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Claudia am 8. Mai 2008

Giersch ausrotten?

Vergiss es! Gestern hatten wir die Gelegenheit, als “Gastgärtner” die erfolgreiche Überlebens- und Verbreitungsstrategie des Wildkrauts aus nächster Nähe zu erleben. Ca. 30 Quadratmeter Fläche haben wir händisch “vom Giersch befreit”, doch ist das natürlich nur ein kurzfristiger Erfolg.

Giersch

Das ausgerissene Grün füllte mehrere Säcke, darunter jede Menge Wurzelwerk. Und doch blieb davon übergenug im Boden, so dass man damit rechnen kann, den Giersch (Aegopodium podagraria) binnen kurzer Zeit wieder sprießen zu sehen. Immerhin gibt es jetzt ein Zeitfenster, in dem andere Pflanzen wachsen bzw. gesetzt werden können, ohne dass ihnen der schnell in die Höhe wachsende Giersch das Licht weg nimmt. Und das ist doch in der Regel das, was man erreichen will, oder?

Giersch bekämpfen – die Methoden

Rein interessehalber hab’ ich mal im Web gestöbert, was die Leute so “gegen Giersch” unternehmen und mit welchem Erfolg. Folgende Methoden werden da erwähnt:

  • Mulchen: Ha, der Giersch gehört zu den Pflanzen, die sich locker durch jede Mulchdecke kämpfen!
  • Ausgraben und die Erde sieben: Wegen Menge und Ausbreitung schon vom Aufwand her nicht machbar, zudem bleibt immer etwas übrig, woraus neue Pflanzen sprießen.
  • Mit einer Plane abdecken, ihm die Luft nehmen: Will man einen Garten, der mit Plastikplanen bedeckt ist? Außerdem killt es den Giersch nicht, lässt ihn nur auf bessere Zeiten warten.
  • Chemische Keule / Kontaktgift: es wird von Erfolgen und Misserfolgen berichtet, doch muss jede Pflanze einzeln behandelt werden – angesichts eines im ganzen Garten heimischen Gierschs nicht wirklich machbar. (Mir kann auch keiner erzählen, ein Mittel, dass dem Giersch den Garaus macht, sei nicht schädlich für andere Pflanzen, Insekten und das Bodenleben!)

Mit dem Giersch leben

Ihn einzudämmen, wie wir es gestern taten, ist im Grunde völlig ausreichend. Hauptsache, andere Pflanzen bekommen Platz, wenn sie ihn brauchen – und auch der Giersch braucht ja seine Zeit, um zu wachsen.

Vergissmeinicht

Sähe das Vergissmeinicht-Beet OHNE Giersch denn wirklich besser aus?

Wildkräuter-Rezepte mit Giersch

Giersch-KäsebroteDie frischen Triebe des Giersch sind essbar, womit ich letztes Jahr bereits experimentierte: Die Spaghetti mit Giersch-Spinat waren der erste Versuch, die Giersch-Pfannkuchen der zweite. Gestern Abend hab ich mir einfach mal Giersch-Brote mit Käse überbacken: Den Giersch klein gehackt, in Butter angeschwitzt und mit Salz und Pfeffer gewürzt. Dann auf getoastete und mit einer Knoblauchzehe eingeriebene Mischbrote verteilt. Darüber ein mittelalter Gouda und ab in den Ofen zum überbacken. Ich gebe zu, dass man vom Giersch nicht viel schmeckt – aber auch nicht nichts! :-))

Weitere Fundsachen rund um den Giersch:

  • Im Forum Naturgarten e.V. fand ich das Lied eines frustrierten Gärtners über seinen aussichtslosen Kampf gegen den Giersch.
  • Es gibt eine hübsche Zuchtform des Giersch, nämlich Aegopodium podagraria “Variegata”, die auch nicht mehr so wuchert;
  • Mehr Rezepte mit Giersch finden sich im Käsekessel, Zur Verwendung als Heilpflanze lies mehr auf Heilkraeuter.de (”Praktisch ist das zerquetschte Kraut bei Wanderungen gegen Insektenstiche” – na toll, das probier ich aber mal aus!)

Thema: Alles, Alles was wächst, krank & problematisch | Tags: none
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23 Reaktionen zu “Giersch ausrotten?”

  1. stefanie
    Am 8. Mai 2008 um 11:06 Uhr

    unser rezept gegen giersch ist so einfach wie genial – allerdings war es eher ein zufall.

    bei uns hat der bärlauch einmal in der gierschfreien zeit ausgesamt. jetzt wächst anstatt giersch bärlauch, nur kriegt man den auch nicht besser aus dem boden….

    liebe grüsse von stefanie

  2. Mirabella
    Am 8. Mai 2008 um 11:50 Uhr

    Der Beitrag passt gerade gut, weil ich z.Zt. dabei bin meine Beete zu entkrauten und dabei – natürlich- auch mit Giersch zu tun hatte. Als dann alles (sichtbare) weg war, entdeckte ich abends in meinem Kräuterbuch ein, dass Giersch auch in der Küche verwendet werden kann (hier als Zutat für eine stoffwechselanregende Wildkräuter-Salatmischung, zusammen mit Löwenzahn, Gänseblümchen, jungen Brennesseln, Scharbockskraut und Gundelrebe).
    Bei letzterer war ich ebenfalls verwundert, dass es sich um ein eßbares Wildkraut handelt. Ich habe davon in diesem Jahr sehr viel im Garten und finde es ganz hübsch. Bin ich froh, dass es auch noch nützlich ist ;-)
    Hier sind auch noch die bibliografischen Daten zum Kräuterbuch:
    Marie-Luise Kreuter (kein Scherz): Kräuter und Gewürze aus dem eigenen Garten. – München : blv, 9. Aufl., 2002. – ISBN 3-405-16209-2
    Macht weiter so! Mirabella

  3. Zwischen Giersch, Blogprojekt und Altersheim 2.0
    Am 8. Mai 2008 um 15:25 Uhr

    [...] ging es ganztags gegen Giersch. Es war ein wunderbarer Tag an der Sonne, den ich vornehmlich auf allen Vieren kriechend und [...]

  4. Chris
    Am 8. Mai 2008 um 19:09 Uhr

    Joa,
    Das Zeug nervt ungemein!
    Aber das Eindämmen ist natürlich ne gute Idee.
    Und was zu essen hat man dann ja auch immer parat.
    Aber ich kann mir ja nicht vorstellen, dass dat schmeckt.

  5. anne
    Am 8. Mai 2008 um 21:06 Uhr

    gegen giersch hilft nur eins: aufessen!

  6. Anke
    Am 9. Mai 2008 um 06:13 Uhr

    Hallo allerseits,

    ja der Giersch ist auch in unserem Garten ein Problem, allerdings nur an bestimmten Stellen.

    Es hilft im Prinzip nur Mulchen und Rausziehen, wenn der Boden feucht ist, geht es noch recht gut, aber im Sommer wird es immer schwieriger.

    Liebe Grüße
    von Anke

  7. hussel44
    Am 9. Mai 2008 um 11:15 Uhr

    Den Giersch (möglichst zusammen mit Brennessel und Beinwell) kann man recht gut zu einer Pflanzenjauche verarbeiten und die mit Wasser verdünnte Brühe als Dünger verwenden.Ob der Giersch nun auch in der Küche nützlich sein kann,ist wohl doch reine Geschmackssache.Mir jedenfalls schmeckt er nicht.
    Mit freundlichen Grüßen
    hussel44

  8. Claudia
    Am 9. Mai 2008 um 19:26 Uhr

    Danke für Eure Kommentare! Fakt ist: der Giersch schmeckt jung ziemlich nach nichts, später dann bitter, ähnlich wie Spinat, der aber einen größeren Eigengeschmack hat.

    Für Gierschrezepte also nur JUNGE (=noch glänzende) Triebe verwenden, später sind sie praktisch ungenießbar. Der Geschmack kommt über die Würzung und andere Zutaten – wie bei vielen anderen Grünzeug auch.

  9. stoffel
    Am 10. Mai 2008 um 08:16 Uhr

    Ich nutze Rindenmulch. Zwar wird der Giersch dadurch nicht gebremst aber die Wurzeln “lagern” höher und daurch ist es einfacher in zu zupfen ;)

    Sonnige Pfingsttage wünscht Euch
    stoffel

  10. Mach’s wie du willst! Aber mach’s!
    Am 10. Mai 2008 um 12:08 Uhr

    [...] gibt es etliche Ankündigungen für Beiträge, wie Ihr in den Kommentaren zum Startartikel lesen könnt. Ich bin gespannt, was noch alles kommt! Und denkt daran: nicht nur [...]

  11. www.Ruderboote.org
    Am 13. Mai 2008 um 16:47 Uhr

    Von Giersch habe ich bis jetzt noch nie etwas gehört, er scheint aber sehr interessant zu seien vor alle dingen die Koch-Rezepte will ich mal ausprobieren.

  12. Monika
    Am 16. Mai 2008 um 17:47 Uhr

    Dass Giersch Giersch ist, war mir bislang auch nicht bekannt, aber es ist mir immer wieder eine Freude zu lesen, was die Natur so alles hergibt, sei es nun, um Schmackhaftes zuzubereiten oder als Schmuck fürs Haus (letzteres in Bezug auf Giersch wohl eher nicht)*lach

  13. Riesensteinbrech - Bergenie
    Am 17. Mai 2008 um 12:37 Uhr

    [...] Monika: Dass Giersch Giersch ist, war mir bislang auch nicht bekannt, aber es ist mir immer wieder eine Freude zu lesen, was… [...]

  14. Daniel
    Am 10. November 2008 um 19:16 Uhr

    Bei uns im Garten ist mir aufgefallen, dass an den Stellen, an denen einige Fichten stehen, kein Giersch wächst. Ansonsten wächst er überall, sowohl direkt in der Sonne als auch im dunklen Schatten.

    Wäre es eventuell möglich, dass Nadellaub gegen Giersch hilft? Vermutlich kriecht er weiter darunter hindurch, aber an den Stellen, an denen viel Nadellaub liegt, ist seit Jahren nichts zu erkennen…

  15. Oliver
    Am 31. Dezember 2008 um 14:11 Uhr

    Ich glaub nicht, dass Nadellaub gegen Giersch hilft.

  16. Alexander
    Am 20. März 2009 um 08:58 Uhr

    Mit der Frühlingssonne gibt es für den Giersch wirklich kein halten mehr. Um ihn loszuwerden kenne ich nur eine Wahrheit: – Wegziehen – (nicht den Giersch sondern selber umziehen), ansonsten haben auch wir uns für die Philosophie entschieden: wenn wir ihn nicht jähten können, essen wir ihn einfach auf. Dazu bleibt anzumerken, dass nicht nur die jungen Triebe als Spinat schmecken, sondern auch die älteren, ledrigen Blätter ein sehr würziger Petersilie-Ersatz sind. Mein Lieblingsrezept hierzu ist Tomatensalat mit ganz viele Giersch!!!.

    p.s. Im Altertum galt Girsch als Heilmittel gegen Gicht und Rheuma und tatsächliche entwässert er und entschlackt er sehr gut. Das Richtige für die Frühjahrsdiät und die Fastenzeit.

  17. Sebastian
    Am 24. Mai 2009 um 05:20 Uhr

    Die taktik “Mit dem Giersch leben” ist wohl die welche am wenigsten Nerven kostet.

    In unserem Garten haben wir es so gehandhabt, wenn der Giersch überhand nimmt werden wir tätig, vorher lassen wir Ihn im Einklang mit unseren Pflanzen leben. Ich finde ihn auch nicht hässlich.

  18. Margit
    Am 31. Mai 2009 um 00:33 Uhr

    Storchenschnabel gegen Giersch

    Storchenschnabel ist schön und blüht – dort wo Storchenschnabel wächst kann sich Giersch nicht gut halten ! Aber wie bekommt man Storchenschnabel wieder weg, er vermehrt sich wie Giersch !

  19. Manfred Iden
    Am 7. Juli 2009 um 19:07 Uhr

    Erfolge gegen Giersch im Kleingarten:

    Kartoffeln pflanzen !

    Anscheinend kann der Giersch, dass in der Kartoffel enthaltene Solanin nicht ab.

    im Ziergarten:
    Staudengeranie pflanzen ( Storchschnabel )

    Beste Erfolge damit erziehlt.

  20. Daniel
    Am 14. März 2011 um 17:30 Uhr

    OK. Den Giersch haben wir fast ganz aufgegessen. Hat nicht noch jemand eine Idee was wir mit dem Ackerschachtelhalm machen können :(

  21. Heike
    Am 28. März 2011 um 20:19 Uhr

    Also Gierschfrei aus dem Bauhaus hilft nur Oberflächlich und ist bestimmt auch schädlich für Insekten und Boden. Ich füge unter meinen Boden viel Sand und somit kann man ihn gut rupfen. Durch Zufall habe ich aber mitbekommen, dass überall da wo Efeu und noch andere Bodendecker sind, kein Giersch mehr kommt, also habe ich heute einige Stellen tief vom Giersch befreit und Bodendecker gesetzt. Mal schauen, das Efeu hat jedenfalls gewonnen.

  22. Dipl.-Inform. Carsten Eilers
    Am 23. Juni 2011 um 11:42 Uhr

    Botnets bekämpfen – mehrere Wege, selten Erfolge…

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  23. nanenu
    Am 29. Juli 2011 um 14:51 Uhr

    wir haben vinca minoris gesetzt (bodendekcer.. der giersch war zwar nicht weg, aber es wurde merklich weniger. man konnte ihn problemlos eindämmen :-) die rezepte muss ich mal ausprobieren.. danke für die tipps

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