Gemeinschaftsgarten ‚Rosa Rose‘ geräumt

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Während unserer Abwesenheit hat es einen weiteren „wilden Garten“ erwischt: Der von Friedrichshainer Anwohnern in Eigeninitiative gestaltete und genutzte Garten „Rosa Rose“ wurde am 14.3. gewaltsam geräumt, weil eine Baugenehmigung vorliegt und das Grundstück nun bebaut werden soll.

Räumung des Gemeinschaftsgartens Rosa Rose

Immer mehr Gärten und ganze Gartenkolonien verschwinden, werden zugunsten einer Rendite-trächtigeren Vermarktung des ach so wertvollen Bodens vernichtet. Dabei verschwindet aber auch der Charme so manches noch ein wenig „unaufgeräumten“ Wohngebiets. Es ist – mit Verlaub – zum Kotzen!

Lies die Geschichte der „Rosa Rose“ oder schau die tollen Bilder an!

Selbstversorgung aus dem Garten?

Wo ich persönlich nicht mehr mitgehe, ist das In-den-Himmel-Heben der sogenannten „Ernährungssouveränität“, die einige der Aktiven der Rosa Rose im Artikel „Garten-Tipps und Berichte“ vertreten. Es ist immer ein glücklicher Einzelfall, wenn jemand mitten in der Stadt die Gelegenheit hat, vom selbst angebauten Gemüse zu leben. Niemals kann das ein Modell zur Ernährung einer ganzen Stadtbevölkerung werden – denn DANN müsste es soviel Gartenland geben, dass die Stadt keine Stadt mehr ist!

Ich lebe ja unter anderem deshalb in der Stadt, weil ich keine Bäuerin sein und mich um die Grundversorgung nicht kümmern will, vom Geld verdienen mal abgesehen. Und wenn ich so glücklich bin, einen Garten zu haben, will ich ihn nicht mit landwirtschaftlichem Blick betrachten müssen, der ja auch nur eine recht archaische Sicht des NUTZENS und AUSNUTZENS ist.

Für mich ist Gärtnern nicht Notwendigkeit und soll es auch nicht werden, sondern Kultur, Handwerk und Kunst: Erholung vom Stress des ewigen Strampelns ums Auskommen und Einkommen. Pflanzen setze ich um ihrer selbst willen, um sie kennen zu lernen und mich an ihrem Anblick zu erfreuen – nicht um sie zu NUTZEN.

Klar freut man sich über ein paar eigene Tomaten, Zucchini und Paprika! Ein paar, aber doch nicht so viele, wie es sein müssten, um meinen Jahresbedarf zu decken. Dann wird das Gärtnern nämlich richtig Arbeit, und zwar eine umgerechnet verdammt schlecht bezahlte Arbeit.

Autor: ClaudiaBerlin

Claudia lebt und gärtnert in Berlin und bloggt seit 2005 rund ums naturnahe Gärtnern. Folge dem Blog auf Twitter.com/gartenzeilen - da gibts Lesetipps und allerlei Infos rund um unser tolles Hobby.

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