Das neue Tomatendach: späte Lieferung, grusliger Aufbau, schicke Optik

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Tomatendächer - endlich fertig!Nach einer ausführlichen Netz-Recherche hatte ich das Tomatendach meiner Wahl am 29.April bestellt, bzw. gleich zwei davon. Mit einer Lieferzeit von bis zu zwei Wochen hatte ich schlimmstenfalls gerechnet, vor Mitte Mai ist an ein Auspflanzen der Tomaten ja sowieso nicht zu denken.

Tomaten warten nicht…

Tja, leider war „die Nachfrage so groß“, dass die Ware erst am 3.Juni vom Hersteller nachgeliefert werde, wie mich der Shop-Betreiber erst auf Nachfrage in der dritten Warte-Woche wissen ließ. Angekommen sind die Pakete dann am 11. Juni und am 12. konnten wir uns endlich an den Aufbau machen, fast einen Monat später als geplant.

Unsere vorgezogenen Tomaten (gelbe Flasche, Matina, Black Plum, Green Zebra, Blondie, Amish, Black Cherry, rote Murmel), von denen einige das Dach wirklich brauchen, wurden in der viel zu langen Wartezeit immer mehr zu einem logistischen Problem und mussten mehrfach in größere Töpfe gepflanzt werden. Umso größer die Freude, dass es nun endlich losgehen konnte!

Die Grausamkeiten des Aufbaus

Matthias beim Zusammenschrauben der Tomatendachteile

Aber halt, da war ja noch DER AUFBAU!! Und der hatte es dann in sich! Wer schon über den Zusammenbau von IKEA-Möbeln stöhnt, braucht mit diesem Dach gar nicht erst anzufangen. Verglichen mit den Aufbau-Anleitungen des großen Möbelherstellers ist die Anleitung fürs Tomatendach ein Buch mit sieben Siegeln, bzw. eine glatte Unverschämtheit.

Es fängt schon damit an, dass man den Zusammenbau „auf einer ebenen Unterlage“ angehen soll – in unserem Garten gibt es keine solche, allenfalls ein Stück Wiese, aber nie wirklich eben. Des weiteren soll man laut den Sicherheitshinweisen mit Handschuhen arbeiten, was allerdings unmöglich ist, da man jede Menge kleiner Muttern mit spitzen Fingern eindrehen muss, ohne dass rund um die Muttern Platz genug wäre, um irgend ein Werkzeug anzusetzen. Praxis-fernes Juristenblabla, sonst nichts!

Tomatendach nach Aufbau

Wie man auf dem Bild sieht, besteht das Dach aus mehreren U-Rohren (und zwei geraden Zwischenstücken), die trickreich über-Eck ineinander geschoben werden. Schon das war nicht einfach, die Anleitung nicht wirklich klar. Die Rohre verkanteten sich mehrfach, bis wir sie endlich zurecht geschüttelt hatten.

Sie müssen nur den Nippel durch die Lasche ziehen…

An diesen Uralt-Song fühlte ich mich während des Aufbaus mehr als einmal erinnert! Das Dach besteht aus vier Kunststoffplatten, die von einer Schiene auf jeder Seite gehalten werden sollen. Die Schienen zusammen zu schrauben war zwar fitzelig, aber machbar. Doch dann kam es dicke: die Aufbauanleitung lässt nicht wirklich erkennen, wie man vorgehen muss, um die Platten in die Schienen zu spannen und das Ganze dann auf die U-Rohre zu hieven, ohne dass alles wieder auseinander fällt!

Stabil wird die Verbindung Platten/Schiene nämlich erst durch die Biegung der Platten und deren Fixierung in dieser Spannung. So lange keine Spannung da ist, sollen die Platten zwar schon ein wenig von winzigen Schrauben gehalten werden, die jeweils an zwei Seiten der Schiene anzubringen sind und die Platten zwischen ihren Spitzen einklemmen. Doch auch das geht nur unter größten Schwierigkeiten: ausgelegt auf ebener Erde, wie soll man da „von unten“ Schrauben eindrehen? Stellt man Schiene mitsamt Platten senkrecht zum Boden, verschieben sich die Platten, weil es kaum möglich ist, alle vier von einer Person in der passgenauen, ein wenig überlappenden Stellung zu halten. Eine riesige Nerverei!

Offenbar haben das Leute am Schreibtisch geplant, die den fertigen Bausatz niemals selbst außerhalb optimaler Werkstattbedingungen zusammen geschraubt haben! Für das erste Dach brauchten wir zu zweit über drei Stunden. Tags drauf ging es mit dem zweiten Dach und den helfenden und haltenden Händen einer dritten Person zum Glück schneller.

die neuen Tomatendächer

Am Zielstandort dann nochmal die Erkenntnis: die zur Verankerung am Boden mitgelieferten „Heringe“ sind auf unserem sandigen Boden ein Witz! Jeder mittlere Wind hätte die Dächer ganz schnell „raus geruckelt“. Wir mussten improvisieren, gruben die U-Rohre ein wenig ein und stabilisierten das Ganze mit anderen, weit längeren Stangen, die wir vom letzten Tomatenzelt noch übrig hatten.

Jetzt stehen sie also endlich, die neuen Tomatendächer. Optisch wirken sie schick und modern, setzen also einen interessanten Kontrapunkt in unserem naturnahen Garten, in dem man eher etwas selbst Gebasteltes erwartet, wie die ersten Kommentare von Nachbarn spüren lassen. Schwierig wird es erst wieder werden, wenn wir die Höhe verstellen müssen – dafür wird es vier Leute brauchen, um alle Teleskopstangen gleichzeitig ohne Verkanten hochzuschieben.

***

Update 10/2016:
Mittlerweile haben wir das Tomatendach wieder abgegeben. Zwar sah es toll aus, aber es erschien uns doch recht sperrig, es jedesmal zum Winter teil-demontieren zu müssen. Die Stegplatten werden ja mit einer Menge Schrauben in der Schiene festgehalten, die dann immer mal verloren gehen. Ist man zu unaufmerksam, verlieren sich einige davon und die Platten sind nicht mehr optimal eingeklemmt. Hat bei uns dazu geführt, dass ein Stück Stegplatte bei einem Sturm das Weite gesucht hat und nirgends aufzufinden war. Ok, man kann Ersatzschrauben aller Art in Schraubenshops finden (Rosentaler hat z.B. eine Mega-Auswahl), aber auch das Einschrauben / Einklemmen ist eine Fitzelarbeit, die wir als „faule Gärtner“ lieber vermeiden! Also haben wir noch eine Ersatzplatte für das verschwundene Dachteil besorgt und das Tomatendach dann an einen Nachbarn weiter gereicht, der es richtig schick findet. Dort steht es jetzt und bisher ist noch nichts wieder weggeflogen…

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

8 Kommentare

  1. Hallo.

    Das Tomatendach finde ich wirklich sehr praktisch und ist auch ein Hingucker.

    Wirklich eine schöne Möglichkeit den Regen von den empfindlichen Tomaten fern zu halten. Da hat sich der Horror beim Aufbau doch gelohnt.

    Klasse.

    Beste Grüße!

  2. Ja, aber. Was wenn der Regen nicht nur geradewegs von oben kommt? Mir erschließt sich der Sinn dahinter nicht.

  3. Genau das möchte ich auch wissen: …und wenn der Regen schräg gestoben kommt?

  4. Na, dann kommt er halt mal schräg und evtl. werden Tomaten dann teil-nass (je größer, desto eher trifft es dann nur unten). ISt aber dennoch ein Riesen-Unterschied zu Tomaten OHNE JEDES DACH, die ALLEN Regen abbekommen.

    Ein Gewächshaus haben wir auch, ein zweites wollen wir nicht – also ist das Dach eine schöne „mittlere Lösung“. Im Freiland haben wir im übrigen auch noch so ca. 18 rumstehen… :-)

  5. Hallo Claudia, so schön die Dächer auch aussehen, fürchte ich dennoch, dass sie nicht sehr stabil sind. Ich habe da leidvolle Erfahrungen mit einem Frühbeet gemacht, das ich dann aus purem Frust schon nach der ersten Saison verschrottet habe. Aber vielleicht ist dein Garten ja ein wenig windgeschützt. Ich wünsche dir/euch eine ertragreiche Tomatenernte.
    Liebe Grüße Helga

  6. @Helga: was befürchtest du? Im ersten Foto sieht man die massive U-Rohre, auf denen das Dach jedenfalls stabil und selbsttragend steht. Diese waren ein Grund für mich, dieses Modell zu wählen und nicht ein ähnliches, das nur mittels zweier dünner Stäbe im Boden steckt.

    Bleibt noch die Verankerung im Boden. Wir haben die U-Rohre ca. 10 Zentimeter tief eingegraben und zusätzlich zu den mitgelieferten 30-cm-Heringen mit mehreren ca. 80 cm langen Stangen befestigt. Das sollte selbst bei unserem sandigen Grund ausreichen.

  7. Ja, vom Zusammenbauen kann ich auch ein Lied singen. Unser Gewächshaus war auch eine ziemliche Katastrophe. 3 Tage haben wir gebraucht, da die Beschreibung ein Horror war. Dafür ist es recht stabil.

    Für unsere Verhältnisse wären die Stangen zu wenig tief eingegraben. Die müsse ich noch mit Steinen wegen des oft sehr starken Windes eingraben. Da hat es mir einmal ein ganzes Foliengewächshaus weggerissen, obwohl es 25 cm tief verankert war.

    Ich wünsch euch viel Erfolg mit euren Dächern!

    Liebe Grüsse, Ulrike

  8. sieht sehr schön aus mit dem Tonnendach

    aber ich trau den Profilen auch nicht
    gerade Alu bricht doch leicht
    und könnt ihr daran die Tomaten festbinden?
    wie wollt ihr im Winter diese aufbewahren,

    wir hatten mal für einen Einbauschpülmaschine, als Ersatz für eine defekte, 2 Tage zum Aus-und Einbau gebraucht!!
    und es war eine Super- Anleitung
    in Zukunft gibt es nur noch einfachste Bauteile
    Frauke

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