Krähen räubern Fische im Gartenteich – mitsamt Schutznetz!

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Gestern betrat ich unser „Hinterland“ und staunte nicht schlecht: auf der Wiese lang ein großes Schutznetz für Gartenteiche mitsamt einem angefressenen Koi!

Krähen-Fischfang mit Gartenteichnetz

Bei uns gibt es keinen Teich, wohl aber beim Nachbarn, der uns bereits letzte Woche schier unglaubliche Beobachtungen geschildert hatte:

Mehrere Krähen machen gemeinsam Jagd auf die Fische im Teich, wobei sie offensichtlich sogar kooperieren und „voraus denken“: Erst pickt eine Krähe den – ja relativ großen – Fisch an, so dass er verletzt ist und wenig später stirbt. Tags drauf wird die Beute abgeholt: zwei Krähen halten auf Bäumen Wache, eine hebt das Netz an und eine weitere schnappt sich den toten Fisch.

Dass es auch rabiater und schneller geht, zeigt nun unser Fund: hier hat eine Krähe offenbar das ganze Schutznetz mitsamt darin verheddertem Fisch abgeschleppt, es ca. acht Meter weiter transportiert und auf unserer Parzelle fallen lassen. Und dort dann in aller Gemütsruhe den toten Fisch angefressen.

Eine kurze Recherche im Netz ergibt, dass unser Nachbar mit seinem Problem nicht alleine steht, wie diese Fundseiten zeigen:

Wie kann man die Fische schützen?

In den Foren werden Krähenattrappen, schwimmende Styroporstückchen, aufgehängte CDs und Laubschutznetze empfohlen, doch all das scheint nicht sehr erfolgreich zu sein. Die Krähen sind halt ausgesprochen intelligent und merken schnell, dass von den Objekten keine wirkliche Gefahr ausgeht. Am erfolg-versprechendsten scheint mir eine passive Methode zu sein, die Alfred Klein in den Vogelforen empfiehlt:

„…besorge für die Fische Versteckmöglichkeiten! Ich hatte ähnliche Probleme mal in einem kleinen Teich. Ich habe dann große Fliesen (30x30cm) auf Beine gestellt (Holzstäbe) und im Teich versenkt. Damit konnten die Fische bei Gefahr fliehen und sich verstecken. Von da an hatte ich keine Verluste mehr. Die Krähe dürfte auch nicht mehr lange kommen wenn sie keinen Fisch mehr kriegt.“

Diese Methode hat auch den Vorteil, dass sie den Anblick des Teichs nicht verschandelt, der mit Styropor oder hängenden CDs ja nicht gerade verschönert wird.

Alles in allem aber sehr beeindruckend, was diese intelligenten Vögel zustande bringen!

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

6 Kommentare

  1. Na, dann brauche ich mich ja nicht zu wundern, dass unser schwarzer Gartengast das Futterhaus umschmiss, den Futterknast mit dem Energieblock demontierte und versuchte damit fortzufliegen. Ich fand ihn 1m entfernt fast leer im Rhododendron.

    Früher hatten wir auch häufiger vermutet, dass Raben und Elstern sich an laichenden Fischen vergriffen. Den meist fehlten gerade zur Laichzeit plötzlich Tiere im Teich.

    Als Sichtschutz empfehle ich allerdings Krebsscheren, die sind auch im Winter als Sichtschutz und Unterschlupf ideal. Deswegen hatten wir wohl bisher auch kaum Probleme mit Reihern, obwohl die zeitweilig sogar am Teich standen …
    LG Silke

  2. Ein weiterer Beweis Dafür das Krähen wirklich schlaue tiere Sind. :) ich finde auch die Idee mit den Schutzmöglichkeiten für die fische am Tierfreundlichsten. In den Netzen oder der gleichen könnten sich die Vögel ja auch verfangen und das wollen wir ja nicht ;)

  3. Meine Methode ist: Keine Fische im Gartenteich. :o)
    Ich hoffe mehr auf artenreiche natürliche Besiedlung. Außerdem wollen wir ohne Filteranlage auskommen. Und das wäre mit Fischbesatz in einem so kleinen Teich nicht möglich.

    Krähen haben wir hier eine Menge. Mir sind die immer ein bisschen unheimlich, weil ich beim Anblick einer Krähenschar in der großen Walnuss der Nachbarin immer unwillkürlich an Hitchcock’s Vögel denken muss. Und mir tun die kleineren Singvögel manchmal leid, deren Nester sie ausräubern. Aber tja, das ist halt auch Natur.

    Neulich haben wir eine TV-Dokumentation über Krähen gesehen. Sie zählen tatsächlich zu den intelligentesten uns bekannten Tieren. Ihre Intelligenz, gemesen an ihrer Lernvermögen und ihren strategischen Fähigkeiten, wurde dort mit der von Primaten verglichen.

  4. Krähen sind leider wirklich sehr schlau und sehr dreist. Bei uns im Garten haben sie auch schon alles mögliche umgeschmissen und kaputt gemacht.

    Aber das mit den Fischen ist mir neu. Wahnsinn!

  5. Wir haben schon seit Jahren einen Gartenteich mit verschiedenen Fischen (Goldfische und Kois).
    Seit ca. einer Woche sind unsere Fische an der Oberfläsche nicht mehr zusehen. Sie sind dermaßen Scheu und halten sich nur noch in 1.20 m tiefe auf . Der Teich ist rundherum mit Zaun
    der auch noch mal mit 20cm Höhe Hasentrat abgesichert ist,
    über dem Teich ist ein Netz.Raben Reier oder Katzen haben keine Chance und trotzdem Mus was sein was die Fische
    so reagieren lässt.
    Was gibt es noch was die Fische so reagieren lässt.
    Gruß
    Elvira

  6. Das ist wirklich heftig. Wir haben zum Glück bisher kein Problem mit Vögeln oder Frischreihern. Momentan sind aber auch nur ein paar Goldfische im Teich, diese haben wir aber auch schon ca. 12 Jahre oder länger, sodass diese eigentlich kleinen Goldfische schon recht groß sind. Viele geschockte Grüße Jenny

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