Der Garten im Juni: Gräser, Rosen, Steine, Schnecken

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Im Juni erreichen die Gräser, die auf unserer Hinterland-Wiese (und auch sonst in vielen Ecken) lange wachsen dürfen, ein Stadium, in dem ihre Attraktivität nachlässt. Teilweise ziehe ich sie nun raus, was mir ermöglicht, manche hübsche Wildpflanze stehen zu lassen. An anderen Stellen werden sie gesichelt und auf den Wegen und größeren Flächen gemäht.

Hinterland

Mit Rosen haben wir eigentlich keine Erfahrung, doch eine hatten wir uns zugelegt, die als „Ramblerrose“ an einem abgestorbenen Pfirsichbaum hoch ranken soll: Super Dorothy heißt sie und erschien uns bisher als ziemlicher Pflegefall: im Winter ist ein großer Teil des Austriebs immer wieder abgestorben. Doch jetzt, im vierten Jahr (!) entfaltet sie langsam etwas Volumen, gewinnt an Höhe und verziert das teils als Nutzbeet teils als Zierbeet gestaltete „Flaschenbeet“ (wg. Umrandung aus Flaschen), wie wir es uns gedacht hatten.

Ramblerrose Super Dorothy

Auch unser Steinbeet im Hinterland, für dessen Verlängerung wir kürzlich im Baumarkt einen Quadratmeter Naturstein-Bruch gekauft hatten, wächst langsam der Fertigstellung entgegen. Wir gehen so etwas langsam an, wollten es eigentlich mit Fundsteinen nach und nach ergänzen, aber in Berlin liegen leider nicht viele verwendbare Brocken herum!

Steinbeet

Der Gräserverhau daneben ist auf dem „Steppenbeet“ gewachsen und hat als nächstes gestalterische Eingriffe zu erwarten. Es ist ein Beet, auf dem definitiv keine Nutzpflanzen und auch sonst kaum etwas wächst, denn hier stand einmal ein Gebäude, der Boden ist sehr sandig, verdichtet und voller Schutt. Nach und nach wollen wir es zu einem Magerbeet mit entsprechenden Pflanzen entwickeln – etliche wachsen da auch schon, doch um diese Zeit übernehmen die Gräser (die kein Problem mit schlechtem Boden haben) ganz klar die Herrschaft und überragen alles andere.

Premiere 2014: Grünkohl

Zum ersten Mal pflanzen wir in diesem Jahr Grünkohl – eine mittelhohe und eine niedrige Sorte. Die hohe Sorte steht schon auf dem Beet, die kleinen warten noch auf meinem Balkon bis sie so groß sind, dass sie nicht gleich den Schnecken zum Opfer fallen.

Grünkohl

Es geht ihnen unerwartet gut. Im Gegensatz zum Salat, den die Schnecken komplett vertilgt haben (das geben wir jetzt auf!) und zu etlichen Zucchinis, die in diesem Jahr ebenfalls Opfer des Appetits der viel zu vielen Schnecken wurden. Sogar Tomatenpflanzen (von denen wir wieder so um die 25 gesetzt haben) fressen sie in diesem Jahr an!

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

4 Kommentare

  1. Hallo Claudia,
    wir haben vor 2 Wochen einige Kürbispflanzen an die Schnecken verloren. Das ärgert uns sehr, aber wir haben verschiedene Abwehrmaßnahmen getestet.

    Sägemehl= nur wenig hilfreich

    Kaffeesatz = hilft bei wenig Schnecken etwas

    Schneckenkorn= kein Bio, aber sehr effektiv

    Gartenvlies= hilft sehr gut und wird nächstes Jahr wiederholt

    Tannen-Nadeln= wirken auch sehr gut( auch bei Kohlrabi+Tomaten) ,wird auch nächstes Jahr wiederholt.

    Bei unseren Kartoffeln hat leider nur etwas Schneckenkorn geholfen. Die Schneckenabwehr wird uns noch bis zur Ernte ständig begleiten.
    Wir haben ausserdem Salat in Pflanztaschen gesetzt und auf eine alten Gartentisch gestellt. Und sie entwickeln sich prächtig. Vielleicht kannst du eine Abwehrvariante nutzen um eiren Salat zu retten.
    Schöne Grüsse aus München
    Wolfgang

  2. Danke Wolfgang, das Vlies und die Tannennadeln sollten wir auch mal versuchen!

    Schneckenkorn finde ich furchtbar. Musste ich mal während eines Ferienjobs vor Jahrzehnten anwenden. Diese Massen verendeter Schnecken, die da aufgebläht herum lagen und jeden Tag abgesammelt werden mussten – gruslig!

    Mangold haben wir auch schon in große Töpfe gesetzt – klappt gut!

  3. hallo Claudia,
    nimm das Bio Schneckenkorn von Neudorff
    die Schnecken verkriechen sich und nichts liegt anschlißend ekelhaft herum
    und sehr guten Erfolg habe ich mit einem recht großem alten stück wasserfestem Speerholz, darunter sind tagsüber sehr veile Schecken, da es dort feiuct und kühl ist, dies werde ich ausweiten, da ist das Absammeln tagsüber sehr einfach, das werde ich ausweiten
    und seitdem ich den Biologen jürgen feder mehrfach im fernsehen gesehen habe hat sich meine Einstellung zu Wildkräutern auch noch mehr positiv verändert,
    sie werden auch wie eine Wiese gelegentlich gemäht aber es wird nichts üertreiben,
    Wenn sich allerdings Quecke vermehrt wächst dort nicht mehr.
    so habe ich mal mit sehr viel Mühe einen Wall davon befreit.
    Dort habe ich historische Rosen und sie wuchsen kaum. jetzt nach 7 jahren sind sie üppig und groß.
    Aber ohne Nahrung geht es nicht, so mulche ich , geben Kompost und auch in kelinen Mengen Volldünger,
    und dazwischen habe ich viel trockenverträgliche Stauden und kräuter.

    ich habe in die Girschwüsten Färberkamille, Akkelein katzenminze, …gepflanzt und gesäht, alles was mir im Garten zuviel wird wird da hingepflanzt.
    Grüße von Frauke

  4. @Frauke: mit Quecke haben wir gleich zu Anfang eine deutliche Erfahrung gemacht. Auf von uns aufgefitteten zunächst kahlen Beeten vermehrten sie sich wie irre… wir hatten durchaus „Rausreiss-Einsätze“, aber es erschien aussichtslos, sie alle wegzukriegen….bei der Schnelligkeit des Wachstums und der Fähigkeit, aus einem kleinen Wurzeltriebstück zügig nachzuwachsen!

    Und doch: heut gibt es seltsamerweise nirgends mehr Quecken. Offenbar wurden sie von anderen Wildkräutern und vor allem anderen Gräsern verdrängt, die diesen „Ersteroberern“ folgen.

    Dein letzter Gedanke ist wirklich genial! Nicht selber antreten im Kampf (z.B. gegen Giersch), sondern ANDERE MACHEN LASSEN! :-) Nämlich die anderen dominanten Pflanzen, die es ja auch noch gibt…

    Toll, da muss ich noch drüber nachdenken!

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