Krisenstimmung

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Wird es demnächst wieder wichtiger, einen Garten zu haben, in dem man selber Nahrungsmittel anbauen kann? Die Bloggerin „Opalkatze“ beschreibt in ihrem Artikel Veränderungen die Lage auf dem Dorf so:

„Die Zeiten der Zweitwagen und der Neubauten am Dorfrand sind vorbei. Urlaubsreisen, früher ein beliebtes Gesprächsthema, kommen nicht mehr zur Sprache. Statt dessen werden die alten Gartenparzellen auf dem Gemeindegrund emsig neu bewirtschaftet, die großen Brachen, die es jahrzehntelang gab, sind verschwunden. Um die beiden Letzten streiten sich vier Familien, sagt man. Auch die Zierpflanzen sind weg, dafür gibt es viele neu gesetzte Obstbäume und –sträucher. Komposter, lange Zeit vernachlässigt zugunsten teuer angekarrten Substituts aus dem Gartencenter, stehen auf fast allen Grundstücken. Frühbeete werden angelegt und kleine Gewächshäuser aufgebaut. Angebaut werden sollen Kartoffeln, Zwiebeln, Kohl, Lauch, Bohnen, Möhren und andere nützliche Gemüse. Die Erdbeerflächen sind deutlich kleiner geworden.“

Dazu passend hat Matt gestern auf GooglePlus was zum Thema Selbstversorgung geteilt. Und heut‘ morgen hab‘ ich meine eigenen Gedanken zur Dauerkrise gebloggt: Wenn der Bus nicht kommt.

Vielleicht wird es unser Kleingartenverein ja nochmal erleben, dass sich alle krumm legen, um noch das letzte Eckchen „kleingärtnerisch zu nutzen“ ? Hoffen wir mal, dass das eine Sache des vorgeschriebenen Drittels und der Freiwilligkeit bleibt – und nicht zur Not-wendigkeit wird!

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Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

5 Kommentare

  1. Hallo Claudia,

    genau dieses Thema hatte ich letztens auch mit meinen Eltern. Sie leben auf dem Land und ich in der Stadt mit Kleingarten.

    Meinen Eltern geht es wirtschaftlich gut und daher fällt der Nutzgarten auch recht klein aus. Mein Vater arbeitet unter der Woche auswärts und meiner Mutter geht es gesundheitlich auch nicht so gut.

    Wir haben uns drüber unterhalten, wenn eine Krise kommt, hat man es auf dem Land eigentlich ganz gut. Dann werden halt wieder Schweine gehalten und der Rasen wird geopfert.

    Ich habe mir den Kleingarten im September gepachtet, aber nicht aus einer Krisenstimmung heraus. Nun scherze ich aber auch oft, dass wenn der „Gau“ kommen sollte, ich ja noch meinen Kleingarten habe.

    Hier in Magdeburg gibt es sehr viele Kleingartenvereine und alle sind eigentlich recht gut ausgelastet. In meinem Verein gibt es 180 Parzellen. Derzeit wollen glaube nur zwei Pächter ihre Parzellen aus Altersgründen abgeben.

    Es ist schon erstaunlich, wie weit solche Gedanken um sich zu greifen scheinen. Kleingärten sind bei jungen Leuten einfach wieder im Trend. Schöne Sache.

    Grüne Grüße
    Sebastian

  2. Hallo,
    vor ca.10 Jahren, als ich erzählt habe, dass ich auch Gemüse und Kartoffeln im Garten habe, wurde ich halbwegs ausgelacht. Von wegen zu viel Arbeit, lohnt nicht usw.
    Wenn ich es jetzt erzähle, dann bin ich cool!
    Die Zeiten ändern sich…

  3. Dass mehr junge Menschen, insbesondere junge Familien, wieder mehr und mehr zum Garten greifen und ihn auch tatsächlich zum Anbau von Nahrung nutzen, das habe auch ich beobachten können.

    Ich sehe das auch bei uns im Kleingartenverein, es sind sehr viele jungen Familien mittlerweile hier, von denen die meisten sehr viel mit Nutzpflanzen experimentieren. Das geht zwar auch mal schief, manchmal sehr zur Erheiterung der Nachbarn, wenn sie dann doch mal um Rat fragen, aber es ist doch ein toller Trend, den man hier beobachten kann.

  4. Bei uns hier in Niederösterreich und Wien gibt es immer mehr „Selbsterntefelder“. Das sind Parzellen von zwischen 50 und 100 m2 auf einer insgesamt großen Fläche, die vom Bauern bepflanzt bzw. besät werden. Auf jeder Parzelle wachsen diverse Gemüse: Vom Erdapfel über Kürbisse, Zucchini, Paprika, Paradeiser, Karotten, …

    Die kann man mieten und von Anfang Mai bis Ende Oktober rausholen, was immer wächst. Sie sind jetzt fürs nächste Jahr schon schwer zu bekommen! Gibt es sowas bei Euch auch?

    PS. Einige lassen ihre Flächen auch verkommen und verlieren nach wenigen Wochen das Interesse. Aber wer’s ernsthaft betreibt, kann fast einen Familien-Jahres-Gemüsebedarf aus seiner Fläche holen.

  5. Hallo,

    wir sind auch seit neustem Kleingartenpächter und mit Abstand die Jüngsten im Verein ;-)

    Ich möchte auf jeden Fall so viel Gemüse und Obst anbauen wie möglich. Denn tatsächlich ist gesunde Ernährung auch eine Preisfrage. Außerdem ist es unvergleichlich, aus eigener Ernte das Abendessen oder Mittagessen zubereiten zu können.

    Wir haben 384qm. Ich bin gespannt, was wir da rausholen können…

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