pflanzen um, die als lebendige Wesen nun mal wachsen und sich fortpflanzen. Von jedem Gewächs, das wir in den Garten setzen, wünschen wir uns, dass es auch gedeiht und „investieren“ in aller Regel einiges an Pflege, damit das auch klappen kann. Hat die Pflanze die ihr entsprechenden Bedingungen wird sie größer, trägt Früchte oder zumindest Samen und erzeugt somit – ganz umsonst – einen Überflüss, für den wir selbst nicht immer Verwendung finden.

Oft tut es der Gärtnerseele weh, das alles einfach in den Kompost zu entsorgen, umso mehr, je mehr Pflege und Zuwendung wir einer Pflanze geschenkt haben. Das ist der „innere Konflikt“, der am besten durch Teilen, Verschenken, kostenlos Abgeben gelöst wird. Hier mal die typischen Gelegenheiten:

  • Vorgezogene Gewächse abgeben: Meist ziehen wir mehr Pflänzchen einer Sorte vor, denn es ist je nicht sicher, ob sie auch wirklich in genügender Zahl gedeihen werden. Bei mir sind das in jeden Frühling diverse Tomatensorten, die ich in zwei Etagen auf zwei Fensterbänken vorziehe. Tomaten auf der Fensterbank Am Ende sind es immer zu viele, also gebe ich sie an die Nachbarn im Haus ab. Mein Gewinn: ich plaudere mal mit den anderen Mietern, was sonst eher selten vorkommt, bleibe in angenehmer Erinnerung und muss die überzähligen Tomaten nicht mit dem Fahrrad in den Garten transportieren. Und: Meine Arbeit war nicht umsonst, oft berichten mir die Nachbarn auch, wie die Ernte war und wie die Tomaten schmeckten. Die Nachbarn „gewinnen“ ihrerseits besondere Tomatensorten für den eigenen Balkon, ohne sich um die Beschaffung und Aufzucht gekümmert zu haben.
  • Stauden teilen: Viele Stauden und Halbbüsche werden größer und benötigen immer mehr Platz. Wir verjüngen sie, indem wir sie im Herbst zurück schneiden und teilen – aber wohin damit? Eine gute Gelegentheit, die Gartennachbarn zu fragen, ob sie vielleicht Interesse an der Pflanze haben. Ich frage auch einfach mal nach, ob ich Ableger bekommen kann, wenn mir ein Gewächs in den Nachbargärten gut gefällt – noch nie hat jemand nein gesagt und gelegentlich bekomme ich auch ohne Nachfrage „Abgeteiltes“ angeboten.
  • Samen verschenken: Was für Stauden gilt, geht natürlich noch viel einfacher mit Samen. Man kann sich im Handel vielerlei Samentütchen anhand prächtiger Bilder von gut entwickelten Pflanzen kaufen, erlebt dabei aber oft eine Enttäuschung, weil der Standort doch nicht so passt. Anders bei den Pflanzen, die in Nachbargärten gut wachsen: hier kann man sicher sein, dass sie – bei entsprechender Pflege – auch im eigenen Garten beste Chancen haben. Und in jedem Herbst produzieren Pflanzen meist eine Überfülle an Samen, was das Abgeben ziemlich leicht macht. :-)

Die oft als spießig verschrienen Kleingartenvereine kultivieren vielerorts immer schon diese Art „Win-Win-Situationen“, veranstalten Tauschbörsen, Flohmärkte und Feste, auf denen das Pflanzen-Verschenken eine Haupt- oder zumindest Nebenrolle spielt. Auch das Ausleihen von Werkzeugen und Gartengeräten, die man nicht so oft braucht, lässt sich in „KGAs“ leichter organisieren als im oft isoliert liegenden Privatgarten. Im Sektor „Win-Win“ bzw. der super-angesagten „Sharing-Economy“ sind Kleingärtner also immer schon Avantgarde! :-)

Win Win beim Gartenbloggen

Beim Bloggen ergeben sich ebenfalls oft Win-Win-Situationen – diese Blogparade ist ein gutes Beispiel, denn sie nützt sowohl den Teilnehmern als auch dem Veranstalter durch Verlinkungen und Blogbesuche, die sonst nicht stattgefunden hätten. Das Verlinken und Empfehlen anderer Blogs, eine gut gepflegte Blogroll und vieles mehr durchweg Aktivitäten, die mehr nützen als sie kosten. Die verlinkten Blogger/innen freuen sich um bemerken das eigene Blog vielleicht zum ersten Mal, und selbst hat man den Leserinnen und Lesern mit einem guten Tipp gedient.

welche-pflanze2

Ab und an werden auch Pflanzen (oder Samen) aufgrund von Blogposts verschickt: So hat mir Stammleser Wolfgang mal aufgrund eines Eintrags über Herbstanemonen ein Paket mit mehreren ausgegrabenen Stauden geschickt (natürlich nicht „einfach so“ zugeschickt, sondern erst abgesprochen!). Was für ein Aufwand, ich war begeistert! Und nun blühen sie in unserem Garten! Wolfgang ist mir natürlich in positiver Erinnerung geblieben, nicht nur als Gartenfreund, sondern auch mit dem, was er sonst so im Web (be-)treibt: nämlich eine Seite mit wunderschönen Sonnenuhren für den Garten, die mir richtig gut gefallen. Win-win! :-)

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

9 Kommentare

  1. Wohltun trägt Zinsen….das ist so schön beschrieben wie etwas allen nur gut tut, daß ich es so machen werde…
    Auf ebay Kleinanzeigen habe ich auch schon einiges an Zimmerpflanzen mitsamt Töpfen für 2 Pakete Kaffee z.B. erstanden. .vieles ist auch zum selbstausgraben angeboten.

  2. Liebe Gisela, ich habe mir erlaubt, deinen Link zu korrigieren, so dass er jetzt auch stimmt:

    https://www.instagram.com/verfilzt_zugenaeht_feltdesign/

  3. Liebe Claudia, es freut mich sehr das ich dir in guter Erinnerung geblieben bin. Schön das die Hetbstanemonen einen guten Platz bei dir haben.
    Herzlichen Dank für die Erwähnung hier.

    Schöne Garten-Grüsse aus München
    Wolfgang

  4. Hallo Claudia,
    in deiner Aufzählung fehlt noch das offensichtlichste überhaupt: die Früchte Teilen. Wir können uns momentan kaum vor den unzähligen Tomaten retten und verschenken diese an Nachbarn, Bekannte und Freunde. Auch von den Gurken haben wir gerade genug und geben sie gerne ab.

    Win-Win ist dabei neben den Gesprächen die dabei zustande kommen auch der Austausch. So bekommen wir auch immer wieder Früchte oder Beeren die in unserem Gerten nicht gedeihen.

    So kann aus zu vielen Tomaten auch einmal ein leckerer Kirschkuchen werden.

    Schöne Grüße aus Bayern.

  5. Liebe Claudia,

    vielen Dank für die Teilnahme an meiner Blogparade . Durch diesen Artikel ist mir gerade bewusst geworden, was Pflanzen und Blogs gemeinsam haben ;-) Zu Beginn ist jeder junge Blog ein zartes kleines Pflänzchen, welches durch Teilen erst richtig groß wird.

    Liebe Grüße aus Montabaur

    Frank

  6. Pingback: Blogparade: WIN-WIN | geben und nehmen - einfach-effektiv.de

  7. Liebe Claudia,

    wenn man im Netz bei der allseits bekannten Suchmaschine Top Gartenblogs eintippt, dann ist Dein Blog irgendwie immer dabei. (Respekt und Anerkennung) Nachdem ich jetzt schon ein paar Posts gelesen habe, weiß ich auch warum. Auch dieser Post mit dem win-win gefällt mir sehr. So hatte ich das noch nicht gesehen.
    Vielleicht kann ich Dich auch verleiten mal bei uns (bei meiner Frau und mir), http://einfachwerkhausimgruenen.blogspot.de/ vorbei zu schauen. Wir haben seit ein paar Monaten auch einen Gartenblog.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

  8. @Wolfgang Nießen: Danke fürs Lob! Liegt aber auch am ALTER dieses Blogs, das ist auch ein Ranking-Faktor und nicht so leicht zu toppen… :-)

    Gerne schau ich mal auf Eurem Blog vorbei!

  9. Hallo Claudia,
    gerade die Natur ist so voller WIN-WIN. Pflanzen und Tiere, die eine Symbiose bilden und sich gegenseitig untersützen. Ich denke mal an Bienen und Blumen, die sich gegenseitig helfen.

    Viele Grüße,
    David

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