Löwenzahn bekämpfen

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So ein Löwenzahn kurz vor Abflug der Samen sieht aus der Nähe ja richtig interessant aus:

Löwenzahn

Auch die vielen gelben Blüten-Tupfer auf einer Frühlingswiese sind eigentlich sehr hübsch und finden auch bei Bienen großen Anklang. Allerdings: Löwenzahn wird ständig mehr und mehr und mehr, bis von „Wiese“ gar nichts mehr übrig bleibt.

So ist zumindest mein Eindruck, und deshalb hab‘ ich mir dieses Jahr ein Spezialinstrument zum Löwenzahn-Stechen zugelegt. Damit lassen sich die tiefen Wurzeln gut ausstechen, was aber dennoch eine Sisyphusarbeit bleibt: ganz weg bekommt man ihn nicht!

Naturnah gärtnern – und trotzdem Löwenzahn entfernen?

Mein Mitgärtner Matthias mosert immer ein bisschen, wenn er mich wieder im Kampf gegen das gelbe bzw. schon flugfertige „Unkraut“ erwischt. Schließlich gärtnern wir naturnah, schätzen Unkräuter als Wildkräuter und sehen auch den Nutzen für Insekten. Unseren Salat reichern wir im Frühling mit jungem Giersch an, da machen sich auch ein paar frische Löwenzahnblätter mit ihren Bitterstoffen ganz gut.

Trotzdem: der Ausbreitungslust dieses Krauts muss ich Einhalt gebieten! Einen wilden Ruccula am Gewächshaus hat der Löwenzahn auch schon verdrängt. Zudem dient es dem nachbarschaftlichen Frieden, wenn wir das insbesondere von sehr ordentlichen Gärtnern gefürchtete Fortpflanzungswunder im Zaum halten. Ganz augerottet kriegen wir ihn sowieso nicht, das ist aussichtslos.

In anderen Blogs und Foren hab‘ ich erfahren, dass manche Leute SALZ auf die Pflanze streuen, damit sie dann abstirbt. Ja Himmel, wie soll denn auf versalzenem Boden dann überhaupt noch etwas wachsen? Andere greifen zur „Rasenunkrautvernichtungschemie“, was für uns schon gar nicht in Betracht kommt. Für alle, die damit liebäugeln, hier ein paar Gegenargumente:

Jeder sollte aber wissen, dass Unkrautvernichter wie Roundup und andere Breitbandherbizide auch andere Pflanzen und den Erdboden schädigen und mit dem Regen in das Grundwasser gelangen. Außerdem haben sich vielerorts über Jahre bereits dutzende Resistenzen unter den Pflanzen gebildet. Das heißt, dass die Unkräuter nicht mehr auf die Chemikalien ansprechen und noch schwerer zu bekämpfen sind, als vor dem Herbizideinsatz. Der Einsatz chemischer Gifte im Kampf gegen Unkräuter sollte immer das letzte Mittel sein. (zuhause.de/garten am 3.5.2012)

Die mechanische Methode ist aus meiner Sicht die beste und verträglichste. Und körperliche Arbeit ein durchaus erwünschter Nebeneffekt des Gärtnerns, schließlich sitze ich viel zu viel vor dem PC. :-)

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Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

10 Kommentare

  1. So ein kleiner handlicher Unkrautstecher ist für mich eines der wichtigsten Gartengeräte! Zwar nicht um Löwenzahn zu bekämpfen, aber um damit reichlich kleine Pflanzen möglichst gut & fast unsichtbar umzupflanzen. Bei uns werden nun 4 statt der geplanten 2 Löwenzahnpflanzen geduldet. Und nach diesem herrlich leuchtenden Frühjahr in der Wiese, und der Vorstellung die Blätter irgendwann mal für Salat zu ernten, dürften es auch ruhig 6 bis 8 Pflänzchen sein. Aber die anderen müssen raus, denn sonst hätte ich echt Arbeit damit. Denn im Gegensatz zu Euch habe ich den Vorteil direkt hinter dem Haus schnell festzustellen, wann Pusteblumen entstehen. Und dann heißt es sofort ab mit dem Kopf!
    Ich bin so das Mittelding aus dem Garten im Norden mit einem Rasen voller Kuh- & Pusteblumen und dem penibelen Gartenbesitzer im Süden mit einer gepflegen Rasenfäche, der auch gerne Chemie für seine Gartenziele einsetzt. Lustig ist nur, dass sich in den letzten Tagen in Hannover an den Straßenrändern unheimlich viel Pusteblumensaat in die Luft begeben hat …
    LG Silke

  2. hallo claudia
    regelmässig lese ich eure Seite und finde sie einfach toll!
    ich selber bin gerade dabei mir einen Naturgarten anzulegen, allerdings fast ohne Gemüse, dafür mit viel Platz für einheimische Blumen, Stauden und Sträucher.
    jetzt möchte ich etwas zu deinem Löwenzahn anmerken. im prinzip reicht es, jeweils die Blüten zu entfernen bevor sie Samen gebildet haben. so können sie sich nicht weiter ausbreiten und du hast trotzdem Freude an ihrem gelben Leuchten.
    der Löwenzahn bringt es fertig den Boden aufzulockern und mit seinen tiefen Wurzeln schafft er das auch bei schweren Böden. ist der Boden gelockert und hat eine bessere Qualität verschwindet der Löwenzahn fast ganz weil er seine Aufgabe gemacht hat.
    und vor allem ist das entfernen der Blüten viel weniger Arbeit als ausstechen.
    herzliche Grüsse aus der Schweiz
    Maja

  3. Wir haben derzeit auch wieder richtig viel Löwenzahn bei uns im Garten. Ich mag meinen Garten eigentlich auch eher natürlich aber irgendwann nervt mich die gelbe Pest dann schon ^^ Vor allem wird es ja wirklich von Jahr zu Jahr mehr und von daher habe ich dieses Jahr auch sehr früh angefangen dem Treiben entgegen zu wirken.

    ich denke Naturnah kann es ja trotzdem noch sein.

  4. liebe Claudia,

    Wieder einmal seid Ihr mir sehr sympathisch mit Euren Einstellungen und Methoden… Salz auf den Löwenzahn halte ich für absoluten schw*chs*nn… :-)
    Die Makroaufnahme vom Löwenzahnkopf ist toll, hast Du die selbst gemacht?

    lg Ulli

  5. @Schneiderhein: ja, Matthias sagt auch immer, wenn ich ans ausstechen gehe, dass die doch sowieso rumfliegen – aber so ein Löwenzahnfeld neben einem Garten, der den Stil der „kahlen Erde“ pflegt, wär halt doch nicht so doll! Da bin ich lieber vorauseilend nett. :-)

    @Maja: Blüten abreissen geht in einem kleinen überschaubaren Garten, der am Haus ist – wir aber sind nicht jeden Tag da und haben zusammen 800 m². Da könnten wir glatt die meiste Zeit mit Blüten-abreissen verbringen!

    @Kathrin: eben! Es heißt ja auch naturNAH…

    @Ulli: ja. Die Cam hat ein Supermakro, das sehr nah ran kann.

  6. Löwenzahn bekämpfen hat bei uns nicht wirklich Sinn… Hinterm Haus kommt eine Wiese, die bedeckt ist mit Löwenzahn, schräg nebenan eine zweite riesig große Wiese, ebenfalls übersät mit Löwenzahn.

    Manchmal wehen Wolken von Samenschirmchen über unser Grundstück.

    Ich denke, wir werden uns wohl damit abfinden müssen, dass er sich auch unser Grundstück „erobert“ *lach*

  7. Ja, die sehen schon toll aus! Besonders, wenn man die richtige Kamera dafür hat!

    Vom Löwenzahn würde ich immer ein wenig stehen lassen, denn er ist eine Heilpflanze und für mich jedenfalls unverzichtbar. Aber das mit den Nachbarn ist schon ein Problem. Hier bei uns ja nicht, aber ich kenne es noch aus anderen Gärten …
    Einen Unkrautstecher habe auch ich, aber bei uns im Waldgarten käme ich aus dem Stechen gar nicht mehr heraus, zumal auch bei den Nachbarn in der Wiese der Löwenzahn und die Pusteblumen stehen. ;-)
    Chemie käme dabei für mich dennoch niemals in Frage! Wir werden eh‘ schon von allen Seiten vergiftet! Siehe mein neuer Post!

    Liebe Grüße
    Sara

  8. Seitdem ich einen Kunstrasen im Garten verlegt habe, gibt es kein Problem mehr mit dem Löwenzahn und sonstigem Unkraut. Bewässern muss man übrigens auch nicht mehr.

  9. Kunstrasen im Garten??? Sowas schreckliches habe ich ja noch nie gehört.

  10. Danke für den Beitrag!
    Sehr hiflreich

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