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Matthias am 12. September 2007

Kanadische Goldrute

Goldruteblüten mit BesuchÜberall bei uns im Garten legt sie sich über die Wege. Versperrt bei Regen, mit feuchten Blütenständen den Durchgang. Und Bienen und Hummeln lieben sie, die Kanadische Goldrute (Solidago canadensis). Dass die bei uns fast im ganzen Garten zu finden sind, ist nicht verwunderlich, sind sie doch in Berlin und Umgebung ein gängiges Spontangrün. Fand ich sehr witzig, als ALDI winzig kleine Goldrutenpflänzchen zum Kauf anbot (sie gingen auch für 99 Cent nicht weg).

Dabei sind die Kanadischen und die (etwas kleineren und unbehaarten) Riesengoldruten (S. gigantea), wie unser Buddleia, sogenannte invasive Neophyten, also Neuankömmlinge die sich schnell ausbreiten und einheimische Arten verdrängen. In Großbritannien ist sie jedoch schon seit 1645 bekannt und wurde als Bienenweide und Zierpflanze genutzt.

Die Goldrute wächst als Pionierpflanze gern auf sonnigen Schutt- und Brachflächen, sie bildet dabei einen regelrechten Wurzelteppich. Sie sind also nicht nur auf die fliegenden Samen angewiesen, sondern verbreiten sich auch unterirdisch. In diesem Rhizomgeflecht kann sie Nährstoffe und Wasser für schlechte Zeiten bunkern. Wie man sie trotzdem bekämpfen kann findet sich hier.
Es gibt auch eine einheimische Variante, die Echte Goldrute (S. virgaurea) die ist dann wohl gemeint, wenn Dr. Klein schreibt:

“Im Volksmund wird die Goldrute auch “Wundkraut” genannt – bereits die alten Germanen wussten, dass Solidago canadensis Entzündungen und die Vermehrung von Krankheitserregern wie Pilzen und Bakterien hemmen kann. Zur Erhöhung der Harnmenge bei Entzündungen der Blase und der Niere dient die Goldrute schon seit dem Mittelalter.”

Goldrute Mitte Juni

Und hier noch ein paar Bilder von den Goldruten im wilden Garten:

Goldrute

Goldruten im wilden Garten

Thema: Alles, Alles was wächst | Tags: none
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5 Reaktionen zu “Kanadische Goldrute”

  1. Sisah
    Am 13. September 2007 um 07:23 Uhr

    “Fand ich sehr witzig, als ALDI winzig kleine Goldrutenpflänzchen zum Kauf anbot”
    Bist Du sicher, dass es die Kanadische war? Es gibt wunderschöne Gartenformen, die der Kanadischen zwar ähnlich sind, aber überhaupt nicht invasív. Ich habe allein drei verschiedene
    von ihnen: “Solidago rugosa ‘Fireworks’, Soldidago shaecelata ‘Golden Fleece’ und noch eine dritte kleine zitronengelbe, die ich aus der Foerster Gärnterei mitgebracht habe. Alle haben ihren wunderschönen Wildstaudencharakter beibehalten… waren in den letzten Jahren Schnetterlingsmagneten. Momentan hapert’s ja an den flattrigen Schönheiten.
    Schau mal hier, der hat etliche im Angebot, die ideal für unsere Breiten sind:
    http://www.staudengalerie-grabner.com

  2. Ulrike
    Am 13. September 2007 um 12:59 Uhr

    Aha, ein Kraut gegen Pilze und etwas gegen Blasen- und Nierenerkrankungen sind die auch. Das wusste ich noch nicht. Wenn es auch innen wirkt, kann/muss man es wohl auch als Tee trinken können, oder? Und was dann? Blätter, Blüten …?
    Ansonsten: Blätter und Blüten zerquetschen und äüßerlich auflegen?
    Interessant …
    Die wilde Form haben wir hier im Garten auch, und ich rupte ständig daran herum, damit es nicht zu viel wird. Obwohl … die Blüten leuchten momentan natürlich sehr hübsch …

    Liebe Grüße
    Ulrike

  3. Matthias
    Am 14. September 2007 um 12:17 Uhr

    @ Sisah Ganz sicher bin ich nicht, wahrscheinlich stand wieder mal nur Goldrute drauf. Die Bilder sahen aber sehr nach Kanadischer Goldrute aus.
    @ Ulrike Da bin ich nicht bewandert genug, aber Tee für Harnvermehrung und Brei für Wunden scheinen mir logisch. Vielleicht will Herr Doktor auch nur davon ablenken, dass er eben nicht die von den Germanen benutzte Echte Goldrute, sondern die Kanadische verwendet.

  4. niXda
    Am 14. September 2007 um 21:00 Uhr

    Man verwendet die getrockneten, zur Blütezeit gesammelten oberirdischen Teile von Solidago virgaurea – Echte Goldrute, Solidago canadensis – Kanadische Goldrute und Solidago gigantea – Riesen-Goldrute um einen Tee daraus zu bereiten, der vorwiegend als harntreibendes Mittel Verwendung findet.
    Bei chronischen Nierenerkrankungen ist ein Arzt vor der Anwendung zu befragen!
    Nicht Anwenden bei Ödemen infolge eingeschränkter Herz- oder Nierentätigkeit!

  5. Jeannette
    Am 15. September 2007 um 12:13 Uhr

    Das passt jetzt nicht so zum Thema hier, aber halt zum Blog. Auf die Frage, ob ich meine Pfingstrosen zurückschneiden soll, bin ich auf diesen, wie ich finde, sehr schönen Beitrag gestoßen. Vielleicht interessiert das ja noch jemand.

    http://www.textatelier.com/index.php?id=56&typ=56&navgrp=5&link=219

    Der Beitrag entspricht eigentlich total meiner Grundhaltung der Natur gegenüber. Trotzdem, ich oute mich, habe ich eine große Lust am Zurückschneiden!! Verblühtes, Überwucherndes, ich schneide einfach gerne ab… Ich muss mal ernsthaft in mich gehen, was das genau soll…??

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